Wie Sie in der zweiten Trauerphase helfen können
Wenn ein Angehöriger trauert, wissen wir nicht, wie wir damit umgehen sollen. Unter Umständen sind Sie selbst vom Verlust des Verstorbenen betroffen. Ein Modell der Trauerphasen, das die Schweizer Psychologin Verena Kast entwickelte, kann Ihnen helfen, die jeweilige Phase der Trauer zu erkennen und mit Ihrem Angehörigen richtig umzugehen.
Abgetrennte Phasen
Die Darstellung der Trauerphasen durch Psychologin Verena Kast ist eines der bekanntesten und meistverwendeten Modelle. Die Phasen des Abschiednehmens, die sie beschreibt, sind zwar klar definiert, jedoch kann die Art der Trauer in der jeweiligen Phase variieren.
Ebenso gilt dies für die Länge der jeweiligen Abschnitte, die nach der Persönlichkeit des Trauernden unterschiedlich lange ausfallen kann. Eine besondere Rolle spielen dabei die Beziehung zum Toten und die Umstände des Todes. Hier finden Sie Hilfe beim Umgang mit der ersten Trauerphase, dem Nicht-Wahrhaben-Wollen.
Aufbrechende Emotionen: Die zweite Trauerphase
Nach der ersten Trauerphase, in der sich Ihr Angehöriger vor dem Tod des geliebten Menschen verschlossen hat, treten nun die Emotionen zutage. Dazu können Leid, Schmerz, Wut, Zorn, Freude, Traurigkeit und Angst gehören.
Typisch für diese Trauerphase sind Fragen wie "Warum bin gerade ich betroffen?". Die negativen Gefühle wie Wut und Zorn können sich über die Situation hinaus gegen vieles richten. Auch vor sich selbst macht Ihr Angehöriger möglicherweise beim Zorn nicht Halt, besonders, wenn er wegen eines Unfalls oder Selbstmords trauert. Auch Vorwürfe können vorkommen, das Gefühl, vom Toten im Stich gelassen worden zu sein. Vorwürfe und Wut können wiederum zu Schuldgefühlen führen.
Ihr Angehöriger sollte nicht versuchen, die entstehenden Gefühle zu unterdrücken. Sie helfen, den Schmerz des Verlusts besser zu verarbeiten. Unterdrückte Gefühle können sich festsetzen und zu Depressionen und Schwermut führen.
Diese Phase kann unterschiedlich lange dauern, zwischen ein paar Wochen und mehreren Monaten.
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Wie Sie beim Trauern helfen können
Lassen Sie Gefühlsausbrüche zu, diese können eine heilsame Wirkung haben. Respektieren Sie dabei alle Gefühle, Wut und Zorn wie auch Niedergeschlagenheit und depressive Phasen.
Versuchen Sie nicht, von nicht gelösten Problemen sowie von Schuld und von Konflikten abzulenken. Dies kann zu einem schädlichen Verdrängungsprozess führen, der den Trauerprozess verzögert. Versuchen Sie Ihrem Angehörigen seine Schuldgefühle nicht auszureden, bekräftigen Sie sie aber auch nicht. Nehmen Sie sie einfach zur Kenntnis und hören Sie zu: Vermeiden Sie es, zu interpretieren oder zu werten. Lassen Sie bei Ihrem Angehörigen die Erlebnisse und Erinnerungen zu, die aufkommen. Vermeiden Sie es, mit eigenen Geschichten anzufangen, lassen Sie erzählen.
Geben Sie Ihrem Angehörigen Anregungen, wie er sich beschäftigen, ablenken und entspannen kann, zum Beispiel durch Tagebuch schreiben, Musik hören, Spaziergänge oder Entspannungsübungen.
Lesen Sie mehr zum Thema:
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- So können Sie mit Veränderungen während des Sterbeprozesses umgehen
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