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Demenz
 
von Heike Bohnes, veröffentlicht in Hilfe beim Pflegen

Mangelernährung: Demenzerkrankte sind besonders gefährdet

Heike Bohnes, Expertin für Pflege und Pflegemanagement Heike Bohnes

Mein Name ist Heike Bohnes. Ich bin Ihre Expertin für Pfege und Pflegemanagement.

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Eine Demenzerkrankung kann viele Nebenwirkungen haben, auch Gewichtsverlust durch Mangelernährung. Wenn Ihr demenzerkrankter Angehöriger zu wenig isst und trinkt, können Sie ihm mit den nachfolgend beschriebenen Maßnahmen helfen.

Vielleicht stellen Sie sich als pflegender Angehöriger die Frage, wie Sie Ihren demenzerkrankten Angehörigen zum ausreichenden Essen und Trinken bewegen können.

Die Erkrankung beeinflusst die Wahrnehmung und damit auch das Hunger- und Durstempfinden. Zudem verändert sich der Geschmack des Demenzerkrankten, so dass es passieren kann, dass er etwa seine Lieblingsspeise plötzlich nicht mehr mag. Mancher Demenzerkrankte erkennt Speisen und Getränke nicht mehr als solche oder hat vergessen, wie man isst und trinkt. Diese Probleme können dazu führen, dass Ihr Angehöriger unzureichend isst und trinkt.

Warum ein erhöhter Kalorienbedarf besteht

Zu den oben genannten Veränderungen kommt hinzu, dass der Demenzerkrankte unter einer körperlichen Unruhe leidet und beispielsweise viel umherläuft. Durch die erhöhte Bewegung braucht der Demenzerkrankte auch mehr Energie, das heißt, er muss mehr Kalorien aufnehmen. Es kann bei einem gut funktionierenden Stoffwechsel gut möglich sein, dass der Demenzerkrankte 3.000 – 4.000 kcal täglich benötigt.

So motivieren Sie Ihrem Angehörigen zum Essen

Sie sollten beim Mahlzeitenangebot für Ihren Angehörigen darauf achten, ob sich sein Geschmacksempfinden verändert hat. Es könnte beispielsweise sein, dass er plötzlich lieber Süßes isst oder Saures ablehnt, weil es für ihn bitter schmeckt. Nachfolgend erhalten Sie Tipps, wie Sie Mangelernährung und Austrocknung bei Ihrem Angehörigen verhindern können.


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Mit diesen 12 Tipps machen Sie Ihrem Angehörigen Appetit

  1. Bieten Sie regionale Gerichte an, die Ihr Angehöriger von früher kennt.
  2. Kochen Sie das Essen - wenn möglich - gemeinsam mit Ihrem Angehörigen. Lassen sie ihn etwa helfen, Kartoffeln zu schälen oder Gemüse klein zu schneiden.
  3. Würzige Speisen werden von Demenzerkrankten gerne genommen, allerdings ist Vorsicht mit Salz geboten.
  4. Wenn Ihr Angehöriger nur wenig isst, bieten süße und fettreiche Speisen eine höhere Energiezufuhr.
  5. Bei "Wenig-Essern" helfen auch Zutaten mit einem hohen Energiegehalt, wie etwa Butter und Sahne.
  6. Wichtig ist, dass die Einnahme der Mahlzeit in einer ruhigen Umgebung, ohne Radio oder Fernsehen im Hintergrund möglich ist.
  7. Bei der Tischgestaltung sollten Sie auf Übersichtlichkeit achten, damit Ihr Angehöriger sich schnell orientieren kann.
  8. Essen Sie mit Ihrem Angehörigen gemeinsam.
  9. Wenn Sie merken, dass Ihr Angehöriger nicht mehr weiß, was er tun soll, leiten Sie ihn zum selbstständigen Essen an.
  10. Kann Ihr Angehöriger das Besteck nicht mehr nutzen, erlauben Sie ihm, mit den Fingern zu essen.
  11. Bleibt Ihr Angehöriger nicht am Tisch sitzen, lassen Sie ihn ruhig im Laufen essen. Ermöglichen Sie ihm, sich etwas zu Essen zu nehmen, wenn ihm danach ist. Legen Sie etwa Kekse oder Gemüse- und Obststücke für ihn an seiner "Laufstrecke" in der Wohnung zum Verzehr bereit.
  12. Hat Ihr Angehöriger Schluckstörungen, hilft eine angemessene Konsistenz, das heißt, die Speisen sollten weich, aber nicht zu flüssig sein. Vermeiden Sie "Fremdkörper" im Essen, wie etwa Nüsse.

Diese 7 Maßnahmen motivieren Ihren Angehörigen mehr zu trinken

  1. Saure Säfte könnte Ihr Angehöriger ablehnen, weil sie ihm evtl. bitter schmecken.
  2. Bieten Sie Ihrem dagegen Angehörigen süße und vor allem farbige Getränke an. Viele Demenzerkrankte trinken auch gerne warme Getränke.
  3. Achten Sie darauf, dass Ihr Angehöriger ein geeignetes Trinkgefäß hat, z. B. eine Tasse mit großem Henkel oder ein gut zu fassendes, nicht zu schweres Glas.
  4. Trinken Sie gemeinsam etwas mit Ihrem Angehörigen. – Ausreichendes Trinken tut auch Ihnen gut.
  5. Führen Sie Trinkrituale ein, etwa die gemeinsame Tasse warmer Kakao am Abend und (gesüßter) Tee am Morgen.
  6. Bieten Sie Ihrem Angehörigen bei jeder Gelegenheit, etwa beim Aufstehen, zu den Mahlzeiten, vor dem Spazierengehen, nach dem Toilettengang, etwas zu Trinken an.
  7. Bei Schluckstörungen dicken Sie die Getränke, z. B. mit Gelatine, etwas an.

Ihr Angehöriger kann sich seiner Umwelt nicht mehr anpassen. Deshalb müssen Sie seine Umwelt an ihn anpassen.

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