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von Katja Koch, veröffentlicht in Pflegezimmer.

Pflegezimmer einrichten: Praktische Tipps

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Personen, die zu Hause gepflegt werden, sollten ein ansprechendes Zimmer mit angemessener Ausstattung haben. Dieses Pflegezimmer sollte zweckmäßig, aber nicht steril sein.

Pflegezimmer ist Lebensmittelpunkt des pflegebedürftigen Menschen
Schließlich ist das Zimmer der wesentliche Lebensmittelpunkt des pflegebedürftigen Menschen und er soll sich in seiner Umgebung wohl fühlen. In der Ausstattung des Pflegezimmers spielt die Planung eine wichtige Rolle.

Eine Planung, die auf die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse des Pflegebedürftigen, seiner Erkrankung, seiner individuellen Einschränkungen und der ihn betreuenden Pflegepersonen abgestimmt werden sollte. Um eine optimale Lösung zu erzielen, hier ein paar Tipps für die Einrichtung des häuslichen Pflegezimmers.



Pflegezimmer einrichten: Praktische Tipps

Boden des Pflegezimmers
Gerade bei bestehender Inkontinenzproblematik, oder aber auch bei der Notwendigkeit der Körperpflege im Bett kann schnell so manches Malheur passieren. Aus diesem Grunde sollte der Fußboden eines Pflegezimmers im Allgemeinen wischfähig sein.

Das Bett im Pflegezimmer
Das Bett der hilfebedürftigen Person sollte an seine individuellen Einschränkungen und sein Bedürfnisse angemessen sein. Es ist meist von Vorteil, wenn das Bett von allen Seiten zugehbar ist. Die Höhe des Bettes sollte sich an der Körpergröße orientieren und im Sitzen müssen die Füße den Boden erreichen.

Das erleichtert das Aufstehen und zu Bett gehen. Elektrisch verstellbare Bettrahmen lassen sich häufig ohne großen Aufwand in vorhandene Bettgestelle einbauen und die Kosten dafür könnten u. U. von der Pflegekasse übernommen werden, wie auch die Kosten für so genannte Pflegebetten.

Nachtschrank neben dem Pflegebett
Ein Nachtschrank für den Pflegebedürftigen muss neben dem Pflegebett stehen. Er dient als Ablage für das Glas Wasser, ebenso wie für die Waschschale oder Pflegeutensilien. Die Höhe des Nachtschranks im Verhältnis zum Bett oder gar Pflegebett sollte beachtet werden. Kann der Pflegebedürftige die dort abgestellten Gegenstände erreichen? Die Kosten für geeignete "Pflegebetttische" werden bei weitgehender Bettlägerigkeit von der Pflegekasse übernommen.

Aufbewahrungsort für Pflegemittel
Ferner sollte eine Möglichkeit für die sichere Aufbewahrung von Pflegemittel usw. vorhanden sein – eine Kommode oder ein kleines Schränkchen tut hier gute Zwecke. Ebenso ist in vielen Fällen ein Papierkorb mit Plastiktüte erforderlich, um ggf. genutzte Pflegemittel und Pflegehilfsmittel (vom Einmal-Handschuh, über Verbandmaterial bis zum Inkontinenzmaterial) abwerfen zu können.

Pflegehilfsmittel wie z. B. Toiletten-Stuhl, Patientenlifter, Rollator, Rollstuhl, usw. sollten gut erreichbar, aber abseits verstaut sein, wenn sie nicht genutzt werden. Dies ist sinnvoll, um den erforderlichen Platz für eine angemessene Pflege im Bett zu erhalten.

Fenster im Pflegezimmer
Sorgen Sie dafür, dass der Pflegebedürftige aus dem Fenster schauen kann, aber vor Zugluft geschützt ist. Das Fenster kann mit vertrauten Vorhängen ausgestattet werden. Dies ermöglicht einen Sichtschutz bei z. B. schambehafteten Pflegeverrichtungen. Vertrautes Bettzeug und Kissen lassen Wohlbefinden und Behaglichkeit aufkommen. Hierbei ist bei bestehender Inkontinenzproblematik jedoch auf angemessenen Matratzenschutz zu achten – Sanitätshäuser und Apotheken beraten Sie hier.

Stellen Sie einen Sessel, z. B. mit Aufstehhilfe oder einen bequemen Stuhl bereit, damit der Pflegebedürftige nicht den ganzen Tag im Bett verbringen muss. Für Schwerstpflegebedüftige und weitgehend immobile Personen werden die Kosten für Rollstühle und Multifuktionsrollstühle i. d. R. von den Pflegekassen übernommen – erkundigen Sie sich hier.

Persönliche Erinnerungsgegenstände
Persönliche Erinnerungsgegenstände (Fotos, Bilder, lieb gewonnene Gegenstände, Kissen) dürfen nicht fehlen. Hier sollte das Krankheitsbild des Versicherten berücksichtigt werden. Personen mit stark fortgeschrittener Demenz erkennen sich häufig auf aktuellen Fotos nicht mehr – hier sind Fotos aus "alten Zeiten" meist besser.

Auch ist es möglich, dass der gut gemeinte Spiegel Ängste auslöst, da plötzlich "fremde Personen" auftauchen. Sie kennen das Verhalten ihres pflegebedürftigen Familienangehörigen und sollten angemessen darauf reagieren.

Ein  Fernsehgerät und ein Radio in das Zimmer stellen. Auch wenn diese für den Pflegebedürftigen nicht mehr wichtig sein sollten, vermittelt dies den Eindruck, mit der Außenwelt verbunden zu sein.

  • Eine Uhr und ein Kalender mit großer Schrift, die der Pflegebedürftige gut sehen kann, darf in keinem Pflegezimmer fehlen.
  • Bücher, Zeitschriften und Tageszeitungen zum Lesen sollten dem Pflegebedürftigen zur Verfügung stehen. Bringen Sie eine Leselampe am Pflegebett an.

Glocke oder Klingel
Der Pflegebedürftige muss sich mit einer Glocke, Klingel oder einem Babyfon bemerkbar machen können. In Heimwerkermärken erhält man auch so genannte Funkgongs, die sowohl über einen mobilen Empfänger, als auch einen mobilen Sender verfügen. So kann immer geeignete Hilfe benachrichtigt werden.

Sollte der Pflegebedürftige in der Lage sein, sich zu unterhalten, dann sollte man ermöglichen, dass ein Telefon zur Verfügung steht.

Beziehen Sie den Pflegebedürftigen bei der Einrichtung des Pflegezimmers mit ein
Bei der Einrichtung des Pflegezimmers sollte der Pflegebedürftige unbedingt mit einbezogen werden. Wenn er dazu nicht mehr in der Lage ist oder kein Interesse hat, sollten die Angehörigen versuchen, sich in seine Lage zu versetzen: Was sind die Lieblingsfarben, in welchem Bettzeug fühlt er sich wohl, welche Pflanzen, Kissen oder Dinge mag er besonders gern? Welche Interessen hatte er zuvor?

Welche Einschränkungen liegen vor und wo muss Hilfe geleistet werden? Welche Pflegemaßnahmen müssen zukünftig durchgeführt werden? Welche Pflegehilfsmittel werden für die Pflege benötigt?

Umfangreiche Informationen können Sie bei Pflegediensten, bei Pflegeberater oder den Mitarbeitern erhalten. Auch helfen Ihnen gerne die Mitarbeiter renommierter Möbelgeschäfte bei der Auswahl.

 

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Katja Koch
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