Bedürfnisse von Pflegebedürftigen trotz Sprachverlust erkennen
Im fortgeschrittenen Stadium bei einer Demenz oder auch bei einer Aphasie kann es passieren: Die verbale Sprache Ihres pflegebedürftigen Angehörigen setzt aus. Eine große Umstellung für Pflegende und Patienten steht dann bevor. Wie sollen Sie noch auf die Bedürfnisse Ihres Angehörigen eingehen, wenn dieser sich nicht mehr verbal artikulieren kann? Die folgenden Tipps werden Ihnen dabei helfen.
Für pflegende Angehörige ist es eine besondere Belastung, wenn der Liebste seine Sprache verliert. Sprachstörungen treten im Alter häufig auf – sei es durch einen Schlaganfall oder durch Demenz. Die Kommunikation wird auf verbaler Ebene zwar beeinträchtigt. Anhand der Mimik, Gestik und weiteren nonverbalen Signalen können Sie aber weiterhin einwandfrei mit Ihrem Angehörigen kommunizieren. Wie aber erkennen Sie die Signale Ihres Angehörigen?
Grundsätzlich gilt erstmal, dass Sie und Ihr Angehöriger sich an die neue Situation gewöhnen müssen. Daher ist es selbstverständlich, dass am Anfang Missverständnisse entstehen und Sie nicht sofort verstehen, was Ihr Angehöriger sich wünscht. Nach und nach lernen Sie sich aber "neu" kennen und wissen, wie Sie auf die verschiedenen nonverbalen Signale reagieren müssen.
Mit welchen Körpersignalen wird kommuniziert?
Die Körperhaltung Ihres Angehörigen sagt viel über seinen Zustand aus. Ist er in sich zusammengesunken spricht dies beispielsweise für Müdigkeit oder Traurigkeit. Auch an der Mimik (Lächeln) und der Gestik (Zeigen mit den Händen) können Sie schnell erkennen, was Ihr Angehöriger von Ihnen möchte. Aber auch der Blutdruck oder der Puls teilt Ihnen als Angehörigen mit, ob es dem Patienten gut geht oder nicht. Dies sind also die Indikatoren die Sie beim Fehlen der verbalen Sprache bei Ihrem Angehörigen beachten sollten.
Beobachten Sie Ihren Angehörigen
Bei Fehlen der verbalen Sprache in der Pflege ist die Beobachtung das A und O. Sie können anhand kleiner Zeichen schnell erkennen, wie es Ihrem Angehörigen geht. Bei gleichmäßiger Atmung können Sie davon ausgehen, dass Ihr Angehöriger entspannt ist. Bei schnellem Puls ist Ihr Angehöriger unruhig und Sie sollten Gegenmaßnahmen zur Entspannung ergreifen. Auch an den Händen lässt sich der Zustand erkennen: Geballte Fäuste oder starkes Zittern sprechen für Stress. Eine ruhige Handhaltung signalisiert Zufriedenheit.
Wichtig ist nun aber auch, wie Sie mit Ihrem Angehörigen sprechen. Vor allem bei einer Demenzerkrankung müssen Sie einige Punkte für ein erfolgreiches "Gespräch" beachten. Achten Sie darauf, dass Sie immer im Blickfeld Ihres Angehörigen stehen, wenn Sie mit ihm reden. Dann fühlt er sich angesprochen und konzentriert sich auf Sie.
Eventuell hilft es, wenn auch Sie mit viel Gestik und Mimik arbeiten und sich somit Ihrem Angehörigen anpassen. Wichtig ist allerdings, dass Sie reden. Auch wenn Ihr Angehöriger Ihnen nicht antwortet oder von selbst beginnt zu reden, ist es von großer Bedeutung, dass Sie das Sprachzentrum Ihres Angehörigen mit Ihren Worten trainieren.
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