Alzheimer: Wenig Vergesslichkeit zu Beginn der Krankheit
Claudia Büeler
Mein Name ist Claudia Büeler. Ich bin Ihre Expertin für Senioren, Demenz und Pflege.
Der Alzheimer-Kranke überspielt anfangs die Vergesslichkeit. Es überfordert uns, im 1. Stadium der Demenz mit typischen Persönlichkeitsveränderungen umzugehen. Verhaltensmuster schleichen sich wie kleine Lügen ein, in die sich der Demenzkranke immer mehr verstrickt, die er selbst nach einer Weile nicht mehr in der Lage ist, aufzulösen. Und wir auch nicht. Je früher wir unterscheiden lernen, desto besser.
Demenz ist ein sensibles Thema, es ist eine der Krankheiten, bei denen das Umfeld des Erkrankten zunehmend in Mitleidenschaft gezogen wird. Zudem machen uns Krankheiten des Geistes besonders Angst. Wir müssen ein Leiden benennen können, um uns davon abzugrenzen.
Doch die Demenz zeigt sich anfangs nicht als Krankheit und ist schwer zu fassen. Vielmehr schleichen sich Zweifel an der eigenen Wahrnehmung, Kompetenzkämpfe und das Festhalten an Fähigkeiten langfristig in den Alltag ein, was für alle Beteiligten anstrengend ist. In der Früherkennung gibt es die Möglichkeit zu unterscheiden ob eine andauernde Gedächtnisstörung aus anderen Ursachen herzuführen ist, die (noch) behoben und behandelt werden können.
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Nicht jede Demenz ist Alzheimer
Demenz ist nicht heilbar, ihr Fortschreiten kann nur verlangsamt werden, doch zum Beispiel Durchblutungsstörungen des Gehirns oder unbemerkte kleine Schlaganfälle hingegen schon. Die Definition der Demenz lautet im Brockhaus: "durch Hirnschädigung erworbene Minderung von Intelligenz und Gedächtnis". Damit einher gehen die geistige Leistungsfähigkeit und eine Veränderung der Persönlichkeit.
Alzheimer: Persönlichkeitsveränderungen fallen oft vor der Vergesslichkeit auf
Oft kann vor allem der Betroffene der sich im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit befindet, die Vergesslichkeit selbst viel besser verbergen, als diese Persönlichkeitsveränderungen, die den Angehörigen in große Bedrängnis bringen können: "Was ist bloß mit meinem Mann los, er hat sich ja so verändert!"
Der Mensch braucht Erklärungen für sein Leiden, um es eingrenzen zu können. Wenn sich der Betroffene seinen Zustand nicht erklären kann und ihn versteckt, wird es immer schlimmer. Menschen haben jedoch Scheu, sich einzugestehen, dass etwas mit dem Kopf, mit dem Gedächtnis nicht mehr stimmt.
Über die Verminderung der Verständnisfähigkeit, der Fähigkeit Folgerungen zu erschließen und Persönlichkeitsveränderungen an sich selbst wahrzunehmen kommt die Demenz als Krankheit des Vergessens. Es wird zunehmend schwieriger sich selbst so zu reflektieren, sodass ein Umgang mit der Krankheit begünstigt werden würde.
Alzheimer: Vor der Vergesslichkeit kann Orientierungslosigkeit und Änderung des Sozialverhaltens kommen
Eine Demenzerkrankung macht sich zu Beginn nicht allein durch Gedächtnisstörungen bemerkbar. Meist leidet noch eine essenzielle Fähigkeit des Menschen zum Beispiel die örtliche Orientierung, die Konzentrationsfähigkeit oder das räumliche Vorstellungsvermögen. Oft verändern sich auch schon zu Anfang das Gefühlsleben und das Sozialverhalten bis hin zu Aggressivität oder Apathie.
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