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von Andrea Fettweis, veröffentlicht in Parkinson.

Parkinson: vegetative Störungen in Magen, Darm, Sexualität und Haut

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Neben anderen Symptomen, die vegetativ bedingt sind, haben Parkinson-Patienten oft mit Störungen im Magen-Darm-Bereich, bei der Sexualität und an Haut sowie Kopfhaut zu kämpfen. Wie können Sie Ihrem Angehörigen helfen?

Morbus Parkinson: Was tun gegen Übelkeit?

Eine der häufigsten vegetativen Störungen bei Parkinson ist Übelkeit. Diese kann  auch durch Medikamente verursacht oder verstärkt werden. Mit einem Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen, zum Beispiel Domperidon, lässt sich das lästige Symptom gut in den Griff bekommen. Da es außerdem die Magen-Darmtätigkeit anregt, wird der Magen wieder besser entleert und damit anderen Beschwerden wie Völlegefühl und vorzeitiger Sättigung vorgebeugt.

Auch mit trockenem, fettarmen Gebäck, Knäckebrot oder Zwieback lässt sich die Übelkeit  lindern. Erinnern Sie Ihren Angehörigen, lieber zwischen als zu den Mahlzeiten zu trinken, damit er nicht von der Flüssigkeit satt wird. Vermeiden Sie Speisen, die ein kräftiges Aroma haben, da der Geruch Übelkeit auslösen kann. Servieren Sie besser mehrere kleine Mahlzeiten statt weniger großer Portionen.

So lindern Sie Verstopfung bei Parkinson-Patienten

Leidet Ihr Angehöriger unter Verstopfung, versuchen Sie, diese zunächst mit vermehrter Flüssigkeitszufuhr, frischem Obst und Salaten anzuregen. Lebensmittel mit viel Magnesium erleichtern den Stuhlgang, zum Beispiel Vollkornprodukte, Haferflocken, unpolierter Reis, Hirse, Gerste, Grünkern.

Kichererbsen und andere getrocknete Gemüsesamen, Mais, Sojabohnen, Nüsse, Sesam- und Sonnenblumensamen und Weizenkleie. Da Parkinsonmedikamente zur Verstopfung führen können, reicht eine vielseitige Ernährung mit reichlichem Trinken nicht immer aus. Hier könnte Milchzucker oder Lactulose-Sirup helfen, den Darm wieder zu aktivieren.



Gesunde Ernährung mit Getränk Vielseitige Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse beugt einer Verstopfung bei Parkinson vor.

Sexuelle Störungen bei Parkinson-Erkrankungen

Durch die Parkinsonerkrankung können vielfältige Probleme im Sexualbereich auftreten: Störungen bei Erektion, Ejakulation, Orgasmus und eine trockene Scheide bei Frauen verhindern oft ein erfülltes Sexualleben. Die Lust darauf ist jedoch eigentlich vorhanden und schwindet erst dann, wenn ständig schlechte Erfahrungen gemacht werden.

Zudem wirken oft die notwendigen Medikamente lustmindernd und/oder stören die gesunden Sexualfunktionen. Pflegen Sie einen  Angehörigen, empfinden Sie Ihren Partner vielleicht aufgrund seiner Symptome, wie zum Beispiel Speichelfluss und Tremor, weniger attraktiv und haben Hemmungen vor einer sexuellen Begegnung.

Helfen Sie sich selbst und sprechen Sie offen miteinander über die Schwierigkeiten, aber auch Ihre Wünsche. Finden Sie gemeinsame Wege, sich nahe zu sein. Es gibt keine Norm, der Sie folgen müssen, sondern nur Sie beide als Paar und Ihre Bedürfnisse. Über Funktionsstörungen sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, der Ihnen mit Medikamenten oder anderen Maßnahmen helfen kann. Denken Sie daran, dass Sie nicht die Einzigen sind, die sich in einer solchen Situation befinden, und behalten Sie Ihren Humor, wenn nicht immer alles so klappt, wie Sie es sich vorgestellt haben.  

Extreme Talgabsonderungen im Gesicht und Kopfhaut

Parkinson-Patienten erkennt man oft an einem salbenartig glänzenden Gesicht. Die Ursache ist eine übermäßige Talgabsonderung, die sich besonders auf der Stirn und im Nacken zeigt. Auch Schuppen auf der Kopfhaut und akne- artige Hautprobleme im Gesicht können zusätzlich auftreten. Mit entsprechenden Antischuppen-Shampoos und Cremes mit Hydrocortison können Sie die Symptome in Schach halten.

Machen Sie mehrmals am Tag feuchtwarme Kompressen für die Augen, um den Talg auch dort zu entfernen. Er würde sonst die Augen belasten. Sollten sie dennoch zu trocken sein, träufeln Sie Ihrem Angehörigen öfter eine künstliche Tränenflüssigkeit hinein. Bei schweren Augenbeschwerden sollten Sie unbedingt einen Augenarzt aufsuchen.

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