Typische Krankheiten

Erhöhte Blutzuckerwerte – Hinweis auf einen Infekt bei Diabetikern?

Erhöhte Blutzuckerwerte können unterschiedliche Ursachen haben. Das kann an verändertem Essverhalten liegen durch Einladungen von Freunden und/oder mehr oder weniger Appetit. Auch die körperliche Bewegung spielt eine große Rolle. Aber manchmal ist “alles wie immer”, trotzdem sind die Werte dauerhaft erhöht. Dahinter verbergen sich häufig Infekte. Lesen Sie hier, wie Sie mit unklar erhöhten Werten umgehen sollten.

Blutzuckerschwankungen bei Diabetikern sind in gewissen Grenzen normal. Dies kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Sind die Werte aber über einen längeren Zeitraum (eine Woche oder mehr) deutlich erhöht, z. B. über 300 mg%, sollten Sie nach der Ursache forschen.

Welche Ursachen können erhöhte Blutzuckerwerte haben?

Essen:
Isst Ihr Angehöriger anders als sonst? Hat er mehr Appetit oder isst aus Langeweile? Um für eine ausreichende Vitaminzufuhr zu sorgen, eignen sich besonders gut frisches Obst und Gemüse. Bedenken Sie aber dabei, dass besonders reifes Obst viele Einfachzucker enthalten. Diese werden direkt durch die Mundschleimhaut in das Blut aufgenommen. Dadurch steigt der Blutzucker schnell an. Es gibt für Diabetiker keine "verbotenen" Lebensmittel. Aber alles, was gegessen wird, muss in der Insulintherapie berücksichtigt werden.

Trinken:
Trinkt Ihr Angehöriger ausreichend? Gerade bei der kalten Jahreszeit fällt das Trinken häufig schwerer als bei Wärme. Diabetiker benötigen ausreichend Flüssigkeit, um den Stoffwechsel "anzukurbeln". Mindestens 2 Liter täglich sollten es sein. Bei erhöhten Werten wird der Zucker auch durch die Nieren ausgeschieden. Dabei wird dem Körper Wasser entzogen, das ersetzt werden muss. Lauwarmer, ungesüßter Tee schmeckt vielen Menschen bei kaltem Wetter besser als "kaltes Blubberwasser". Fruchtsäfte sollten 1:4 verdünnt werden, ein Teil Saft, 4 Teile Wasser.

Bewegung:
Bewegt sich Ihr Angehöriger weniger als sonst üblich? Fällt die übliche "Runde um den Block" wegen Glatteis oder schlechtem Wetter aus? Körperliche Bewegung bringt den Stoffwechsel in Schwung und verbraucht Energie, der Blutzucker sinkt. Fällt regelmäßige Bewegung aus, steigt der Zuckerwert an, da der Stoffwechsel reduziert ist. Vielleicht hat Ihr Angehöriger Lust, bei schöner Musik Gymnastik zu Hause zu machen? Durch Übungen für die Kraft und Balance betreibt er damit gleichzeitig aktive Sturzprophylaxe.

Versteckte Infekte:
Gibt es bei der Ernährung oder Bewegung keine augenfälligen Besonderheiten, sollten Sie Ihren Angehörigen nach schlecht heilenden Wunden befragen. Diese können sich infiziert haben.

Die Füße von Diabetikern sind besonders gefährdet. Vor allem, wenn sich Ihr Angehöriger schlecht bücken kann, fällt die Selbstkontrolle schwer. Durch die häufige Sensibilitätsstörung bei Diabetes werden Schmerzen an den Füßen nicht wahrgenommen. Wunden oder Blasen werden selbst nicht bemerkt. Kleine, unscheinbare Wunden können häufig in die Tiefe gehen und bereits infiziert sein. Damit sollten Sie unbedingt den Hausarzt oder Diabetologen aufsuchen.

Bei unklaren erhöhten Werten sollte in der Arztpraxis Blut abgenommen und untersucht werden. Menschen mit Diabetes sind häufig abwehrgeschwächt und benötigen eher ein Antibiotikum als Menschen ohne Stoffwechselstörung.

Anzeichen für erhöhte Blutzuckerwerte:

Der sicherste Nachweis ist natürlich immer die Kontrolle mit einem Blutzuckergerät. Weiterhin ist erhöhte Urinausscheidung ein Hinweis. Geht Ihr Angehöriger auffallend häufig zur Toilette, obwohl er nicht mehr trinkt als sonst? Der Urin ist hell und manchmal schaumig.

Bei Werten über 300mg% kann über die Atemluft nach Aceton riechen. Der Geruch ähnelt dem von fauligen Äpfeln. Da durch Insulinmangel der Zucker im Blut nicht verwertet werden kann, wird zur Energiegewinnung Fett abgebaut. Die dabei entstehenden Ketonkörper wie das Aceton übersäuern das Blut und werden über die Atemluft und den Urin ausgeschieden. Dies kann ein erster Hinweis für ein beginnendes diabetisches Koma sein und muss dringend behandelt werden.

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Aktualisiert am: 08.03.2014

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