Hinlauftendenz: Wenn Demenzkranke weglaufen

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Die Hinlauftendenz wurde früher als Weglauftendenz bezeichnet – weil Demenzkranke weglaufen, einem inneren Drang folgend “ausbüxen”. Diese Ausflüge können jedoch sehr gefährlich werden. So treffen Sie Gegenmaßnahmen gegen unbemerkte Spaziergänge Ihres demenzkranken Angehörigen.

Hinlauftendenz – der Drang, etwas zu erledigen
Die Hinlauftendenz wurde früher als Weglauftendenz bezeichnet – weil Demenzkranke weglaufen. Mittlerweile weiß man, dass die Patienten nicht einfach nur "ausbüxen wollen", sondern sich mit einem Ziel auf den Weg machen. Wo sie hinwollen ist nicht immer nachvollziehbar, aber der Demenzkranke folgt einem inneren Drang: Er meint, an einen bestimmten Ort etwas erledigen zu müssen. Beispielsweise kann es sein, dass er meint, noch zu arbeiten, und sich auf den Weg ins Büro macht, oder meint, er müsse seine Kinder von der Schule abholen.

Die Hinlauftendenz ist eine Gefahrenquelle
Wenn ein Demenzkranker eine Hinlauftendenz zeigt, kann das zu gefährlichen Situationen führen. Zeitliche und räumliche Orientierungsschwierigkeiten verhindern oft, dass er sein Ziel auch erreicht oder wieder nach Hause zurückfindet – der Demenzkranke irrt bis zur Erschöpfung umher. Auch die Gefahren im Straßenverkehr kann er nicht mehr einschätzen, so dass das Unfallrisiko sehr hoch ist.

Hinlauftendenz: Schützen Sie Ihren Angehörigen
Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Angehöriger unruhig wird und sich eine Hinlauftendenz bemerkbar macht, können Sie Vorkehrungen treffen, um zu verhindern, dass er sich unbemerkt entfernt:

  • Ist Ihr Angehöriger unruhig, binden Sie ihn in Aufgaben ein, etwas Hilfe beim Kochen.
  • Seien Sie tagsüber meist präsent (sicht- und hörbar).
  • Versuchen Sie herauszufinden, welcher Drang der Hinlauftendenz zu Grunde liegt: Welche Regelmäßigkeiten zeigen sich, wann ist der Patient besonders unruhig? Wann will er sich auf den Weg machen? Beschäftigen Sie ihn zu diesen Zeiten mit Aufgaben, die ihn von der Hinlauftendenz ablenken.
  • Hören Sie aufmerksam zu, wenn Ihr Angehöriger Hinweise auf die Hinlauftendenz gibt: "Ich muss ins Büro" oder "Ich muss einkaufen gehen".
  • Nehmen Sie seine Vorhaben ernst: Meint Ihr Angehöriger, dringend einkaufen gehen zu müssen, gehen Sie mit ihm gemeinsam.
  • Ist Ihr demenzkranker Angehöriger besonders unruhig, kontrollieren Sie in kurzen Zeitabständen, wo er ist.
  • Binden Sie ein Windspiel oder ein Glöckchen an die Haustür, damit Sie bemerken, wenn er das Haus verlassen will.
  • Erst wenn Sie alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben, kann es sein, dass Sie zu Zeiten besonderer Unruhe die Haus- oder Wohnungstür verschließen müssen.
  • Informieren Sie alle an der Pflege und Betreuung Beteiligten (beispielsweise Pflegedienste) über die Hinlauftendenz. Auch die Nachbarn sollten Bescheid wissen.
  • Versehen Sie Jacken, Handtasche o. Ä. mit Visitenkarten, auf denen Name, Anschrift und Telefonnummer Ihres Angehörigen stehen.
  • Sie können auch Adressaufnäher herstellen lassen und sie an Kleidungsstücken und Taschen anbringen – falls Ihnen die Visitenkarten zu unsicher sind.

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Verfasst von:

Aktualisiert am: 10.03.2014

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Kategorien: Demenz Symptome

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