Heimkosten

Pflegeheimkosten zahlen

Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird und nicht mehr zu Hause versorgt werden kann, ist ein Pflegeheim oft die beste Alternative. Die Pflegeheimkosten stellen die Familie meist jedoch vor eine große Herausforderung. Welche Kosten wirklich auf Sie zukommen und welche Unterstützung der Pflegebedürftige erhält, erfahren Sie bei Curendo.

Bevor Ihr Angehöriger in ein Pflegeheim überwiesen wird, muss ein medizinischer Dienst feststellen, in welcher Pflegestufe der Pflegebedürftige eingeordnet wird. Die Pflegeheimkosten sind abhängig von der jeweiligen Pflegestufe. Diese unterteilen sich in die Pflegestufen 0 – III.

Pflegeheimkosten nach Pflegestufen gestaffelt

Die Pflegeheimkosten setzen sich zusammen aus den Kosten für Unterkunft und Verpflegung, aus den Kosten für pflegebedingten Aufwand und aus den Investitionskosten. Je nach Pflegeheim und Pflegestufe fallen die Kosten unterschiedlich aus. Grundsätzlich können Sie mit Preisen zwischen 60 und 120 Euro pro Tag rechnen.

  • Pflegestufe 0: ca. 65 Euro pro Tag
  • Pflegestufe I: ca. 85 Euro pro Tag
  • Pflegestufe II: ca. 100 Euro pro Tag
  • Pflegestufe III: ca. 115 Euro pro Tag

Welche Pflegeheimkosten übernimmt die Pflegeversicherung?

Entscheiden Sie sich dazu, Ihren Angehörigen in einem Pflegeheim betreuen zu lassen, dann sollten Sie sich darüber informieren, welche Kosten die Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen trägt. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt je nach Pflegestufe folgende Kosten:

  • Pflegestufe 0: keine Leistung von der Pflegeversicherung
  • Pflegestufe I: 1.023 Euro
  • Pflegestufe II: 1.279 Euro
  • Pflegestufe III: 1.550 Euro
  • Pflegestufe III Härtefall: 1918 Euro

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, Pflegewohngeld zu beantragen. Dieses dient dazu den Pflegebedürftigen zu unterstützen, wenn dessen Einkommen nicht ausreicht, die Pflegeheimkosten zu tragen. Damit diese Bedingung erfüllt ist, darf das Vermögen des Betreffenden nicht 10.000 Euro übersteigen.

Pflegebedürftige der Pflegestufe 0 erhalten kein Pflegewohngeld. Dieses wird nur bewilligt, wenn der Pflegebedürftige mindestens bei Pflegestufe 1 eingegliedert ist und Leistungen der Pflegeversicherung erhält. Zudem muss der Pflegebedürftige in einer vollstationären Dauerpflegeeinrichtung untergebracht sein.

Pflegeheimkosten: Wenn die Angehörigen zahlen müssen

Im Durchschnitt betragen die Pflegeheimkosten mindestens 2.500 Euro pro Monat. Auch wenn es auf den ersten Blick hohe Zuschüsse seitens der Pflegeversicherung gibt, bleibt ein großer Teil der Pflegeheimkosten jedoch erhalten. Diese müssten zunächst von der Rente des Pflegebedürftigen gedeckt werden. Oft reicht dies jedoch nicht aus. Der Rest wird dann von der Sozialhilfe bezogen.

Das Sozialamt wendet sich meist an die Angehörigen des Pflegebedürftigen, um die Kosten rückerstattet zu bekommen. In bestimmten Fällen sind Angehörige für den Unterhalt des Pflegebedürftigen verpflichtet. So wie Eltern ihren Kindern Unterhalt leisten, müssen auch Kinder ihre Eltern im Alter unterstützen. Somit sind Kinder verpflichtet, ihren Eltern entsprechenden Unterhalt zu zahlen und die restlichen Pflegeheimkosten zu übernehmen.

Hierbei wird aber der Mindestselbstbehalt mit einbezogen. Dieser ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.Laut Düsseldorfer Tabelle haben Kinder einen Anspruch auf monatlichen Selbstbehalt von 1.600 Euro. Sollte Ihr Angehöriger in ein Pflegeheim überwiesen werden, sollten Sie sich über die Pflegeheimkosten informieren.

Vergleichen Sie die verschiedenen Pflegeheime hinsichtlich Kosten und Leistungen. Ein Beratungsgespräch, bei dem Sie alle Kostenfaktoren klären können, ist in jedem Fall sinnvoll und empfehlenswert.

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Aktualisiert am: 24.03.2014

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