Die pflegegerechte Wohnung

Was zahlen Pflegekassen für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen?

In manchen Situationen gewähren die Pflegekassen einen Zuschuss beim altersgerechten Umbau einer Wohnung oder einem eigenen Haus. In diesem Beitrag lesen Sie, was solche Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes (Anpassungsmaßnahmen) sind und wann die Pflegekasse dafür einen Zuschuss gewährt.

geld hausFoto: pixabay.com

Nach § 40 SGB XI Absatz 4 können die Pflegekassen subsidiär auch finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen gewähren, beispielsweise für technische Hilfen im Haushalt, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird.

Die Höhe der Zuschüsse ist unter Berücksichtigung der Kosten der Maßnahme sowie eines angemessenen Eigenanteils in Abhängigkeit von dem Einkommen des Pflegebedürftigen zu bemessen.

Wann zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss?

Finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen sind dann möglich, wenn

  • bereits die Pflegeeinstufung erfolgt ist (mindestens Pflegestufe I),
  • eine selbstständige Lebensführung angestrebt wird und
  • durch den altersgerechten Umbau eine Erleichterung der häuslichen Pflege möglich ist.

Für welche Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes zahlt die Pflegekasse?

Die Pflegekasse zahlt einen Zuschuss zu verschiedenen Maßnahmen der Wohnungsanpassung. Einen Zuschuss gibt es für Maßnahmen, die mit wesentlichen Eingriffen in die Bausubstanz verbunden sein können, wie zum Beispiel Türverbreiterungen, fest installierte Rampen und Treppenlifte, aber auch für den pflegegerechten Umbau des Badezimmers.

Außerdem wird der Ein- und Umbau von Mobiliar, das entsprechend den Erfordernissen der Pflegesituation individuell hergestellt oder umgebaut werden muss, unterstützt.

curendo.de-Tipp: Über Zuschüsse sollten Sie mit dem behandelnden Arzt und der Kranken- und Pflegekasse sprechen.

Wichtig: Zuschüsse sind sogar bei einem Umzug in eine geeignete Wohnung möglich. Dazu gehören Umzugskosten, wenn durch den Wechsel von einer Wohnung in eine andere die Pflegesituation verbessert wird.

Was zahlt die Pflegekasse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes (Anpassungsmaßnahmen)?

Unabhängig von der Pflegestufe zahlt die Pflegekasse auf Antrag bis zu 2.557 Euro als Zuschuss für Anpassungsmaßnahmen, die die häusliche Pflege in der Wohnung ermöglichen, erleichtern oder eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederherstellen.

Ziel solcher Maßnahmen ist es insbesondere, eine Überforderung der Pflegekraft zu verhindern. Bei der Bemessung des Zuschusses wird ein Eigenanteil erhoben, der sich nach dem Einkommen der oder des Pflegebedürftigen richtet.

Achtung: Ein Zuschuss zur Wohnungsanpassung kann auch ein zweites Mal gewährt werden, wenn die Pflegesituation sich so verändert hat, dass erneute Maßnahmen nötig werden.

Wo gibt es eine finanzielle Förderung bei der Wohnungsanpassung?

Informationen zu zinsgünstigen Darlehen im Rahmen des Programms “Altersgerecht Umbauen” bietet z. B. die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Im Programm “Altersgerecht Umbauen” fördert die KfW alle Baumaßnahmen, die zu einer Barrierereduzierung führen und eine angenehme Wohnqualität gewährleisten, oder den Kauf frisch umgebauter Wohngebäude. Mit modernen Umrüstungen wohnen Sie komfortabler und fühlen sich unabhängig von körperlichen Einschränkungen in jedem Alter wohl. Das KfW-Darlehen umfasst 100% der förderfähigen Kosten, bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit.

Diese Förderung kommt Ihnen als Eigentümer oder Vermieter zugute. Auch als Mieter können Sie mit Zustimmung Ihres Vermieters umbauen und die Fördermittel nutzen.

Den Antrag stellen Sie, bevor Sie mit dem Umbau beginnen oder kaufen, bei Ihrer Hausbank. Nach Prüfung Ihrer Unterlagen wird das Darlehen ebenfalls durch Ihre Hausbank bereitgestellt.

Über die verschiedenen Fördermöglichkeiten im Bereich Wohnen und Bauen informieren auch die Internetportale Baufoerderer.de und die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) sowie die Förderdatenbank der KfW.

Eine nützliche Broschüre zum Thema “Länger zuhause leben” des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend können Sie sich downloaden.

Verfasst von:

Aktualisiert am: 31.07.2014

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