Die Personenzentrierte Pflege bei Demenz: Helfen Sie dem Demenzkranken, seine Persönlichkeit zu erhalten (Teil 5)
Brigitte Leicher
Mein Name ist Brigitte Leicher. Ich bin Ihre Expertin für Demenz.
Können Sie sich vorstellen, wie es ist, nicht mehr zu wissen, wer Sie sind, was Sie schon alles erlebt und durchlebt haben? Für Menschen mit Demenz ist das Alltag. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie diese Menschen unterstützen können.
Sie vergessen immer mehr Details aus ihrem Leben, bis nur noch Erinnerungen aus frühester Kindheit vorhanden sind. Damit löst sich ihre Identität zunehmend auf. Mit den folgenden Ideen können Sie der demenzkranken Person helfen, ihre Identität möglichst lange zu erhalten.
Demenz: Legen Sie Erinnerungsalben an.
Suchen Sie gemeinsam mit der demenzkranken Person Fotos aus und kleben Sie diese in ein Album. Schreiben Sie folgende Angaben in die Bildunterschrift: Den Namen der abgebildeten Personen, deren Verhältnis zu der demenkranken Person, den Ort, das Datum oder die Jahreszahl und den Anlass des Fotos.
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Demenz: Versuchen Sie zahlreiche Informationen über den früheren Alltag der an Demenz erkrankten Person herauszufinden.
Integrieren Sie Elemente davon in den heutigen Tagesablauf.
Beispiel: Frau Pachel hat immer nach getaner Hausarbeit um 11.00 Uhr eine Tasse Kakao getrunken. Nachdem diese Gewohnheit von den Pflegern aufgegriffen wurde, blieb sie meistens bis zum Mittagessen im Gemeinschaftraum, ohne zwischendurch ruhelos und getrieben umherzulaufen.
Demenz: Registrieren Sie scheinbar sinnlose Handlungen der demenziell veränderten Person als Tätigkeiten aus der Vergangenheit
Beispiel: Frau Sobel hat ihr ganzes Leben lang mit großer Freude Schaufensterbummel gemacht. Wenn sie über den Flur geht, ist erkennbar, dass sie immer überall stehen bleibt und sich die Dinge anschaut. Die Mitarbeiter haben es sich zur Gewohnheit gemacht, regelmäßig bei ihr anzuhalten und sie mit einer Redewendung anzusprechen wie: "Es gibt aber auch immer viel zu sehen."
Demenz: Regen Sie im Alltag möglichst viele Sinne an, um Erinnerungen wachzurufen
Beispiel: Brühen Sie den Kaffee von Hand auf, um Kaffeeduft im Raum zu verbreiten. Dieser Duft erinnert die demenzkranke Person mit Sicherheit schneller daran, was zu tun ist um den Nachmittagskaffee vorzubereiten, als die Information "Wir wollen jetzt Kaffee trinken."
Halten Sie sich immer vor Augen, dass die eigene Vergangenheit auch dann noch eine Bedeutung für die an Demenz erkrankte Person hat, wenn scheinbar viele Informationen in Vergessenheit geraten sind. Sie als Helfer können Sie immer wieder aufleben lassen.
Lesen Sie in der Artikelserie "Die personenzentrierte Pflege bei Demenz"
- Die personenzentrierte Pflege bei Demenz: Im Vordergrund steht die Persönlichkeit (Teil 1)
- Die personenzentrierte Pflege bei Demenz: Die Grundbedürfnisse Liebe und Trost (Teil 2)
- Die personenzentrierte Pflege bei Demenz: Bindung und Gruppenzugehörigkeit (Teil 3)
- Die personenzentrierte Pflege bei Demenz: Beschäftigung macht selbstbewusst (Teil 4)
- Die Personenzentrierte Pflege bei Demenz: Helfen Sie dem Demenzkranken, seine Persönlichkeit zu erhalten (Teil 5)
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