Die besonderen psychischen Belastungen von pflegenden Angehörigen erkennen
Britta Kanacher
Mein Name ist Dr. Britta Kanacher. Ich bín Ihre Expertin für Kommunikation und Altenpflege.
Pflegende Angehörige leben unter spezifischen psychischen Belastungen, auf die nur selten hingewiesen wird. Diese besonderen Belastungen finden sich in dieser Weise kaum in anderen Lebensbereichen. Deshalb sollten Sie die psychischen Belastungen erkennen, damit Sie besser mit ihnen umgehen können.
Was sind die besonderen psychischen Belastungen?
- Die pflegende Tätigkeit orientiert sich vor allem an den Bedürfnissen einer anderen Person. Meist verlangt Pflege die 100%ige Aufmerksamkeit und dies nicht selten über 24 Stunden – hierdurch müssen eigene Bedürfnisse zurückstecken.
- Die pflegende Tätigkeit ist immer wiederkehrend. Tagtäglich müssen ähnliche oder gar gleich verlaufende Tätigkeiten verrichtet werden und dies häufig ohne die Perspektive baldiger Veränderung. Tagesabläufe werden zu täglichen Routinen ohne viel Abwechslung.
- Die Pflegearbeit ist eine Arbeit ohne bevorstehendes Erfolgserlebnis – Krankenpflege hat das Ziel der Heilung, Kindererziehung das Ziel, die Kinder in ihr eigenes Leben zu entlassen - doch welches Ziel hat die Pflege? Es kann der Person selten besser gehen. Meist tritt trotz größten Bemühungen frustrierende Verschlechterung ein. Daneben bergen auch die einzelnen Tätigkeiten meist kein bleibendes Erfolgserlebnis: Saubere Wäsche ist bald wieder zu waschen, zubereitetes Essen wird gegessen usw.
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Die besonderen psychischen Belastungen von pflegenden Angehörigen erkennen
- Die pflegende Arbeit ist nicht nur relativ erfolglos, sondern sie ist vielfach auch ziemlich anerkennungslos. Die viele Arbeit und die an die Grenzen der Leistungsfähigkeit treibende Leistungen werden kaum gesehen. Wirkt eine zu pflegende Person zufrieden und wohlauf, wird dies kaum als Leistung der pflegenden Person wahrgenommen – es gilt als selbstverständlich. Allenfalls wird nach dem potentiellen Versagen des Pflegenden gefahndet, falls die zu pflegende Person niedergeschlagen oder gar ungepflegt wirkt. Die Wahrnehmung in der Pflege scheint eher darauf fokussiert, was nicht getan wurde, denn darauf, was alles geleistet wurde.
- Während nahezu jede/r erwerbstätige Arbeitnehmer/in den eigenen Arbeitsplatz am Ende des Arbeitstages verlassen kann, lebt eine pflegende Person häufig bei ihrer pflegenden Person oder diese lebt mit in der eigenen Wohnung. Somit lebt eine pflegende Person in ihrem Arbeitsplatz.
All diese besonderen Umstände der Pflege führen zu besonderen psychischen Belastungen, die wahrgenommen und berücksichtigt werden sollten. Bedenken Sie Ihre Pflegesituation hinsichtlich Ihrer psychischen Belastungen und versuchen Sie hiermit bewusst umzugehen.
Hilfe zum Umgang mit den psychischen Belastungen in der Pflege finden Sie in folgenden Artikeln:
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