Stresstagebuch anlegen und auswerten
Mit einem Stresstagebuch erkennen Sie Ihre eigenen Stresssituationen und können konstruktiv damit umgehen. Besonders bei der häuslichen Pflege gibt es viele Stressfaktoren, die Ihren Alltag kompliziert machen. So können Sie Ihnen beikommen.
Stresstagebuch anlegen
In Ihr Stresstagebuch sollten Sie nicht nur starke Stresssituationen eintragen, sondern auch kleine stressige Begebenheiten. Nicht nur ein großer Streit beeinflusst sie, auch der kleine Ärger wirkt nach. Für eine genaue Bestandaufnahme ist alles wichtig, denn nur, wenn Sie Ihre persönlichen Stressfaktoren kennen, können Sie gezielte Maßnahmen zum Stressabbau einleiten. Beobachten Sie sich für Ihr Stresstagebuch etwa zwei bis drei Wochen selbst, und notieren Sie Stresssituationen. Führen Sie Ihr Stresstagebuch nicht am Computer, sondern auf Papier, damit Sie es bei sich führen und schnell Einträge machen können.
Sie benötigen für Ihr Stresstagebuch eine Tabelle mit vier Spalten. Am besten geeignet ist ein DIN A 4-Blatt im Querformat, damit Sie genügend Platz für Ihre Einträge haben. Beschriften Sie die Spalten mit:
- Stressauslöser,
- Uhrzeit,
- Ihrer Stressreaktion und
- der Stärke der Stresssituation (von 1 bis 3).
Muster für ein Stresstagebuch
| Stressauslöser | Uhrzeit | Stressreaktion | Stärke (1-3) |
| fünfmal die gleiche Frage beantworten | 8.00 - 8.10 | schlechte Laune, Ärger | 1 |
| Streit mit meinem Angehörigen | 10.15 - 10.40 | Aggressivität, Wut | 3 |
| ... |
Stresstagebuch auswerten und Stress abbauen
Um Stressfaktoren zu bekämpfen sollten Sie sich nicht alles gleichzeitig vornehmen. Widmen Sie sich über einen Zeitraum von vier Wochen verschiedenen Stressfaktoren. Wählen Sie aus Ihrem Stresstagebuch gründlich aus, zum Beispiel:
- 2- 4 geringfügige Stresssituationen der Stärke 1 und
- 1 -2 starke Stressfaktoren der Stärke 3
Befassen Sie sich damit. Bei Stressfaktoren der Stärke 1 werden Sie schnell Erfolg bei der Stressbeseitigung haben. Das hilft Ihnen, die stärkeren Stressfaktoren anzugehen.
Stressfaktoren der Stärke 2 sollten Sie erst beim zweiten Durchgang auswählen, je nachdem, ob Sie sie noch als stärker belastend empfinden. Wenn sich Ihre Gefühle zu bestimmten Situationen verändert haben, sollten Sie sie neu bewerten. Kümmern Sie sich hauptsächlich um die Stressfaktoren, die Sie stark belasten.
Machen Sie zu jedem Punkt Notizen, was Sie kurz-, mittel- und langfristig verändern wollen um die Stressbelastung zu senken. Diese Planung hilft Ihnen, den Stressabbau langfristig durchzuführen.
Das Stresstagebuch kann Ihnen auch helfen, bevor Sie in einer anhaltenden Stresssituation sind. Wenn Sie es regelmäßig führen, kann es helfen, starke Belastungssituationen zu vermeiden, da Sie einzelne Stressfaktoren (und daher Gefahrenquellen) frühzeitig erkennen und ihnen gegensteuern können.
Lesen Sie in der Artikelserie "Stresstagebuch"
- Stresstagebuch: Tipp für pflegende Angehörige
- Stresstagebuch anlegen und auswerten
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