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6 Tipps zum Ausfüllen des Pflegetagebuchs

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Wenn Sie nach einer Pflegeeinstufung einen Widerspruch einlegen, weil Sie mit der Pflegestufe nicht zufrieden sind, bittet Ihre Pflegekasse Sie, ein Pflegetagebuch zu führen. Das Pflegetagebuch soll dem Gutachter helfen zu ermitteln, ob die erfolgte Pflegeeinstufung oder eine andere Bewertung angemessen ist. Das Pflegetagebuch auszufüllen macht vielen pflegenden Angehörigen Probleme. Erfahren Sie, wie Sie die häufigsten Fehler vermeiden.

Als Laie können Sie gar nicht wissen, worauf genau es bei der Einstufung ankommt. Dadurch passieren pflegenden Angehörigen vor allem folgende Fehler recht häufig. Sie:

  • legen als Pflegeperson Ihren Argumentationsschwerpunkt bzgl. des Hilfebedarfs auf hauswirtschaftliche Verrichtungen.
  • vergessen, besonders die kleinen Hilfestellungen, wie das erstmalige Öffnen einer Flasche oder das Nachgießen von Getränken zu erwähnen.
  • nennen keine Gründe, die Ihre Hilfestellung verlängern, wie etwa Schwerhörigkeit des Pflegebedürftigen oder ein starkes Übergewicht. Auch enge Badezimmer gehören dazu.
  • erwähnen nicht, dass wiederholte Aufforderungen und die Motivation des Pflegebedürftigen zum Essen oder zum Trinken notwendig sind.
  • denken nicht daran, dass, nachdem der Pflegebdürftige selbstständig zur Toilette gegangen ist, das Richten der Bekleidung notwendig ist.
  • bemerken Ihre Hilfestellungen beim Aufstehen aus dem Sessel, um z. B. zur Toilette oder zum Essen zu gehen, gar nicht mehr und benennen sie deshalb auch nicht.
  • empfinden das Händewaschen vor oder nach dem Essen von Haupt- und Zwischenmahlzeiten als so selbstverständlich, dass Sie es ebenfalls nicht als Hilfebedarf, der Einfluss auf die Pflegestufe hat, angeben.

Wenn Sie sich in der obigen Aufzählung wiedererkennen, dann sollten Sie die nachfolgenden 6 Tipps beachten:

  1. Tipp: Hauswirtschaftliche Hilfen sind nicht so wichtig.
    Verzichten Sie darauf, die hauswirtschaftlichen Hilfestellungen , z. B. kochen, spülen, Wäsche waschen, ausgibig zu beschreiben. Sie spielen bei der Pflegeeinstufung eine unwesentliche Rolle. Das ist also vergebene Liebesmüh.
  2. Tipp: Denken Sie auch an die "Kleinigkeiten".
    Achten Sie ganz besonders auf die kleinen, ganz alltäglichen Hilfestellungen, wie z. B. das Einschenken von Getränken und die Bereitstellung von Zwischenmahlzeiten wie etwa klein geschnittenes Obst.
  3. Tipp: Erwähnen Sie individuelle Pflegeerschwernisse.
    Wenn der Pflegebedürftige sturzgefährdet ist, hohes Übergewicht hat, stark schwerhörig ist, eines seiner großen Gelenke – das sind Schultern, Hüftgelenk und Knie- steif ist oder die räumlichen Verhältnisse eng sind, können diese Faktoren im Zusammenhang mit den sogenannten "Verrichtungen des täglichen Lebens" Pflegeerschwernisse sein, die die Pflegedauer verlängern.
  4. Tipp: Benennen Sie Kompressionsstrümpfe, Einreibungen und mehr.
    Müssen auch behandlungspflegerische Maßnahmen im Zusammenhang mit der Grundpflege durchgeführt werden, damit die Pflege überhaupt durchgeführt werden kann – wie etwa die Verabreichung von Schmerzmedikamenten oder das Anziehen von Kompressionsstrümpfen der Klasse 2, Wickel oder Einreibungen – sind diese Hilfen als Pflegeerschwernisse zu bewerten, die die Pflegedauer verlängern.
  5. Tipp: Beteiligen Sie Ihren Angehörigen an den Verrichtungen.
    Vermeiden Sie es auf jeden Fall zu behaupten, dass der Pflegebedürftige gar nichts mehr kann und Sie alles "machen müssen"! Sagen Sie, dass Sie den Pflegebedürftigen soweit es geht erst einmal selbst die Verrichtungen durchführen lassen und erst dann die Vollendung oder Teile der Pflege übernehmen. – Das nennt sich aktivierende Pflege und dauert länger, als wenn Sie gleich alles selbst machen.
  6. Tipp: Erwähnen Sie auch die nicht täglich anfallenden Hilfen.
    Vergessen Sie keinesfalls, Hilfen zu erwähnen, die Sie nicht täglich erbringen, wie etwa beim Frauenbart, der zwar regelmäßig, aber nicht unbedingt täglich rasiert werden muss. Diese Hilfen müssen dann vom Gutachter auf eine tägliche Pflegezeit umgerechnet werden.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 09.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Pflegestufen

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