OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Alternativen zum Harnröhrenkatheter

Nutzen Sie Ihren Anspruch auf kostenfreie Pflegehilfsmittel. Wir unterstützen Sie im gesamten Prozess. Schnell & unbürokratisch. Versandkostenfrei. Komplettservice. Direkt nach Hause. Jetzt informieren

Der transurethrale Harnröhrenkatheter erscheint bei erhöhter Pflegebedürftigkeit gepaart mit Bettlägerigkeit und Inkontinenz wegen einer drohenden Dekubitusgefahr oft als letzte Lösung. Damit ergeben sich neue Probleme und Nachteile. Aber es gibt Alternativen.

Noch immer und leider sehr oft wird bei inkontinenten Menschen zusammen mit dem Hausarzt nach der „altbewährten“ Dauerkatheterlösung gesucht. Aber es gibt angesichts vielfältiger Alternativen kaum eine Indikation für einen sogenannten (transurethralen) Dauerkatheter durch die Harnröhre.

Manchmal bringen ältere Menschen einen Harnröhrenkatheter aus einem Krankenhausaufenthalt mit. Wegen des erhöhten Pflegebedarfs belassen die Pflegekräfte diesen dann aus Unwissenheit und manchmal auch aus Bequemlichkeit. Damit sind aber viele Gefahren für den Bewohnerpatienten verbunden, die auf den ersten Blick für die Außenstehenden und Pflegenden kaum oder gar nicht zu erkennen sind.

Die Harnröhre ist der längste Tunnel der Welt

Beim Legen eines Harnröhrenkatheters weiß man nicht, wo man ankommt und wo das Ende ist. Lediglich im Zusammenhang mit akuten Fällen wie Harnverhalt aufgrund diagnostischer Maßnahmen oder im Zuge operativer Eingriffe ist ein Katheter für eine begrenzte Zeit von ein paar Tagen bis maximal zwei Wochen tolerierbar.

Dazu werden in der Regel Latexkatheter verwendet. Diese führen schneller zu Keimbesiedelungen als Silikonkatheter und haben darüber hinaus eine cytotoxische Wirkung. Der Latexkatheter sollte daher so schnell wie möglich wieder gezogen werden. Spätestens nach 48 Stunden ist von einer Keimbesiedelung der Harnröhre und der Harnblase im Verlauf der Schleimstraße zwischen Harnröhreninnenwand und Katheteraußenwand auszugehen. Hier schlummern vielfältige Gefahren:

  • Infektionen im gesamten Urogenitalbereich
  • Verletzungen durch den Katheter beim Legen oder durch das Ziehen des geblockten Katheters durch den Patienten oder im Zuge pflegerischer Aktivitäten

Bei längerer Liegedauer eines Harnröhrenkatheters

  • Abbau der Blasenmuskulatur („Schrumpfblase“) mit zunehmender Abnahme des tolerierbaren Fassungsvermögens der Blase
  • Verlernen der Eigenkontrolle über den Miktionsvorgang und das adäquate Empfinden der Blasenfüllung

Geschlechtliche Aktivitäten im Sinne des Erlebens von sexueller Lust sind nahezu unmöglich oder zumindest stark limitiert. Dieser Aspekt wird in dem Zusammenhang mit den unnötig langen Liegezeiten leider oft verdrängt oder ausgeblendet.

Ist eine längere Verweildauer des Katheters durch die Harnröhre aus medizinischen Gründen unumgänglich, sollte in jedem Fall ein Silikonkatheter verwendet werden. Genaue Beobachtung auf Entzündungszeichen und Infektionen ist angezeigt und in der Regel sollte ein Katheterwechsel etwa nach spätestens sechs Wochen vorgenommen werden.

Alternative 1 zum Harnröhrenkatheter: Der suprapubische Bauchdeckenkatheter

Der (suprapubische) Bauchdeckenkatheter stellt eine sehr gute Alternative dar, wenn eine länger dauernde Harnableitung medizinisch indiziert ist. Allerdings ist ein kleiner operativer Eingriff nötig. Die Vorteile:

  • eine deutlich geringere Gefahr für Harnwegsinfektionen
  • das normale, natürliche Wasserlassen (Miktion) bleibt möglich
  • ein Wiedereinüben des normalen Miktionsvorgangs kann problemlos erfolgen
  • er kann daher auch relativ problemlos abgeklemmt oder abgestöpselt werden
  • sexuelle Aktivitäten sind möglich

Alternative 2 zum Harnröhrenkatheter: Ableitung beim Mann

Bei Männern kann speziell bei motorischen Defiziten erwogen werden, eine Harnableitung zeitweise, zum Beispiel über Nacht, mittels Kondom-Urinal zu versuchen. Damit dies erfolgreich sein kann, sind die besonderen Gegebenheiten zu prüfen. Nicht jedes Produkt ist gleichermaßen geeignet und bei Hautirritationen sollte nach weiteren Lösungen gesucht werden.

Alternative 3 zum Harnröhrenkatheter: Ressourcen nutzen

Im Sinne einer gewissen Betriebsblindheit wird manchmal auch vergessen, die Ressourcen des von Inkontinenz Betroffenen anzuschauen. Ist er kognitiv und motorisch in der Lage, beispielsweise mittels eines Weckers und unter Zuhilfenahme einer Urinflasche oder eines Toilettenstuhls, das Wasserlassen selbstständig zu steuern? Miteinander reden und ausprobieren!

Alternative 4 zum Harnröhrenkatheter: Aufsagende Materialien

Mittlerweile sind die Produkte von Firmen, die aufsaugende Inkontinenzmaterialien anbieten, derartig hochwertig, dass sie die früheren Einwände wegen mangelhafter Saugleistung, Auslaufen, Geruchsbelästigung und Hautirritation fast völlig entkräften können. So wird die Feuchtigkeit in den bis mehrere Liter fassenden Produkten in ein geruchsbindendes Gel umgewandelt, sodass ein Feuchtwerden der Haut auf ein Minimum reduziert ist.

Wir klären Sie auf, was im Pflegefall zu tun ist! Jetzt informieren!

Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 08.07.2015 aktualisiert.

Kategorien: Harninkontinenz

Kostenlose Pflegehilfsmittel

Nutzen Sie Ihren Anspruch auf kostenfreie Pflegehilfsmittel. Wir unterstützen Sie im gesamten Prozess. Schnell & unbürokratisch. Versandkostenfrei.
Jetzt informieren

Pflege-Newsletter

– 100 % kostenlos
– jederzeit kündbar
– keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte

Schulungen für Pflegende

Informieren Sie sich hier über die Inhalte der Online-Pflegekurse für die Pflege Angehöriger. Jetzt informieren

Unabhängige Pflegeberatung

Unsere Experten beantworten Ihnen alle Fragen rund um das Thema Pflege und die Pflegeversicherung.
Zur Pflegeberatung

Fachbegriffe erklärt

Das Glossar erläutert alle wichtigen Fachbegriffe zur Pflege auf einfache und verständliche Art. Zum Glossar

OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.