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Altersdepression: neuen Mut schöpfen

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Jeder Fünfte über 60 leidet an einer Depression, der häufigsten seelischen Erkrankung. Dabei ist eine Altersdepression keine unvermeidbare Begleiterscheinung des Alterns. Auch beim älteren Menschen kann diese sehr erfolgreich behandelt werden. Lesen Sie hier, welche Behandlungsmethoden es gibt und wie auch Sie Ihren Angehörigen unterstützen können, das „schwarze Loch“ zu überwinden.

Haben Sie den Eindruck, dass diese auf Ihren Angehörigen zutreffen, sprechen Sie Ihren Angehörigen vorsichtig und feinfühlig darauf an. Häufig erleichtert es Betroffene, über die eigene Verfassung reden zu können. Von alleine würde er es vielleicht nicht wagen, von seinem persönlichen Tief zu erzählen. Wichtig ist, dass diese Erkrankung ernstgenommen und akzeptiert wird. Erst dann ist eine erfolgreiche Behandlung möglich. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Angehörigen einen Arzt, dem Ihr Angehöriger vertraut.

Medikamentöse Behandlung

Bei einer Altersdepression sind häufig bestimmte Botenstoffe in zu geringer Menge vorhanden. Diese werden für die Informationsübertragung zwischen Nervenzellen im Gehirn benötigt. Es handelt sich dabei um Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Diese können medikamentös ersetzt werden. Diese Medikamente nennen sich Antidepessiva oder auch Stimmungsaufheller.

Gerade beim älteren Menschen muss das Medikament sehr gut ausgewählt werden. Häufig bestehen mehrere Erkrankungen und es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Beeinflussung der anderen Erkrankungen kommen.

Der Wirkungseintritt der Tabletten kann 2 bis 6 Wochen dauern. Es ist wichtig, dass die Medikamente regelmäßig eingenommen werden. Sie und Ihr Angehöriger benötigten Geduld. Eine Altersdepression ist sehr gut behandelbar, die Medikamenteneinnahme muss konsequent erfolgen. Wichtig ist, dass Sie dem behandelnden Arzt die Symptome möglichst genau schildern, damit er das richtige Medikament auswählen kann.

Nebenwirkungen von Medikamenten

Mögliche Nebenwirkungen zu Beginn der Behandlung können sein Gewichtszunahme, Blutzuckererhöhung, Mundtrockenheit, Blutdruckabfall, morgendliche Übelkeit oder eine vorübergehende innere Unruhe. Die meisten der unangenehmen Begleiterscheinungen verfliegen nach den ersten Wochen. Die neueren Medikamente sind sehr gut verträglich und haben wenig Nebenwirkungen. Sie sollten den behandelnden Arzt darüber informieren und keinesfalls die Medikamente eigenmächtig vorzeitig absetzen.

Psychotherapie

Je nach Ursache der Depression beim älteren Menschen kann auch eine Psychotherapie hilfreich sein. Dabei geht es darum, eine neue Sichtweise zu gewinnen, von unrealistischen Erwartungen Abstand zu nehmen und wieder die Fähigkeit zu erlangen, Lebensprobleme zu bewältigen. Häufig wird auch eine Soziotherapie angewandt. Diese kann in Form von Gruppensitzungen oder Beschäftigungstherapie erfolgen. Dabei soll eine realistische und gesunde Sicht für das Leben erlernt und vermittelt werden.

… und was man sonst noch tun kann

Wichtig ist ein geregelter Tagesablauf. Es unterstützt das seelische Gleichgewicht, wenn der Tag aus festen Fixpunkten besteht. Achten Sie auf die Einhaltung regelmäßiger Mahlzeiten, fester Tätigkeiten und Rituale.

Bewegung und Licht können wahre Wunder wirken. Motivieren und begleiten Sie Ihren Angehörigen zu kleinen Spaziergängen. Wenn das Laufen schwerfällt, kann auch eine Spazierfahrt im Auto sehr wohltuend sein. "Hauptsache mal raus!" Bei der Winterdepression wird häufig eine Lichttherapie eingesetzt. Echtes Sonnenlicht ist ein einfaches, aber hochwirksames Mittel gegen Altersdepressionen.

Regen Sie Ihren Angehörigen an, über andere Dinge nachzudenken. Versuchen Sie, an frühere Interessen anzuknüpfen. Hat Ihr Angehöriger sich für die "alten Römer" oder besondere Koch- oder Backrezepte interessiert? Besorgen Sie mal ein Buch darüber oder backen Sie gemeinsam einen Kuchen nach einem alten Rezept. Örtliche Bibliotheken sind wahre Goldgruben. Vielleicht tut Ihnen selbst ein Besuch in der Bücherei auch gut und bringt Sie auf neue Gedanken oder Ideen.

Auch ein Tier kann eine große Hilfe sein. Ein kleiner Vogel oder eine Katze kann viel Freude machen und über Einsamkeit hinweghelfen. Außerdem stellt die Versorgung eine Aufgabe dar, die hilft, den Tag zu strukturieren.

Gibt es Seniorengruppen oder -veranstaltungen in Ihrer Nähe? Auch dies holt aus der Isolation und regt zu neuen Gedanken an. Örtliche Kirchengemeinden haben häufig Besuchsdienste, die ältere Menschen zu Hause besuchen. Fragen Sie beim Pastor oder der Gemeindeschwester nach.

Eine Depression im Alter ist eine unangenehme, ernstzunehmende aber gut behandelbare seelische Erkrankung. Man muss sich nicht damit abfinden, dass im Alter Trauer, Tränen und Frustration zur Grundhaltung werden.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 22.07.2014 aktualisiert.

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Kategorien: Krankheiten

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