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Alterssuizid: Anzeichen erkennen und den Selbstmord verhindern

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Die Suizidgefahr nimmt mit dem Alter zu, Senioren sind besonders stark betroffen. Oft sind befürchtete oder reale Krankheiten und daraus folgende Selbstaufgabe Auslöser für einen Suizid. Wie können Sie erkennen, ob Ihr Angehöriger Alterssuizid begehen möchte und wie können Sie mit ihm darüber sprechen?

Hauptursachen für einen Alterssuizid

Es gibt drei Hauptursachen für Alterssuizid. Am häufigsten sind körperliche Erkrankungen und anhaltende Schmerzen die Ursachen, die sich nicht mehr bessern lassen. An zweiter Stelle stehen psychische Erkrankungen wie Depressionen oder sogenannte Anpassungsstörungen, unter denen ein Viertel der über 65-Jährigen leiden.

Mit dem Alter verlieren Ihre Angehörigen an Attraktivität und Einfluss, den sie früher innehatten. Als drittes gibt es Beziehungsprobleme als Ursache: Der Tod des Partners, zunehmende Vereinsamung, Desinteresse von engen Verwandten und Angst vor einer Pflegebedürftigkeit. Auch wirtschaftliche Not kann ein Auslöser sein.

Drei Stadien bis zum Alterssuizid

Wenn Ihr Angehöriger selbstmordgefährdet ist, wird er zuerst den Suizid erwägen. In einem zweiten Schritt wird Ihr Angehöriger abwägen zwischen dem Gedanken an den Suizid und dem Wunsch zu leben. Im dritten Stadium ist der Entschluss zum Suizid gefasst und der Selbstmord wird konkret vorbereitet. Unter Umständen wird Ihr Angehöriger seinen Wunsch indirekt ankündigen und schließlich durchführen.

Warnzeichen bei Alterssuizid

Nur in wenigen Fällen ist Selbstmord ein spontaner Entschluss. Meist werden Sie Warnzeichen wahrnehmen können in den Tagen und Stunden vor der geplanten Tat. Ihr Angehöriger wird möglicherweise Sätze äußern wie "Ich kann einfach nicht mehr", "Alles macht keinen Sinn mehr" oder "Ich glaube, ich mache dem ein Ende".

Möglicherweise verhält er sich deprimiert oder verschlossen und zeigt unter Umständen leichtsinniges Verhalten. Vielleicht zeigt Ihr Angehöriger den Wunsch, Dinge in Ordnung zu bringen und zum Beispiel Wertsachen zu verschenken. Wenn Ihr Angehöriger auffällige Veränderungen in Verhalten, Einstellungen oder Aussehen zeigt, sollten Sie aufmerksam werden. Ebenso bei Medikamenten- und Alkoholmissbrauch.

Auch wenn Ihr Angehöriger zunehmend weint, impulsiv ist oder selbstzerstörerische Tendenzen zeigt, sollten Sie beunruhigt sein. Körperlich-psychische Störungen wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Veränderungen im Gewicht sind keine Seltenheit bei Selbstmordgefährdung. Auch Langeweile und Antriebslosigkeit können darauf hindeuten, dass Ihr Angehöriger gefährdet ist. Seien Sie aufmerksam, wenn Ihr Angehöriger nach einer depressiven Phase plötzlich wieder positiv gestimmt ist.

Wie Sie mit den Warnzeichen bei Alterssuizid umgehen sollten

Hinterfragen Sie die Selbstmord-Gedanken Ihres Angehörigen und nehmen Sie seine Drohungen ernst. Achten Sie besonders auf Äußerungen der Hoffnungslosigkeit. Beobachten Sie Ihren Angehörigen genau. Wenn möglich, ziehen Sie andere Familienmitglieder und Freunde Ihres Angehörigen hinzu.

Informieren Sie den Arzt, um eventuell Medikamente gegen Depressionen zu erhalten. Versuchen Sie eine intensive Betreuung durch den Therapeuten und/oder das Pflegepersonal zu erreichen. Achten Sie darauf, dass Ihr Angehöriger keine Medikamente in solchen Mengen besitzt, dass ein Suizid möglich ist.

Wenn Sie eine Selbstmord-Gefahr vermuten, seien Sie Unfällen gegenüber, die Selbstmordversuche sein könnten, misstrauisch. Machen Sie nicht den Fehler, hinter einem gescheiterten Selbstmordversuch mit Medikamenten zu vermuten, dass Ihr Angehöriger nicht wirklich vorhatte, sich das Leben zu nehmen.

Hören Sie Ihrem Angehörigen zu

Hören Sie bei einem Verdacht auf Suizid Ihrem Angehörigen erst einmal in Ruhe zu. Wechseln Sie nicht das Thema, bemitleiden Sie aber auch nicht. Fragen Sie Ihren Angehörigen nicht aus, sondern lassen Sie erzählen. Spenden Sie ihm ungeteilte Aufmerksamkeit und vermeiden Sie Ratschläge oder Meinungen. An dieser Stelle brauchen Sie keine Antworten oder Lösungen zu finden.

Hören Sie nicht nur auf die Fakten, die Ihnen erzählt werden, sondern auch auf die darunterliegenden Gefühle. Versuchen Sie sich in die Perspektive Ihres Angehörigen hineinzuversetzen. Respektieren Sie seinen Standpunkt und seine Gefühle und behandeln Sie diese streng vertraulich.

Vermitteln Sie, dass Ihnen Ihr Angehöriger und seine Ängste nicht gleichgültig sind. Vermeiden Sie Floskeln wie "Kopf hoch" oder "Alles wird schon wieder gut werden". Bieten Sie sich Ihrem Angehörigen als Ansprechpartner für Sorgen und Ängste an.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 17.03.2014 aktualisiert.

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