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Bewegungsdrang bei Demenz

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Ein unablässiger Bewegungsdrang, das ständige Bedürfnis zu laufen, ist das Problem von manchen Menschen mit Demenz. Wo sind die Ursachen? Wie kann man damit umgehen?

Ursachen für den Bewegungsdrang bei Demenz
Manche Demenzkranke laufen unablässig die Gänge entlang, erkunden die verschieden Zimmer oder sie suchen das Freie auf. Dies kann recht unterschiedliche Ursachen haben:

  1. Verunsicherung
    Das Umherwandern ist ein Ausdruck dieser Verunsicherung, zumal dies sprachlich nicht mehr gelingt.
  2. Hinlaufen
    Der Bewegungsdrang ist als Suche nach Geborgenheit zu verstehen, oftmals nach dem kindlichen Heim.
  3. Weglaufen
    Der Demenzkranke will weglaufen, weil er sich unwohl fühlt (z. B. nach einem Umzug ins Heim) und in der für ihn neuen Umgebung Angst hat.
  4. Gestörter Tag-Nacht-Rhythmus
    Die Verwirrtheit führt dazu, dass sich der Demenz-Kranke in einer anderen Zeit, sei es z. B. in der Jugendzeit oder auch am Tage statt in der Nacht, wähnt. Die damit verbundenen Pflichtgefühle oder Sehnsüchte führen dann zum Bewegungsdrang.
  5. Medikamente
    Manche Medikamente können als Nebenwirkung oder entgegen der erwarteten beruhigenden Wirkung zum Gegenteil führen und Bewegungsdrang auslösen.

Die Pflegeverantwortlichen müssen sich im Einzelfall fragen, ob der Bewegungsdrang Ursachen hat, welche behebbar sind und ob der Laufdrang ein Ausmaß angenommen hat, das dem Demenzkranken selber schadet oder für andere unzumutbar ist.

Oftmals wird man die Ursachen dadurch herausfinden können, dass man überlegt, ob es einen zeitlichen Zusammenhang zwischen (verstärktem) Bewegungsdrang und bestimmten räumlichen, personellen oder medikamentösen Änderungen gibt. Manchmal wird man ohne eindeutige Erklärung den Laufdrang als Symptom der Demenz-Krankheit akzeptieren müssen.

Was kann man gegen den Bewegungsdrang bei Demenz tun
Dieses Akzeptieren des Bewegungsdrangs kann als Konsequenz in zwei gegensätzlichen Extremen münden: Entweder das Wohnumfeld lässt sich so gestalten, dass der Laufdrang ohne besondere Gefahr "ausgelebt" werden kann oder das Laufbedürfnis wird unterdrückt.

Als äußerste Notmaßnahme kann dies "Fixierung" bedeuten. Es bedarf keiner besonderen Begründung, dass das zwangsweise Unterdrücken eines vorhandenen Bedürfnisses nicht nur die Menschenwürde tangiert, sondern der Lebensqualität des Menschen mit Demenz mindert und häufig zu Aggressionen führen wird.

Trotz dieser Einsicht kann es zu der Situation kommen, dass die Verantwortlichen für die Pflegebedürftigen dies als Maßnahme ergreifen müssen. Hierfür bedarf es aber einer richterlichen Anordnung, da so ein Freiheitsentzug nur bei schwerwiegenden Gründen möglich ist. Meist jedoch lässt sich durch einen Mix an Einzelmaßnahmen, die notwendige Sicherheit erreichen, ohne die Lebensqualität unnötig einzuschränken.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.03.2014 aktualisiert.

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Kategorien: Demenz Symptome

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