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Bewegungstraining bei paVK – worauf müssen Sie achten?

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Etwa 20% der Menschen über 70 Jahre in Deutschland leiden an der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit paVK. Dies ist eine Erkrankung der Arterien, bei der sich diese immer weiter verengen. Die Durchblutung verschlechtert sich. Wird diese im frühen Stadium diagnostiziert, ist das Gehtraining eine der wichtigsten Therapiemöglichkeiten. Lesen Sie hier, worauf Sie dabei achten sollten.

Bei einer paVk verengen sich die Arterien in den Beinen oder Armen durch Ablagerungen. Ursache ist zu 90% eine Arteriosklerose. Diese Erkrankung ist in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt, Stadium I – IV. Im Stadium I oder II leiden Betroffene häufig unter Schmerzen beim Laufen in den Waden, Füßen oder Gesäß. Die schmerzfreie Gehstrecke ist verkürzt, es müssen Gehpausen eingelegt werden, damit die Schmerzen nachlassen. Dies wird verursacht durch eine Ischämie, eine Sauerstoffunterversorgung des Gewebes, das von der Arterie versorgt wird.

In den frühen Stadien kommt es darauf an, die Durchblutung zu verbessern, indem Kollateralen gebildet bzw. gestärkt werden. Dies sind Umgehungskreisläufe durch die umgebenden Arterien um die verengten Gefäße herum. Die umliegenden Blutbahnen werden trainiert und übernehmen die Durchblutung des Gewebes, das von dem verengten Gefäß versorgt wurde.

Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und die schmerzfreie Gehstrecke zu verlängern. Die Basistherapie besteht aus Gymnastik und regelmäßigem Gehtraining. Mit der Zeit werden Sie merken, wie sich Ihre Mobilität verbessert und die Schmerzen beim Laufen abnehmen.

Folgende 10 Grundregeln sollten Sie beachten, damit Sie den bestmöglichen Effekt erzielen

1. Sprechen Sie Ihr Training mit dem behandelnden Arzt ab!
Das Bewegungstraining eignet sich als Therapie für die frühen Stadien. Bestehen bereits Ruheschmerz oder Gewebeschäden, kommt es nicht mehr in Frage.

2. Beginnen Sie langsam, aber beständig!
Das Gehtraining ist nur dann erfolgreich, wenn Sie es konsequent durchführen. Überfordern Sie sich nicht, aber planen Sie täglich etwa ein bis 2 Stunden dafür ein. Das mag zunächst vielleicht viel erscheinen, es kann Sie aber vor gravierenden Folgeschäden bis hin zur Amputation bewahren.

3. Finden Sie Ihr individuelles Programm!
Die Länge der Strecke, die Sie laufen, die Dauer und die Geschwindigkeit legen Sie selbst fest. Die Anforderungen müssen der persönlichen Leistungsfähigkeit angepasst werden. Mit der Zeit werden Sie merken, dass Sie die Intensität steigern können.

4. Führen Sie ein Intervalltraining durch!
Gehen Sie so lange, wie Sie schmerzfrei laufen können. Laufen Sie nicht in den Schmerz hinein, sondern legen Sie eine Pause ein, bevor die Schmerzen einsetzten. Ruhen Sie sich kurz aus, damit die Durchblutung sich verbessern kann. Gehen Sie erst weiter, wenn Sie schmerzfrei sind.

5. Nutzen Sie jede Gelegenheit zur Bewegung im Alltag!
Benutzen Sie die Treppe an Stelle von Aufzug oder Rolltreppe. Lassen Sie das Auto öfter mal stehen und gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad zum Bäcker oder zur Post. Radfahren oder Treppensteigen eignen sich sehr gut, um die Blutgefäße zu trainieren, ebenso Schwimmen und Tanzen.

6. Suchen Sie sich die Sportart aus, die Ihnen Spaß macht!
Bei paVK muss regelmäßiges Bewegungstraining Bestandteil des Alltags werden und bleiben, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Wenn Sie keine Freude dabei haben, werden Sie mit Widerwillen trainieren und vermutlich Gelegenheiten suchen und finden, Ihr Trainingsprogramm ausfallen zu lassen.

7. Laufen Sie auf weichem Boden, dies schont die Gelenke!
Ein Spaziergang durch den Park oder Wald auf weichem Boden ist weniger ermüdend als eine Tour durch die Innenstadt, wo Sie auf Asphalt oder Pflastersteinen laufen.

8. Achten Sie auf gutes Schuhwerk!
Menschen mit paVK benötigen Schuhe, die bequem und ausreichend weit sind. Häufig bestehen Sensibilitätsstörungen, sodass Sie nicht bemerken, wenn der Schuh drückt und Sie sich Blasen laufen. Testen Sie neue Schuhe zu Hause und kontrollieren Sie die Füße auf Druckstellen.

9. Führen Sie mehrmals täglich leichte Gymnastikübungen durch!
Regelmäßige einfache Übungen trainieren und lockern die Muskulatur und fördern die Durchblutung. Führen Sie diese drei bis vier Mal täglich durch. Ohne Aufwand können Sie folgende Übungen in Ihren Alltag einbauen.

Zehenstand: Stellen Sie sich mit hüftbreit gespreizten Beinen bequem hin, verteilen Sie Ihr Gewicht gleichmäßig auf beide Füße. Heben Sie langsam die Fersen vom Boden, bis Sie auf den Vorfußballen stehen. Senken Sie die Fersen wieder langsam ab. Ein leichtes Ziehen in den Waden ist ein Zeichen für die Dehnung der Muskulatur. (3-4 Wiederholungen)

Schrittstellung: Stellen Sie sich in Schrittstellung bequem hin. Beide Fußspitzen zeigen nach vorne, die Beine sind gestreckt. Beugen Sie das hintere Knie leicht nach vorn, die Fersen bleiben am Boden. (5-10 Wiederholungen)

Lockerungsübung: Schwingen Sie die Beine etwa eine Minute lang abwechselnd leicht vor und zurück.

10. Trainieren Sie bei jedem Wetter!

Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung. Statten Sie sich entsprechend aus. Wenn Sie gar keine Lust haben, bei Regen vor die Tür zu gehen, schaffen Sie sich einen Heimtrainer an. Regelmäßigkeit ist die Grundlage für den Erfolg Ihres Trainings.

Ein letzter Tipp: Schließen Sie sich einer Gefäßsportgruppe an. Dort führen Sie unter fachlicher Anleitung gezielt Bewegungstraining und Gymnastik durch und können sich mit anderen Betroffen austauschen. Die Deutsche Gefäßliga bietet eine Liste der Gefäßsportgruppen nach Postleitzahlen sortiert an. Ansonsten können Sie sich bei Ihrer Krankenkassen nach entsprechenden Angeboten erkundigen.

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Kategorien: Krankheiten

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