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Blutzuckergedächtnis: Was besagt der HbA1c-Wert?

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In Deutschland gab es 2012 mehr als sechs Millionen Diabetiker, davon über 90% mit Typ 2. Diese Diabetesform wird häufig um 8 bis 10 Jahre verspätet diagnostiziert. Ziel der Diabetestherapie ist es, den Blutzucker dauerhaft auf normale Werte zu senken, um schwere Folgeschäden zu vermeiden. Lesen Sie hier, was der HbA1c-Wert bedeutet und welche Rolle er in der Diabetestherapie spielt.

Welche Tests geben Auskunft über den Kohlenhydratstoffwechsel?

Für die Selbstkontrolle des Blutzuckers eignet sich ein Gerät mit Teststreifen, wie es Diabetiker zu Hause haben, die Insulin spritzen. Dabei wird kapillares Blut aus den Fingerspitzen oder Ohrläppchen entnommen. So lässt sich der aktuelle Wert feststellen. Dieser Wert ist Grundlage für die tägliche Insulintherapie. Dieser Wert ist von einer Vielzahl an Einzelfaktoren abhängig. Wie viel Flüssigkeit hat die Person zu sich genommen, wie intensiv hat sie sich bewegt, wie hoch war der Kohlenhydratanteil der letzten Mahlzeit, wurde der Wert korrekt ermittelt etc.

Bei erhöhten Blutzuckerwerten wird Glucose über die Nieren ausgeschieden. Dies geschieht ab einem Wert von etwa 180 mg% im Blut. Zucker im Urin lässt sich mittels eines Teststreifen feststellen, der in den frisch ausgeschiedenen Urin getaucht wird. Allerdings gibt dieser Test keine Auskunft über die Höhe des Blutzuckers. Er dient in Routineuntersuchungen des Urins dazu, Hinweise auf einen bestehenden Diabetes zu erkennen. Die Teststreifen können rezeptfrei in der Apotheke gekauft werden.

Der HbA1c-Wert wird im Blut bestimmt, das aus der Vene entnommen wird. Dieser Wert gibt dem behandelnden Arzt Auskunft darüber, ob der Blutzucker dauerhaft richtig eingestellt ist. Er ist unabhängig von den Faktoren, die für Schwankungen des aktuellen Wertes verantwortlich sind. So wird unabhängig von Einzelwerten überprüft, ob die Diabetestherapie erfolgreich ist.

Der orale Glukosetoleranztest oGTT, auch Zuckerbelastungstest genannt, gibt Auskunft darüber, wie gut der Körper Zucker verarbeiten kann. Dazu wird der Nüchternblutzucker bestimmt. Die Testperson muss eine Zuckerlösung trinken, etwa 75g Zucker in 250 bis 300 ml Wasser gelöst. Nach zwei Stunden wird der Blutzucker erneut kontrolliert.

Wie sind die Normwerte?

Der Nüchternblutzucker bei einem Nichtdiabetiker liegt unter 100 mg%. Werte zwischen 100 und 110 mg% können ein Hinweis auf eine Stoffwechselstörung sein.

Normalerweise wird über die Nieren kein Zucker ausgeschieden. Ist laut Test Zucker im Urin vorhanden, sollte der Kohlenhydratstoffwechsel mittels weiterer Tests überprüft werden.

Der HbA1c-Wert liegt bei normaler Stoffwechsellage unter 6,5%. Höhere Werte können ein Hinweis auf einen Diabetes geben.

Im oGTT sollten die Werte sollten die Messwerte nach zwei Stunden 140 mg% (aus dem Finger entnommen) oder 120 mg% (aus der Armvene entnommen) nicht übersteigen.

Was genau ist der HbA1c-Wert?

Der HbA1c-Wert ist das Körpergedächtnis für Zucker im Blut. In den roten Blutplättchen, den Erythrozyten, befindet sich das Hämoglobin. Die Aufgabe des Hämoglobins ist, Sauerstoff zu binden und in die Körperzellen zu transportieren. Das Protein Hämoglobin zieht Glucose an, die Zuckermoleküle verkleben mit dem Eiweiß, ähnlich wie Zuckerguss. Aus dieser Verbindung entstehen „verzuckerte“ rote Blutkörperchen, glykiertes Hämoglobin, HbA1c genannt.

Bei Menschen mit gesundem Kohlenhydratstoffwechsel löst sich die Verklebung wieder, wenn der Blutzuckerspiegel sinkt. Bei Diabetikern mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker ist diese Verbindung sehr fest und löst sich nicht. Nach einer Lebensdauer von zwei bis drei Monaten werden die Blutzellen durch neue ersetzt.

Bei Nichtdiabetikern sind etwa vier bis sechs Prozent der Erythrozyten „verzuckert“. Diabetiker mit einem HbA1c-Wert von 6,5 bis 7 Prozent haben ihren Blutzucker gut unter Kontrolle. Liegen die Werte darunter, ist dies ein Hinweis, dass öfter gefährliche Unterzuckerungen vorliegen. Liegt der Wert deutlich darüber, ist dies ein Hinweis darauf, dass die durchschnittlichen Blutzuckerwerte in den vergangenen Wochen zu hoch waren.

Dieses Blutzuckergedächtnis lässt sich nicht beschönigen, wenn zwei Tage vor einem Blutentnahmetermin gehungert wird, um beim behandelnden Arzt gute Werte vorzeigen zu können.

Bei dauerhaft erhöhten HbA1c-Werten besteht ein hohes Risiko für Folgeschäden durch die Diabetes-Erkrankung.

Wie halten Sie den Blutzuckerwert dauerhaft im Normbereich?

Die Diabetes-Therapie setzt sich aus mehreren Säulen zusammen. Im Vordergrund stehen die Reduzierung von Übergewicht und regelmäßige Bewegung. Manche Menschen, bei denen erhöhte Blutzuckerwerte diagnostiziert wurden, schafften es, ihre Werte so wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Hinzu kommt die Umstellung der Ernährung. Achten Sie auf gesunde, ausgewogene Ernährung mit frischen Zutaten. Meiden Sie „leere Kohlenhydrate“, Lebensmittel, die außer Zucker keine weiteren wichtigen Komponenten wie beispielsweise Elektrolyte, Vitamine oder Ballaststoffe enthalten.

Der Arzt wird entscheiden, ob und welche medikamentöse Behandlung erforderlich ist. Es gibt unterschiedliche Ansätze. Antidiabetika können die Aufnahme von Zucker aus dem Darm hemmen, die körpereigenen Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse fördern oder dafür sorgen, dass die Körperzellen besser auf Insulin ansprechen. Beim optimalen Zusammenspiel von Normalgewicht, regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung und medikamentöser Therapie können gute HbA1c-Werte erreicht werden. Das Risiko für Folgeerkrankungen sinkt deutlich.

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Kategorien: Diabetes

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