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Bobath – Ein Bewegungs- und Therapiekonzept

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Das Bobath-Konzept ist ein Bewegungs- und Therapiekonzept, das besonders für Menschen mit einer neurologischen Erkrankung (z.B. Schlaganfall) geeignet ist. Durch die Anwendung des Bobath-Konzeptes wird das Wohlbefinden des Pflegebedürftigen unterstützt. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wie das Bobath-Konzept entstand

Im zweiten Weltkrieg wurde die Physiotherapeutin Berta Bobath mit vielen Kriegsverletzten und mit dem Phänomen der Spastik konfrontiert. Mit den bis dato üblichen Behandlungsmethoden der Physiotherapie allein konnte den Betroffenen nicht geholfen werden. Berta Bobaths Beobachtungen, Ideen und Erkenntnisse führten zu einer neuen Sichtweise, die sich später auch zu einer erfolgreichen Strategie bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten entwickelte. Nicht das Trainieren von Kompensationsstrategien stand nunmehr im Vordergrund, sondern die Integration der stärker betroffenen Seite.

Ziel des Bobath-Konzepts

Um eine Alltagssituation meistern zu können, muss die Einschränkung (hemiplegische oder mehr betroffene Seite) gefördert und in das Körperschema und den Bewegungsablauf integriert werden. Das Konzept orientiert sich an der normalen Bewegung und vermeidet, wo es möglich ist, eine Kompensation der eingeschränkten durch die weniger betroffene Seite.

Grundsätzlich hat das zentrale Nervensystem ausreichend Reserven für neue Funktionen. Es reorganisiert sich und lernt lebenslang dazu, wenn es durch die Situation und den Betroffenen selbst gefordert wird. Dementsprechend ist es wichtig, dass das pflegetherapeutische Team gemeinsam mit Patienten und Angehörigen an festgelegten Bewegungsabläufen nach dem traumatischen Ereignis so früh und so konsequent wie möglich festhält.

Wenn das nicht gelingt, so schützt dieses Vorgehen mit den Methoden des Bobath-Konzeptes den Patienten zumindest vor zusätzlichen Schädigungen wie Schmerzen in Schulter- und Hüftgelenk, Krämpfen, Bewegungseinschränkungen oder einer weiter zunehmenden Vernachlässigung der mehr betroffenen Seite. Dies setzt allerdings die Motivation des Patienten voraus, schnell wieder gesund zu werden, um den Alltag allein bewältigen zu können. Dies ist vermutlich bei den meisten Menschen der Fall.

Beispiel für eine Behandlung mit dem Bobath-Konzept

Eine alte Dame erlitt einen Schlaganfall mit halbseitiger Lähmung, bei der der Arm schlaff herunter hing. Beim Wechsel an den Tisch wird besonders darauf geachtet, dass die Schulter links nicht aus der Gelenkpfanne springt und es nicht zum Schulterschmerz kommt. Am Tisch wird der Arm auf der Tischplatte so gelagert, dass das Schultergelenk funktionsgerecht entspannen kann.

Damit die Bewohnerin die Körperspannung bei der Rumpfaufrichtung, in der Mund-/Lippenmuskulatur sowie bei der Armaktivität besser regulieren kann, wird auf eine feste Sitzfläche (kein Rollstuhl!) mit Fußkontakt am Boden und eine aufrechte Rumpfhaltung geachtet.

Beim Trinken und Abwischen des Mundes wird der mehr betroffene Arm mit dem Glas und einer Serviette in der Hand zum Mund geführt. Verwendet wird eine normale Tasse, kein Schnabelbecher. Hier wird eine alltägliche Aktivität zu einer pflegetherapeutischen Situation.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.08.2014 aktualisiert.

Schlagwörter:

Kategorien: Schlaganfall

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