OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Dekubitus-Prophylaxe: Diese Maßnahmen beugen den Druckstellen vor

Erhalten Sie in unserem Online-Pflegekurs Unterstützung, Information und persönlicher Beratung von Experten.

Gewusst wie: Um einem Dekubitus vorzubeugen, braucht es Fachkenntnisse. Nur wenn der Pfleger weiß, wie er welche Dekubitus-Hilfsmittel anwenden muss und wie er die Risiken richtig einschätzt, kann die Prophylaxe gegen das Wundliegen erfolgreich sein.

Viele bettlägerige Patienten sind gezwungen, lange auf der gleichen Stelle zu liegen. Dadurch entstehen Druckgeschwüre, auch Dekubitus genannt. Diese Erkrankung ist für den Patienten eine schmerzhafte Angelegenheit und die Heilung ein langwieriger Prozess. Daher sollte bei einem bettlägerigen Patienten von Anfang an auf die richtige Dekubitus-Prophylaxe geachtet werden. Ob ein Patient von dem Risiko bedroht ist, lässt sich mittels einer Skala, z.B. der Braden-Skala, feststellen.

Die Mobilität des Patienten bewahren

Ein hohes Dekubitus-Risiko ist die Immobilität eines Patienten. Durch Bewegungsarmut entstehen Druckstellen am Körper, aus denen sich in kürzester Zeit ein Dekubitus entwickeln kann. Die erste Aufgabe des Pflegers besteht also darin, den Patienten so oft wie möglich zur Bewegung zu animieren.

Da sich viele Patienten nicht mehr gut selbst bewegen können, müssen Übungen im Bett durchgeführt werden, zum Beispiel durch Aufsetzen an den Bettrand oder das Bewegen der Beine wie beim Fahrradfahren. Das Kopfkissen und die Bettdecken wie auch die Matratze sollten mehrmals am Tag aufgeschüttelt beziehungsweise verstellt werden, sodass andere Körperteile belastet werden. Das Aufstellen der Rückenlehne und das Unterstützen der Beine mithilfe der Bettdecke kann hier schon sehr hilfreich sein.

Die richtige Lagerung vermeidet Dekubitus

Mobilität hat zudem etwas mit der richtigen Lagerung zu tun, damit die betroffenen Stellen geschont werden. Dazu muss der Pfleger eine Position für den Patienten finden, in der die Hautstellen am wenigsten belastet werden. Folgende Lagerungen haben sich in der Dekubitus-Prophylaxe bewährt:

V-Lagerung: Sie ist geeignet, wenn bereits Druckstellen an der Wirbelsäule entstanden sind. Mit zwei Kissen in Höhe des Oberkörpers wird der Patient abgestützt, sodass er sich in einer sitzenden Position befindet und die Druckstellen am Rücken entlastet werden.
Freilagerung: Hierbei wird die betroffene Stelle komplett entlastet. Zum Beispiel berühren der Ellbogen oder die Ferse nicht das Bett, da diese gestützt durch Kissen oder Handtücher „frei“ in der Luft hängen.
135-Grad-Lagerung: Sie ist angebracht, wenn bereits Druckstellen, beispielsweise am Steißbein, entstanden sind. Der Patient liegt gestützt von zwei Kissen an der Hüfte und unter dem Oberkörper seitlich auf dem Bauch.
Mikrolagerung: Sie beinhaltet eine minimale Bewegung und vorsichtige Veränderung der Lage durch kleine Kissen oder Handtücher, die abwechselnd unter die verschiedenen Körperteile geschoben werden (Schulter, Hinterkopf, Fußgelenke). Durch diese kleinen Bewegungsabläufe wird Druckstellen vorgebeugt.
30-Grad-Lagerung: Die rechte oder linke Körperhälfte wird belastet, indem Kissen unter den Körper geschoben werden. Hier stehen keine Knochen hervor und das Gewebe ist gut gepolstert, sodass das Risiko eines Dekubitus minimiert wird.

Welche Hilfsmittel sind geeignet?

Dekubitus-Hilfsmittel haben den Zweck, die betroffenen Hautstellen zu entlasten. Micro-Stimulations-Systeme, Wechseldruck-Systeme oder Weichlagerungs-Systeme sorgen gleichermaßen für die Druckentlastung. Bei allen Systemen können jedoch auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Daher sollten Sie sich bei der Auswahl des richtigen Hilfsmittels von einem Fachmann beraten lassen.

Bei Weichlagerungs-Systemen, beispielsweise Schaumstoffmatratzen, wird für eine größere Auflagefläche des Körpers auf der Matratze durch einen weichen Untergrund gesorgt. Die Matratze sollte sich in diesem Fall optimal an den Körper anpassen.
Bei den Wechseldruck-Systemen wird mittels einer speziellen Matratze die Beschaffenheit des Untergrunds verändert. Luftkissen werden hierbei mehrmals am Tag auf- und abgepumpt, um eine ständige Druckentlastung und eine Lagerungsveränderung zu erreichen.
Bei den Micro-Stimulations-Systemen wird der Druck des Körpers auf der Auflagefläche gleichermaßen verteilt.
Bedenken Sie, dass bei jedem Patienten und jedem Krankheitsbild ein anderes Hilfsmittel angewendet werden muss. Nur mit einem individuell auf den Patienten abgestimmtem Antidekubitus-Hilfsmittel ist die richtige Versorgung und Prophylaxe gewährleistet.

Wir klären Sie auf, was im Pflegefall zu tun ist! Jetzt informieren!

Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 08.04.2015 aktualisiert.

Bewerten Sie diesen Artikel

Dekubitus-Prophylaxe: Diese Maßnahmen beugen den Druckstellen vor
4.5 Sternen.


Krankheiten

Pflege Newsletter

– 100 % kostenlos
– jederzeit kündbar
– keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte

Fachbegriffe erklärt

Das Glossar erläutert alle wichtigen Fachbegriffe zur Pflege auf einfache und verständliche Art. Zum Glossar

Inhalte der Online-Pflegekurse

Informieren Sie sich hier über die Inhalte der Online-Pflegekurse für die Pflege Angehöriger. Jetzt informieren

Mehr zum Thema

Beinamputation: Hinweise zu Mobilität und Lagerung

Eine Beinamputation stellt einen gravierenden Eingriff in ein Menschenleben dar. Psychische und physische Folgen müssen verkraftet werden. Der Umgang mit Betroffenen erfordert viel Einfühlungsvermögen.… Artikel lesen ›

Kleinste Lageveränderungen haben große Wirkung

Das Druckgeschwür, das Wundliegen oder im Fachterminus der Dekubitus genannt, stellt in der häuslichen Pflege oft ein großes Problem bei der pflegerischen Versorgung dar.… Artikel lesen ›

Dekubitusmatratze in der Pflege

Eine Dekubitusmatratze, auch Antidekubitusmatratze genannt, dient der Prophylaxe oder Therapie von Patienten mit Dekubitalgeschwüren, die durch extremes Liegen in der immer gleichen Position entstehen.… Artikel lesen ›

Häufig gestellte Fragen

Hilft Penatencreme gegen einen Dekubitus?

Muss man wegen eines offenen Wundgeschwürs zum Arzt?

Ähnliche Kurse

Beinamputation: Hinweise zu Mobilität und Lagerung

Kleinste Lageveränderungen haben große Wirkung

Dekubitusmatratze in der Pflege

Immer noch ein Pflegeproblem – das Dekubitalgeschwür

Vielfältige Tipps für den pflegenden Angehörigen zu Hause

Dekubitus

Ein Dekubitus ist eine lokale Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes. Es wird auch Druckgeschwür oder Wundliegegeschwür genannt. Häufig ist ein Dekubits eine Folge von Pflegefehlern. Schon der Name „Dekubitus“ (lat.: decumbere = sich niederlegen) und der deutsche Begriff „Wundliegen“ weisen auf die häufigste Ursache des Dekubitus hin: langes Liegen.

Alle Beiträge zum Thema ›

OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.