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Demenz: Sprachfähigkeit überprüfen

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Demenz schränkt nicht nur die Gedächtnisleistung des Betroffenen ein, sondern kann sich auch auf seine Sprachfähigkeit auswirken. Wenn Sie wissen wollen, ob die Sprache eines Demenzkranken gestört ist, können Sie das mit ein paar einfachen Fragen herausfinden.

Sprachfähigkeit: Die normale Kommunikation
Sprechen ist eine der komplexesten menschlichen Fähigkeiten. Neben einer intakten Muskelsteuerung muss man über ein Sprachsystem verfügen, das einen Worte verstehen und produzieren lässt.

Wenn sich ein Gesprächspartner in der Kommunikation seltsam verhält, auf Sprache nicht angemessen reagiert oder überhaupt keine Reaktion zeigt, nehmen wir das schnell persönlich und sind verärgert.

Doch was ist, wenn Ihr Gegenüber Sie gar nicht verstehen kann? In diesem besonderen Fall würden Sie sich darauf einstellen und Ihre Kommunikation den Umständen entsprechend anpassen.

Bei einer Demenz, die sich durch eine fortschreitende Hirnatrophie auszeichnet, kann die Sprachfähigkeit des Betroffenen beeinträchtigt sein. Die Stimmung, Ihre Mimik und Gestik werden jedoch korrekt wahrgenommen, obwohl Ihre Worte nicht verstanden werden.

Sprachfähigkeit: Die Sprachstörung
Sprachstörungen werden von Medizinern meist undifferenziert mit dem Begriff "Aphasie" (griechisch "ohne Sprache") bezeichnet. Neurolinguisten bevorzugen hingegen eine feinere Definition. Bei einer Aphasie handelt es sich nach der sprachwissenschaftlichen Definition um einen Sprachverlust aufgrund einer plötzlichen Schädigung des Hirns, beispielsweise nach einem Schlaganfall. Für die Behandlung derartiger Störungen gibt es wissenschaftlich geprüfte Diagnose- und Therapieverfahren. Für eine Sprachauffälligkeit aufgrund einer Demenz konnten Forscher bisher keine Therapiekonzepte entwickeln, die eine Verbesserung der Defizite bewirken.

Die Symptome eines demenziellen Sprachverlustes können denen einer Aphasie ähneln, und so hat sich der Begriff der Pseudo-Aphasie etabliert.

Sprachfähigkeit: Die "Diagnose"
Obwohl die gängigen Methoden für die Diagnose einer aphasischen Sprachstörung nicht zur Klassifizierung einer demenziellen Sprachauffälligkeit geeignet sind, kann man sich einige Tests zu Nutze machen. Besonders effektiv ist das so genannte "offene Gespräch", wie es auch im Aachener Aphasie Test (AAT) zu finden ist. Mithilfe des Gesprächs können Defizite wie Wortfindungsstörungen, die Reduktion der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten oder die Verlangsamung des Sprachflusses ohne großen Aufwand festgestellt werden.

Wenn Sie wissen möchten, ob die Sprache eines Demenzkranken gestört ist, sollten Sie ihn ungezwungen zu einem beliebigen Thema befragen. Beispielsweise können Sie ihn nach dem schönsten Urlaub oder seinen liebsten Hobbys fragen. Wichtig ist, dass Sie keine Alternativfragen stellen, bei denen der Betroffene nur mit "ja" oder "nein" antworten kann, und dass Sie keinen großen Wert auf die inhaltliche Richtigkeit des Erzählten legen – im Fokus sollte allein die Sprache stehen. Halten Sie während der Unterhaltung Blickkontakt, sprechen Sie deutlich und unterstreichen Sie ggf. das Gesagte mit Gesten und Mimik.

Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei, die Sprache des Betroffenen während des offenen Gesprächs richtig einschätzen zu können:
Antwortet er der Frage entsprechend?
Findet er die richtigen Worte?
Ist der Sprachfluss normal?
Ist der Inhalt des Gesagten verständlich bzw. sind die Sätze wohlgeformt?

Wenn Sie noch weitere Beweise für oder gegen eine Sprachstörung finden wollen, können Sie den Demenzkranken alltägliche Gegenstände benennen lassen. Zeigen Sie ihm zum Beispiel eine Vase, ein Buch oder eine Lampe.
Beachten Sie bei den "Tests", dass Sprachauffälligkeiten auch vom emotionalen Zustand und vom Aktivitätsniveau des Betroffenen abhängen, und somit uneinheitliche Ergebnisse möglich sind.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.03.2014 aktualisiert.

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Kategorien: Demenz Symptome

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