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Demenztests: TFDD – Früherkennung von Demenz mit Depressionsabgrenzung

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Demenztests dienen dazu, eine Demenz so früh wie möglich zu diagnostizieren. Es gibt psychische Erkrankungen, die durch ähnliche Symptome mit Demenz verwechselt werden können. Dazu gehört bspw. die Depression, die eine sogenannte Pseudodemenz verursachen kann. Lernen Sie hier den Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD) kennen, der es ermöglicht, diese Unterscheidung zu treffen.

Menschen mit Demenz zeigen häufig depressive Symptome. Es besteht auch umgekehrt die Möglichkeit, dass depressive Personen – gerade im Alter – Anzeichen einer Demenz erkennen lassen. Die Unterscheidung ist aber gerade für die therapeutische Intervention von entscheidender Bedeutung.

Der Test zur Früherkennung von Demenz mit Depressionsabgrenzung wurde im Jahr 2002 von R. lhl und B. Grass-Kapanke entwickelt und besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil dient der frühen Diagnostik einer Demenz. Im zweiten Teil erfolgt eine Einschätzung zum Ausschluss einer Depression. Der Betroffene soll sich selbst einschätzen und es erfolgt eine Fremdeinschätzung durch den Hausarzt oder eine nahestehende Person.

Der TFDD ist ein geprüftes und zuverlässiges Instrument und eignet sich für die Anwendung in der Hausarztpraxis. Es ist allerdings wichtig, dass die Person, die die Fremdeinschätzung (am Ende des Tests) vornimmt, die Testperson gut kennt. Nur so ist eine objektive Fremdeinschätzung möglich.

Wie bei anderen neuropsychologischen Testverfahren gibt auch dieser Test nur ein Hinweis, um den Verdacht auf eine Demenz zu verhärten oder zu entkräften.
Bestätigt sich der Verdacht, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu gehören CT (Schichtröntgenaufnahme) oder MRT (Magnetresonanztomographie – Darstellung von inneren Organen durch Radiowellen und Magnetfelder) des Gehirns, EKG, und die Kontrolle von Blutdruck, Muskelkraft und Pupillen. Auch die Überprüfung der eingenommenen Medikamente ist notwendig, da es zu wirkstoffbedingten Sinnestäuschungen kommen kann, welche wiederum die Testergebnisse beeinflussen können.

Der Test sollte in einer entspannten, ungestörten Atmosphäre stattfinden. Verfälschungen des Ergebnisses, beispielsweise durch Beeinträchtigungen wie Schwerhörigkeit, müssen ausgeschlossen werden, indem vorhandene Hilfsmittel eingesetzt werden.
Auch Einflussfaktoren wie Umgebungsgeräusche, Tageszeit, gesundheitliche Verfassung u.a. müssen bei der Durchführung berücksichtigt werden.

Der TFDD ist in folgende Teilbereiche untergliedert:

Teil 1: Früherkennung einer Demenz

Unmittelbare Reproduktion
In diesem Abschnitt erhält die Testperson Wortkarten, die in einer bestimmten Zeit aus dem Gedächtnis wiederholt werden sollen.

Zeitliche Orientierung
Im Teilbereich zeitliche Orientierung, wird die Testperson gebeten Auskunft über das aktuelle Datum, die Jahreszeit etc. zu geben.

Anweisungen befolgen
Durch ein vorgegebenes Bewegungsmuster wird überprüft, ob die Testperson dieser Anweisung folge leisten kann.

Konstruktive Praxis
Die Testperson wird gebeten eine Zeichnung anzufertigen.

Verzögerte Reproduktion
Dieser Teilbereich knüpft an die Wortkarten aus Teilbereich 1 an und fordert die Testperson auf, zu einem bestimmten Thema mehrere Worte zu nennen.

Teil 2: Abgrenzung zur Depression

Fremdbeurteilung Depression
Der Untersucher, der den TFDD durchführt, nimmt eine Einschätzung des psychischen Zustandes der Testperson vor. Diese Einschätzung erfolgt in einem Gespräch, indem auf die eigene Erkrankung, die Zukunftsperspektiven und auf das Erleben der Vergangenheit eingegangen wird. Auch die Einschätzung der eigenen Möglichkeiten der Einflussnahme auf Erkrankung, persönliche Situation und Zukunft spielt eine große Rolle. Besonders depressive Menschen erleben häufig ein starkes Gefühl der Ohnmacht und des Verlustes der eigenen Einwirkungsmöglichkeiten.

Selbstbeurteilung Depression
An dieser Stelle nimmt die Testperson eine Selbsteinschätzung bezüglich der eigenen Verfassung und des Gemütszustandes vor.

Auswertung

Die Auswertung des Test sollte unbedingt von erfahrenem Fachpersonal vorgenommen werden. Zwar erlaubt eine vergleichsweise kurze Einführung in den Test, dass auch nicht ärztliches Personal aus dem medizinischen Bereich mit der Durchführung betraut werden kann, allerdings verlangen gerade die Bereiche der Selbst- und Fremdeinschätzung nach der begleitenden fachlichen Expertise des Arztes.

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Kategorien: Demenz, Demenz Test

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