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Diagnose Demenz – geändertes Sozialverhalten bei Morbus Pick

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Von den 1,4 Million Menschen, die in Deutschland an Demenz erkrankt sind, macht Morbus Pick etwa 3% aus. Diese Demenzform wird auch Frontotemporale Demenz oder Frontotemporale Degeneration genannt. Lesen Sie hier, welche Veränderungen im Gehirn diese Erkrankung auslösen und welche Symptome für diese Demenzform typisch sind.

Die Frontotemporalen Demenz – Morbus Pick – tritt meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Es stehen auffällige Veränderungen im Sozialverhalten und in der Sprache im Vordergrund.

Im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz bleiben Gedächtnis, Reproduktionsfähigkeit und Orientierung lange unbeeinträchtigt. Dies liegt am Ort der Degeneration von Nervenzellen im Gehirn. Diese spielt sich in den Bereichen des Gehirns ab, die für die Steuerung des Sozialverhaltens und der Sprache zuständig sind.

Veränderungen im Gehirn bei Morbus Pick

Bei der Frontotemporalen Demenz sind die Frontallappen (Stirnlappen) und die Temporallappen (Schläfenlappen) im Gehirn von Verfall betroffen. Es gehen Nervenzellen in diesen Bereichen unter. Es kommt zu Gewebeschwund und Störungen der Funktionen, die von diesen Hirnbereichen gesteuert werden.

Die Frontallappen sind zuständig für die Verhaltens- und Impulskontrolle, Antriebssteuerung, Planen und strategisches Denken und Problemlösung. Die Funktion der Temporallappen steuert den Bereich Gedächtnis und Wissen.

Symptome bei Morbus Pick
Verhaltensauffälligkeiten

Zunächst wird das Auftreten von Gleichgültigkeit und Verwahrlosung beobachtet. Menschen, die vorher gepflegt aufgetreten sind und als zuverlässig galten, vernachlässigen ihre Körperhygiene, wirken ungepflegt oder arbeiten nachlässig.

Es entwickelt sich eine Form von Distanzlosigkeit. Der Erkrankte verhält sich enthemmt. Fremde Menschen werden unvermittelt angesprochen, angefasst oder geduzt. Der Betroffene verhält sich taktlos bis unverschämt, macht beispielsweise lautstark Witze im Bus über seine Mitmenschen. Das Verhalten beim Autofahren wird riskant. Ein zuvor friedlicher, freundlicher Mensch verhält sich zunehmend aggressiv, körperlich wie verbal.

Interessenslosigkeit oder Antriebsarmut können sich entwickeln oder genau im Gegensatz Unruhe und Hyperaktivität. Auch eine gestörte Impulskontrolle und Stimmungsschwankungen fallen auf. Der Betroffene tätigt plötzlich sinnlose Großeinkäufe oder wehrt sich andererseits dagegen, benötigte Dinge einzukaufen.

Auch Veränderungen im Essverhalten können beobachtet werden. Häufig steigt der Konsum von Alkohol, es kommt zu wahren Heißhungerattacken oder es werden nur noch bestimmte Lebensmittel gegessen.

Kognitive Störungen

Veränderungen im Bereich der Sprache fallen auf. Der Betroffene spricht weniger flüssig, eher stockend. Satzbildung und Grammatik verschlechtern sich, der Wortschatz schrumpft. Vom Gegenüber Gesprochenes wird wiederholt. Der Betroffene reduziert seine Sprache auf ein Stereotyp, das er phrasenhaft wiederholt. Im weiteren Verlauf wird gar nicht mehr gesprochen.

Organisations- und Problemlösefähigkeit nehmen ab. War der Betroffene vor Beginn seiner Erkrankung ein Mensch, der überlegt und planvoll gehandelt hat, fallen planloses Vorgehen und chaotisches Verhalten besonders auf. Auch die geistige Flexibilität nimmt ab, der Erkrankte kann sich schlecht auf veränderte Situationen einstellen.

Die Orientierungsfähigkeit bleibt meist erhalten, ebenso die Visuokonstruktion (Fähigkeit, Muster oder Formen wie Symbole, Zahlen, Buchstaben oder Zahlen zu erkennen und zu schreiben oder zu zeichnen). Der Uhrentest wie auch die Aufgabe 10 im MMST, das Abzeichnen von Fünfecken können gelöst werden.

Körperliche Veränderungen

Im körperlichen Bereich kommt es häufig zu einer Inkontinenz, der Blutdruck ist erniedrigt oder schwankt.

Therapie bei Morbus Pick

Es gibt kein spezielles Medikament zur Behandlung der Frontotemporalen Demenz. Die sonst verwendeten Medikamente bei Alzheimer-Demenz sind noch nicht ausreichend erforscht. Medikamente zur Behandlung von Depression haben positive Veränderungen bewirkt, ebenso Neuroleptika.

Im Vordergrund bei der nichtmedikamentösen Therapie steht die Beeinflussung des auffälligen Verhaltens. Dies muss vorsichtig erfolgen, da meist die Krankheitseinsicht fehlt und es schnell zu aggressiven Reaktionen kommen kann. Es sollten Tätigkeiten gefunden werden, die dem Betroffenen Spaß machen oder ihm sinnvoll erscheinen. Gerade sportliche Aktivität führen zu Auslastung und Milderung der Aggressivität.

Weitere Hilfen für Angehörige von Morbus-Pick-Erkrankten

Spezielle Fragen an Fachärzte können Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellen. Selbsthilfe- oder Angehörigengruppen gibt es bisher nur wenige. Auf der Homepage der Deutschen Alzheimergesellschaft finden Sie weitere, laufend aktualisierte Informationen zu der Erkrankung sowie die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Angehörigen Betroffener.

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