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Diagnose Demenz – seltene Demenzformen wie Creutzfeld-Jakob- und Lewy-Körperchen-Demenz

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Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungen, die mit einem vielfältigen Muster an Symptomen einhergehen. Es gibt unterschiedliche Arten von Demenz, die bekannteste ist die Alzheimer-Demenz. Diese Form macht etwa 60-70% der Erkrankung aus. 20% entfallen auf die vaskuläre Demenz, 10-20% auf „sonstige Formen“. Lernen Sie hier andere, weniger bekannte Demenzerkrankungen kennen.

Creutzfeld-Jacob-Demenz

In Zeiten von BSE („Rinderwahnsinn“) war die Angst vor dieser Erkrankung groß. Mittlerweile ist es ruhiger geworden. Angaben über die Anzahl von Neuerkrankungen bewegen sich zwischen 80 und 1000 Menschen pro Jahr.

Diese Erkrankung schreitet sehr schnell voran, die meisten Betroffenen versterben innerhalb eines Jahres. Der Ausbruch der Creutzfeld-Jakob-Demenz kann sowohl vererbliche als auch infektiöse Ursachen haben (Kontakt oder Verzehr vom Fleisch infizierter Tiere).

Es kommt zu einem Verfall von Nervenzellen. Das Gehirn weist eine schwammartig durchlöcherte Struktur auf. Darin befinden sich fadenförmige, eiweißhaltige Ablagerungen.

Die auffälligsten Symptome sind neben der fortschreitende Demenz Gleichgewichtsstörungen, unkontrollierbare Muskelzuckungen, unkoordinierte Bewegungen, Muskelsteifigkeit und Spastik (Muskelverkrampfung). Im Endstadium verfällt der Erkrankte in einen apathischen, regungslosen Zustand.

Spezielle Therapiemöglichkeiten gibt es keine. Es erfolgt eine symptomatische Therapie, das heißt, jeweils die vorherrschenden Symptome wie beispielsweise Angststörungen, Depressionen oder Spastiken werden behandelt.

Lewy-Körperchen-Demenz

Diese Demenzerkrankung ist nach einem Mitarbeiter von Alois Alzheimer benannt, dem deutschen Nervenarzt Friedrich Lewy. Er fand in den Nervenzellen andere Einschlüsse von Substanzen als bei der Alzheimer-Demenz. Die entdeckten Veränderungen ähneln denen der Parkinson-Erkrankung.

Symptome sind Gedächtnisstörungen, Schwankungen der geistigen Fähigkeiten, Aufmerksamkeit und Schläfrigkeit am Tage. Hinzu kommen optische Halluzinationen, Wahnvorstellungen und parkinsonähnliche Symptome wie Muskelzittern und Steifigkeit. Betroffene sind übermäßig sturzgefährdet und neigen zu kurzen Bewusstlosigkeiten.

Die Therapie erfolgt medikamentös. Moderne Demenzmedikamente wie sogenannte Cholinesterasehemmer zeigen gute Erfolge.

Demenz bei Morbus Parkinson

Etwa 30 – 40% der an Parkinson erkrankten Menschen entwickeln im Verlauf der Erkrankung eine Demenz. Bei der Parkinson-Demenz stehen folgende Symptome im Vordergrund:

  • verminderte Aufmerksamkeit
  • kognitive Verlangsamung
  • gestörtes Lernen bei gut erhaltener Fähigkeit zur Wiedererkennung bekannter Sachverhalte
  • visuell-räumliche Störungen, dadurch erhöhte Sturzgefahr
  • Störungen im Bereich Planen, Organisieren, Einhalten einer Reihenfolge
  • Störung der Wortflüssigkeit bis hin zur Verarmung der Sprache
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Verhaltensstörungen
  • Apathie
  • Depressivität
  • Halluzinationen

Die für die Alzheimer-Demenz typischen Gedächtnisstörungen spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Grundlage für die Therapie ist eine optimale medikamentöse Einstellung der Parkinson-Erkrankung. Hinzu kommen Krankengymnastik, Bewegung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ausgewogene Ernährung. In der Alzheimer-Therapie verwendete Medikamente (Acetylcholinesterasehemmer) haben positive Wirkung gezeigt.

Korsakow-Syndrom

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um die Folge von langfristigem, übermäßigem Alkoholmissbrauch. Betroffenen Gehirnstrukturen können absterben, was zu einem Gedächtnisverlust und einem Verlust der Orientierung führt. Betroffen sind vor allem Merkfähigkeit und Kurzzeitgedächtnis.

Die Betroffenen „konfabulieren“. Das bedeutet, dass die Erkrankten ihre Erinnerungslücken mit frei erfundenen Inhalten füllen. Diese Konfabulationen helfen den Betroffenen, ihren Alltag emotional zu bewältigen. Sie füllen eigene Gedächtnislücken und müssen sich so nicht laufend mit der Tatsache auseinandersetzten, stetig zu vergessen. Wiederholt man innerhalb kurzer Zeit eine Frage, kann es passieren, dass eine abweichende Geschichte erzählt wird.

Demenz bei Hirntumoren

Besonders langsam wachsende Hirntumore können eine Demenz auslösen. Der Tumor verdrängt und quetscht bei der Ausweitung die gesunden Nervenzellen. Durch diese Schädigung kann es zu Ausfallserscheinngen kommen. Diese sind abhängig vom Ort des Tumors. Wird der Tumor entfernt oder schrumpft unter Therapie, können sich auch die demenziellen Veränderungen zurückbilden. Je jünger der Betroffene, desto besser die Prognose.

Demenz bei Schädelhirntrauma

Hirnblutungen und Hirnverletzungen, beispielsweise nach schweren Unfällen, können ebenfalls durch die Schädigung von Nervenzellen eine Demenz auslösen. Auch dies hängt vom Ort und der Schwere der Schädigung und auch vom Alter des Betroffenen ab. Auch hier gilt: Je jünger der Patient, desto besser die Fähigkeit zur Kompensation des ausgefallenen Bereiches. Anliegende Nervenzellen sind in der Lage, die Funktion ausgefallener Bereiche zu übernehmen.

Demenz als Mangelerscheinung

Infolge des Mangels bestimmter Substanzen kann eine Demenz ausgelöst werden. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kommt es einem langsamen Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit. Auch der Mangel von Vitamin B12 kann die Ursache für eine demenzielle Veränderung sein. Werden die fehlenden Substanzen ersetzt, durch Gabe von Schilddrüsenmedikamenten oder von Vitamin B12 als Injektion in den Muskel, bilden sich die Demenzsymptome komplett zurück.

Demenz als Medikamentennebenwirkung

Sämtliche Medikamente, die den Acetylcholinhaushalt beeinflussen, können demenzielle Symptome hervorrufen. Dazu gehören unterschiedliche Medikamente zur Behandlung von Blasenschwäche. Auch krampflösende Medikamente, Asthmamedikamente, Herz, – Blutdruck, -Schmerz und Magenmittel können dazu gehören.

Es ist wichtig, dass der behandelnde Neurologe einen kompletten Überblick über sämtliche eingenommene Medikamente hat, da es auch zu Wechselwirkungen zwischen den Substanzen kommen kann.

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Sind Demenz und Alzheimer das Gleiche?

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