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Diagnose Demenz – was genau ist eigentlich Alzheimer?

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In Deutschland sind etwa eine Million Menschen an Demenz erkrankt. Etwa 600.000 bis 700.000 von ihnen leiden an der Alzheimererkrankung. Auch im Volksmund wird bei Vergesslichkeit schnell lapidar gesagt „Ich glaube, du hast Alzheimer“. Aber wissen Sie, was die Diagnose Alzheimer überhaupt bedeutet? Lesen Sie hier, was genau Alzheimer ist und welche Veränderungen im Gehirn entstehen.

Der Entdecker – Alois Alzheimer

Die Alzheimer-Erkrankung ist benannt nach ihrem Entdecker, Alois Alzheimer. Dieser hat im Jahre 1906 die Krankheit erstmalig beschrieben. Am 3. November 1906 hielt er einen Vortrag bei der 37. Versammlung Südwestdeutscher Irrenärzte, die ihn berühmt machen sollte. In diesem Vortrag beschrieb Alzheimer das "eigenartige Krankheitsbild" seiner Patientin Auguste D.

Die Patientin – Auguste D.

Sie litt bereits mit Anfang 50 an einer auffallenden Gedächtnisschwäche, hinzu kamen Desorientierung und Halluzinationen. Auguste D. verstarb mit 55 Jahren. Herr Alzheimer beschrieb seine Patientin folgendermaßen:

"Eine Frau von 51 Jahren zeigte als erste auffällige Krankheitserscheinung Eifersuchtsideen gegen den Mann. Bald machte sich eine rasch zunehmende Gedächtnisschwäche bemerkbar, sie fand sich in ihrer Wohnung nicht mehr zurecht, schleppte Gegenstände hin und her, versteckte sie, zuweilen glaubte sie, man wolle sie umbringen und begann, laut zu schreien."

Die Krankheit – Veränderungen im Gehirn

Nach ihrem Tod nahm Alois Alzheimer eine Obduktion und diverse Untersuchungen am Gehirn der Verstorbenen vor. Dabei machte er eine Reihe seltsamer Entdeckungen. Im Bereich der Hirnforschung wurde in weiteren Untersuchungen der Krankheitsverlauf folgendermaßen dargestellt:

Das Gehirn schrumpft um etwa 20%. Gleichzeitig lagern sich in den dadurch entstehenden "Hohlräumen" Eiweißstrukturen ab, die sogenannten "Eiweißplaques". Es kommt zum Absterben von bestimmten Nervenzellen, die für die Bildung von Acetylcholin zuständig sind. Acetylcholin ist ein Überträgerstoff, der in den Spalt zwischen die Enden von zwei Nervenzellen ausgeschüttet wird und für eine chemische Reaktion sorgt.

Ein weiterer im Gehirn benötigter Botenstoff ist Glutamat. Dieser Stoff ist bei Menschen mit Alzheimer stark erhöht. Es kommt zu einer Reizüberflutung der Nervenzellen, Informationen werden nicht mehr adäquat weitergegeben. Die überlasteten Nervenzellen sterben mit der Zeit ab.

Die Krankheit – Symptome und Verlauf

Es gibt unterschiedliche Skalen, nach denen die Schwere einer Demenz zugeordnet werden kann. Die gängigste und bekannteste ist die Einteilung in 3 Stadien:

Anfangsstadium / Leichtgradige Demenz: Zumeist fällt Vergesslichkeit auf, die über das normale Maß hinausgeht. Es ist nicht nur die Hälfte der Einkaufsliste, die man im Kopf behalten wollte, auch Namen oder Termine werden vergessen. In diesem Stadium ist das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Weiterhin kommt es zu Orientierungsschwierigkeiten, zeitlich wie örtlich.

Das Datum oder die Jahreszeit fällt den Betroffenen nicht ein, es kommt zum Verlaufen in einer bekannten Umgebung. Die Alltagskompetenz ist weitestgehend uneingeschränkt. Erkrankte können alleine wohnen und sich versorgen. Es kommt zu Schwierigkeiten bei komplexen Tätigkeiten wie dem Führen des Bankkontos oder beim Autofahren. Betroffene leiden häufig unter starken Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder depressiver Verstimmung.

Moderates Stadium / mittelschwere Demenz: Vergesslichkeit, Desorientierung und Abbau der geistigen Fähigkeiten nimmt zu. Alltagstätigkeiten wie das Führen des Haushaltes oder selbstständige Körperpflege werden zum Problem. Häufig wird die persönliche Hygiene vernachlässigt. Die Rechen- und Problemlösefähigkeit ist eingeschränkt. Es kommt zu Erkennungsstörungen, nahestehende Personen werden nicht erkannt oder verwechselt.

Manche Betroffene leiden unter Wahnvorstellungen, fühlen sich "bespitzelt" oder meinen, sie würden bestohlen. Auch erste Sprachstörungen entwickeln sich, das Sprachverständnis lässt nach. Häufig setzt eine Urin-Inkontinenz ein. Erkrankte können in dieser Phase mit Hilfe z. B. eines Pflegedienstes alleine in ihrer Wohnung leben. Die Wohnung sollte entsprechend angepasst werden. Stolperfallen sollten entfernt und Orientierungshilfen installiert werden.

Fortgeschrittenes Stadium / schwere Demenz: Es kommt zum Verlust der Alltagskompetenz im Zusammenhang mit vollständiger Pflegeabhängigkeit. Die im moderaten Stadium begonnenen Abbauprozesse schreiten fort. Erkrankte leiden an vollständiger Urin- und Stuhl-Inkontinenz. Der Gedächtnisverlust betrifft nunmehr auch das Langzeitgedächtnis.

Auch die Sprache geht weiter verloren. Erkrankte können kaum sinnvolle Sätze bilden. In dieser Phase ist das alleine leben kaum mehr möglich. Menschen mit einer schweren Demenz benötigen sehr viel Betreuung, Pflege und Zuwendung.

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