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Die Erlebniswelt von demenziell veränderten Menschen verstehen

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Vieles am Verhalten eines Demenzkranken scheint für den gesunden Menschen zunächst nicht nachvollziehbar. Warum räumt der Betroffene ständig alles von einer Schublade in die andere? Oder warum wird er schnell wütend und ist leicht reizbar? Manchmal liegen die Antworten nahe, manchmal kostet es aber auch viel Zeit und Mühe, die Ursache für das Verhalten herauszufinden.

Das Verhalten demenziell Erkrankter ist meist nicht nachvollziehbar

„Ein anderer kann das gar nicht verstehen, wie das ist, wenn ständig etwas verändert wird in der Wohnung und Dinge fehlen, die man dann suchen muss."

Dieses Zitat eines an Demenz erkrankten Menschen zeigt ganz deutlich, dass Menschen mit Demenz in einer Welt leben, in der sie Veränderungen in ihrer Umwelt scheinbar hilflos gegenüberstehen. Meist haben sie selbst einen Gegenstand verlegt, erinnern sich aber kurze Zeit später schon nicht mehr daran. So geraten Sie unter Druck, werden ungehalten oder aggressiv. Sie glauben, jemand anders spielt ihnen übel mit.

Was hier anhand eines sehr klassischen Beispiels beschrieben wird, ist vor allem eine direkte Folge der Erkrankung. Es geht also zunächst zum die Kenntnisse der Symptome.

Symptome einer Demenzerkrankung

Für Sie als gesunden Menschen ist wichtig zu wissen, dass Aggression oder Trauer meist ein Versuch ist, die Symptome der Krankheit zu bewältigen. Sie müssen sich immer fragen, wie erlebt der Mensch mit der Demenz die Situation (etwa, dass er nicht mehr nach Hause findet) und wie reagiert er darauf (er irrt vielleicht panisch umher, auf der Suche nach einem Anhaltspunkt).

Der Erkrankte ist also möglicherweise angsterfüllt oder in großer Verzweiflung, was Sie als Angehörige umso mehr fordert. Führen Sie sich vor Augen, wie Sie selbst darauf reagieren. Lassen Sie sich von der Panik des Erkrankten anstecken oder werden auch Sie ungehalten, wenn es mal wieder nicht schnell genug voran geht? Sie werden merken, dass dies die Situation meist verschärft und das Negativerleben des Erkrankten noch mehr Gewicht bekommt.

Die Bedürfnisse des Betroffenen erfassen

Ein Weg, dem entgegenzuwirken, ist, die Bedürfnisse des Betroffenen zu beachten und auszuloten. Fühlen Sie sich in ihn hinein und versuchen Sie gegebenenfalls zu trösten, bieten Sie Ihre Hilfe an, wenn der Erkrankte verzweifelt nach etwas sucht.

Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwieriger wird es für Menschen mit Demenz, ihre eigenen Bedürfnisse (etwa nach Essen/Getränken oder schmerzlindernden Medikamenten) selbst zu befriedigen. So kann es z. B. sein, dass sie zwar durstig sind, dieses Gefühl aber nicht einordnen können und daher auch nicht wissen, dass sie sich gegen den Durst ein Glas Wasser einschenken müssten. Selbst wenn das Glas gefüllt vor ihnen steht, dies jedoch nicht mit dem Durstgefühl in Verbindung gebracht wird, kann sich der Erkrankte nicht selbst helfen. Hier sind Sie als Außenstehende gefragt, herauszufinden, was genau den Erkrankten unruhig werden lässt. Probieren Sie verschiedene Lösungsansätze aus.

Sicherheit für den demenziell erkrankten Menschen

Weiterhin ist in dem Zusammenhang wichtig, dem Betroffenen Sicherheit zu vermitteln. Schaffen Sie:

  • Struktur
    Sorgen Sie für einen festen Tagesablauf, signalisieren Sie Verlässlichkeit und schaffen Sie so ein Klima der Vertrautheit für den Erkrankten. Es geht ihm gut, wenn er weiß, dass er sich auf Sie verlassen kann.
  • Bindung
    Lassen Sie, wenn der Demenzkranke es wünscht, Nähe zu. Zeigen Sie dem Erkrankten, dass Sie ihn wertschätzen und nicht nur seine Defizite sehen. Durch Lob und positive Bestärkung fühlt er sich anerkannt und akzeptiert. Er fühlt sich bei Ihnen gut aufgehoben.
  • Orientierung
    Der Mensch mit Demenz lebt in seiner eigenen Welt. Er ist nicht flexibel genug, sich auf unsere Welt einzulassen. Dennoch sollten Sie versuchen, Bezüge zur Welt der Gesunden zu erhalten. Auch der Mensch mit Demenz ist empfänglich für Stimmungen und kann Halt darin finden, wenn er spürt, welche Jahreszeit gerade ist oder dass ein besonderer Anlass ins Haus steht.

Die Kenntnis der Biografie ist sehr nützlich

Die Biografie Ihres erkrankten Familienmitgliedes ist in diesem Zusammenhang ebenfalls von großer Bedeutung. Denn je besser Sie diese kennen, umso einfacher wird es für Sie, herauszufinden, welche Bedürfnisse gerade aktuell sind. Ist Ihre Mutter immer um 16:00 Uhr sehr unruhig? Dann überlegen Sie, ob das vielleicht die Zeit ist, zu der sie über Jahrzehnte hinweg zu Fuß den langen Weg von der Arbeit nach Hause gegangen ist. Bieten Sie, wenn möglich, zu dieser Zeit einen Spaziergang an. So können Sie dem Drang nach Bewegung nachgeben und dem Menschen mit Demenz vermitteln, dass Sie sein Bedürfnis erkannt und ernst genommen haben.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Demenz

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Demenz

Demenz

Demenz ist Oberbegriff für Erkrankungen des Gehirns, die vorwiegend im Alter auftritt. Sie beeinträchtigt unter anderem das Gedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache, Motorik, Orientierung, aber auch die Gemütslage und die sozialen Fähigkeiten.

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