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Eine gelungene Kommunikation bei Demenz – 5 Tipps

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Ein Zitat von Paul Watzlawik besagt: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Das klingt beruhigend, denn es sagt erst einmal aus, dass eine Kommunikation grundsätzlich immer möglich ist. Mit fortschreitender Demenz verändert sich die Art der Kommunikation, denn mit zunehmendem Sprachverlust seitens des Erkrankten, wird es schwieriger, seine Bedürfnisse mitzuteilen.

Beidseitiges Verständnis

Nicht nur für den Erkrankten wird es zu einem Problem, sich mitzuteilen. Auch Sie als pflegende Angehörige sind gefordert. Denn die vom Erkrankten ausgehenden Signale, verbal oder nonverbal, wollen von Ihnen gedeutet und richtig verstanden werden.

5 Tipps zur Kommunikation bei Demenz

  • Tipp 1

Sprechen Sie selbst langsam und deutlich. Die Sätze sollten kurz und klar verständlich sein. Möchten Sie Ihr erkranktes Familienmitglied zum Beispiel auffordern, Ihnen beim Decken des Tisches zu helfen, können Sie wie folgt vorgehen:

„(Name), bitte nimm die Butter aus dem Kühlschrank.“ Erst danach bitten Sie den Erkrankten, diese auf den Tisch zu stellen. So verfahren Sie nach und nach weiter, bis alle notwendigen Arbeitsschritte erledigt sind. Wiederholen Sie gegebenenfalls eine Aufforderung im gleichen Wortlaut und mit begleitenden Gesten, wenn Sie das Gefühl haben, der Betroffene hat Sie nicht verstanden oder Ihr Anliegen wieder vergessen.

  • Tipp 2

Natürlich sollte der Erkrankte in möglichst vielen Angelegenheiten selbst entscheiden, was er möchte. Allerdings sollten Sie vorsichtig mit dieser Wahlfreiheit umgehen und diese nicht so gestalten, dass der demenziell veränderte Mensch sich unter Druck gesetzt fühlt. Geben Sie also nicht mehrere Alternativen gleichzeitig vor.

Geht es z. B. darum, ob zum Abendessen Wasser, Tee oder Saft getrunken wird, verwenden Sie niemals alle drei Begriffe in einem Satz, sondern fragen Sie die Getränke nacheinander ab. Zunächst, ob der Erkrankte Wasser trinken möchte. Warten Sie seine Antwort ab. Verneint er, gehen Sie nacheinander auf die gleiche Weise sämtliche Getränke durch, die zur Auswahl stehen, bis eine Entscheidung stattgefunden hat.

Haben Sie das Gefühl, der Erkrankte weiß mit dem Begriff Wasser oder Tee nichts anzufangen, so kann es sinnvoll sein, ihm die Flaschen oder Verpackungen zu zeigen, während Sie die Frage stellen.

  • Tipp 3

Wenn Sie das Gefühl haben, dass das gesprochene Wort von Ihrem erkrankten Angehörigen nicht mehr richtig verstanden wird, sollten Sie trotzdem weiter mit ihm reden.

Begleiten Sie Ihre Worte mit Ihrer Gestik und Mimik, so kann der Betroffene sich leichter etwas unter dem Gesagten vorstellen.

Wenn Sie z. B. ausdrücken möchten, dass Sie sich über etwas sehr freuen, wird der Inhalt des Gesagten vom Menschen mit fortgeschrittener Demenz sicher besser verstanden, wenn Sie sich ihm dabei zuwenden und er Ihren Gesichtsausdruck sehen kann. So kann er erkennen, was sie fühlen.

Gleiches gilt auch für negative Gefühle. Für den Menschen mit Demenz ist es verwirrend, wenn Ihr Gesichtsausdruck angespannt ist, Sie aber sagen, dass es Ihnen gut geht. Es ist also wichtig, echt zu sein und dem Demenzkranken zu vermitteln, dass er an Ihren Gefühlen teilhaben kann.

  • Tipp 4

Vermeiden Sie „Warum“-Fragen. Eine Antwort kann Ihnen der Mensch mit Demenz kaum geben, denn er müsste unter Umständen verschiedene Gedankengänge miteinander verknüpfen und dazu ist er nicht mehr in der Lage.

Für uns ist es meist leicht, auf die Frage „Warum hast Du dieses oder jenes getan?“ zu antworten. Ein demenziell veränderter Mensch aber hätte vermutlich längst vergessen, was er getan hat und könnte keine Erklärungen über seine Beweggründe abgeben. Vielleicht würde der Betroffene einige Überlegungen anstellen, aber eine sinnvolle Antwort könnte er Ihnen vermutlich nicht geben.

  • Tipp 5

Oft ist es sehr anstrengend, immer wieder dieselben Fragen beantworten zu müssen oder zum hundertsten Mal die gleiche Geschichte anzuhören. Trotzdem sollten Sie den Erkrankten nicht spüren lassen, dass sie genervt sind oder ihm sagen, dass er etwas schon oft erzählt hat. Wahrscheinlich hat er es längst vergessen, und es vermittelt ihm ein Gefühl von Unzulänglichkeit, wenn er darauf hingewiesen wird.

Seien Sie geduldig und antworten Sie unverbindlich auf Fragen. Versuchen Sie Abwechslung in den Alltag zu bringen, sodass der Erkrankte beschäftigt ist und seine Gedanken nicht immer um das Gleiche kreisen.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 04.09.2015 aktualisiert.

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