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ErnSIPP-Studie untersucht Ernährung Pflegebedürftiger in Privathaushalten

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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE hat in einer Studie die Ernährungssituation pflegebedürftiger Senioren in Privathaushalten untersucht. Bereits seit 1969 befasst sich die DGE mit dem Ernährungsverhalten der Deutschen. Es geht um Fragen nach Ernährungsgewohnheiten, welche gesundheitlichen Folgen daraus resultieren etc. Lesen Sie hier, was die DGE herausgefunden hat und was sie empfiehlt.

Von den derzeit in Deutschland lebenden 2,3 Millionen Pflegebedürftigen werden 1,6 Millionen Menschen in der eigenen Häuslichkeit versorgt, zwei Drittel von ihnen durch die eigenen Angehörigen. Bisher war wenig über die Ernährungssituation der zu Hause Lebenden bekannt. Diese wurde untersucht und Anfang 2013 im Ernährungsbericht 2012 der DGE veröffentlicht.

Seit 1969 wird über diese Ernährungsberichte folgenden Themen nachgegangen:

  • Wie ernährt sich die deutsche Bevölkerung?
  • Welche Veränderungen zeichnen sich im Ernährungsverhalten ab?
  • Wie sieht die gesundheitliche Entwicklung aus?
  • Werden Ernährungsempfehlungen umgesetzt?
  • Wie kann die Gesundheit der Bevölkerung gefördert werden?

So werden objektive, unabhängige Informationen und Empfehlungen zu Gesundheit und Ernährung ermittelt, erarbeitet und der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Der aktuelle Ernährungsbericht 2012 veröffentlicht Ergebnisse zu den folgenden Punkten:

  1. Ernährungssituation in Deutschland
  2. Ernährungssituation von Seniorinnen und Senioren mit Pflegebedarf in Privathaushalten (ErnSIPP-Studie)
  3. Situation und Zufriedenheit mit dem Angebot von „Essen auf Rädern“
  4. Lebensmittelsicherheit
  5. Prävention durch Ernährung

In der ErnSIPP-Studie wurden repräsentativ 353 zu Hause gepflegten alten Menschen zwischen 73 und 89 und deren Pflegepersonen Fragen zu folgenden Inhalten gestellt:

  • Wie ist die Pflege- und Ernährungssituation?
  • In welchem Ernährungszustand befinden sich die Pflegebedürftigen?
  • Gibt es Probleme bei der Ernährung?
  • Welche Lebensmittel werden verzehrt?
  • Welche Menge und Art an Energie und Nährstoffen werden aufgenommen?

Folgende wichtige Ergebnisse liefert die ErnSIPP-Studie:

  • 63% der Befragten benötigen Hilfe bei der Flüssigkeitsaufnahme, sei es durch Erinnern, Öffnen der Getränkeverpackungen oder durch Anreichen der Getränke.
  • 45% haben Hilfebedarf beim Essen durch Aufforderung, mundgerechtes Zubereiten oder Anreichen der Mahlzeiten.
  • Der Einkauf für die Pflegebedürftigen wird zu über 86% durch die Angehörigen übernommen.
  • Die Zubereitung der Mahlzeiten erfolgt zu über 70% durch die Angehörigen.

Es wird deutlich, welche überaus bedeutende Rolle den Angehörigen der Pflegebedürftigen im puncto Ernährung zukommt. Die pflegebedürftigen Menschen können selbstverständlich selbst entscheiden, welche Nahrungsmittel sie essen und was sie ablehnen. Letztendlich sorgen aber die Angehörigen für das Angebot der Speisen und Lebensmittel. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass pflegende Angehörige gut informiert sind, wie sich der Bedarf an Energie und Nährstoffen im Alter verändert.

Weitere Risikofaktoren für eine Mangelernährung wurden deutlich. Dabei ist zu beachten, dass Unterernährung etwas anderes als Mangelernährung ist. Unterernährung bedeutet, dass mengenmäßig zu wenig Energie zugeführt wird und es zur unerwünschten Gewichtsabnahme kommt. Mangelernährung hingegen meint, dass der Körper nicht ausreichend mit bestimmten Nährstoffen versorgt wird. Auch übergewichtige Menschen können durchaus mangelernährt sein.

  • Über 50% der Befragten haben ein geringes Durstgefühl.
  • Fast 20% der alten Menschen trinken auffallend wenig.
  • Ca. die Hälfte der Senioren leiden an Kaubeschwerden und Mundtrockenheit, fast ein Drittel an Schluckbeschwerden.
  • In der Konsequenz werden bestimmte Nahrungsmittel gemieden, die Ernährung wird einseitig.
  • Passierte oder pürierte Kost wird selten angeboten.
  • Es wird zu wenig Fisch, Kartoffeln, Getreideprodukte, Obst und Gemüse.
  • Calcium, Vitamin D, Vitamin E, Folat und Ballaststoffe werden zu wenig aufgenommen.
  • Mit dem Alter steigt das Risiko für Mangelernährung, es kommt zum Abbau an Muskelmasse. Die Mobilität sinkt, das Sturzrisiko steigt.
  • Etwa die Hälfte der Studienteilnehmenden nahmen seit Beginn der Pflegebedürftigkeit unbeabsichtigt an Gewicht ab.
  • Andererseits waren etwa ein Drittel der pflegebedürftigen Menschen adipös, was die Pflege erschwert, besonders, wenn sie von älteren Menschen – Ehepartnern – durchgeführt wird.

Sie als pflegende Angehörige können maßgeblich zur ausgewogenen Ernährung Ihrer Angehörigen beitragen. Dabei muss der Aufwand keinesfalls steigen. Kochen Sie für sich selbst und Ihre Familie gesund und ausgewogen mit frischen Zutaten. Bieten Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen dieselben Gerichte an, wobei Sie einzelne Komponenten bei Bedarf etwas weicher kochen oder pürieren. Bringen Sie Abwechslung auf den Speiseplan.

Bieten Sie beispielsweise statt Grießbrei mal Kartoffelpüree an. Wenn es schnell gehen muss, können Sie Tütenpüree mit Sahne und Rapsöl äußerst schmackhaft zubereiten. Reichen Sie statt fertigem, häufig übersüßtem, Fruchtjoghurt Buttermilch oder Naturjoghurt, den Sie mit passiertem Obst und bei Bedarf etwas flüssigem Süßstoff anrühren.

Die Liste der Empfehlungen lässt sich fortsetzen. Sie selbst haben sicher eine Menge guter Ideen und Erfahrungen, wie Sie den Speiseplan Ihrer Angehörigen abwechslungsreich und gesund gestalten.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.04.2015 aktualisiert.

Schlagwörter:

Kategorien: Ernährung, Mangelernährung

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