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Formale Denkstörungen – was verbirgt sich hinter der Diagnose?

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Verschiedene psychische Störungen können mit Veränderungen des zielgerichteten Denkens einhergehen; plötzlich scheinen Betroffene viel langsamer zu reagieren oder zunehmend den Faden zu verlieren. Auch bei einer Demenz spielen einige dieser Symptome eine entscheidende Rolle. Welche formalen Denkstörungen gibt es und wie sind diese feststellbar?

Die Fähigkeit, Informationen zielgerichtet zu verarbeiten und darauf basierend das eigene Verhalten adäquat zu steuern, ist grundlegend für ein selbstbestimmtes Leben. Im Falle formaler Denkstörungen sind diese Verarbeitungsprozesse aber gestört; so können beispielsweise Wahrnehmungen nicht mehr richtig zugeordnet werden oder Wissen nicht mehr oder nur unzureichend abgerufen werden.

Zur Beschreibung der einzelnen Störungsbereiche hat die Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie das sogenannte AMDP-System entwickelt. Dieses listet verschiedene formale Denkstörungen auf und hilft so Ärzten und Psychologen bei der systematischen Beschreibung von Auffälligkeiten. Auch Sie können mithilfe der Systematik erste Anzeichen für Störungen bei Angehörigen entdecken.

Verlangsamung und Perseveration

Von einer Denkverlangsamung spricht man dann, wenn die Geschwindigkeit der kognitiven Verarbeitung deutlich verringert ist. Betroffene zeigen häufig sehr lange Verzögerungen (Latenzen) bei der Beantwortung von Fragen und scheinen lange über Inhalte nachzudenken zu müssen. Die Verlangsamung kann ein Symptom einer Demenz sein, tritt aber auch bei schweren Depressionen oder Schizophrenie auf.

Perseveration hingegen meint das Wiederholen immer gleicher gedanklicher Inhalte. Hier ist der Übergang von einem Gedanken zum nächsten gestört, sodass sich auch im Verhalten häufige Wiederholungen zeigen. Dieses Symptom tritt ebenso bei demenziellen Erkrankungen auf und zeigt sich etwa beim Uhrentest (einem einfachen Demenztest, bei dem eine Uhr gemalt werden soll) darin, dass bereits gezeichnete Linien oder Zahlen mehrfach nachgezeichnet werden und die Patienten sich nicht von einem Bereich des Blattes lösen können.

Zerfahrenheit und Vorbeireden

Manchmal schweifen Patienten immer wieder von einem Thema ab oder sprechen plötzlich von ganz anderen Inhalten; hier scheint der Zusammenhang der Äußerungen gestört oder verloren gegangen zu sein. In diesem Fall handelt es sich um die formale Denkstörung der Zerfahrenheit. Das Symptom tritt häufig in Verwirrtheitsphasen bei Demenz oder einem Delir auf, kann aber auch eine Manie, also eine pathologisch gehobene Stimmung und Ruhelosigkeit, charakterisieren.

Beim Vorbeireden hingegen kann das Antwortverhalten nicht auf eine gestellte Frage spezifiziert werden. Im Gespräch mit Betroffenen haben Sie etwa den Eindruck, dass Ihr Gegenüber eine Nachfrage zwar verstanden hat, aber dennoch nicht in der Lage ist, auf diese adäquat zu reagieren. Stattdessen werden vorherige Äußerungen weiter ausgeführt, auch wenn diese thematisch nicht passen.

Hilfe bei formalen Denkstörungen

Die Ursachen formaler Denkstörungen können variieren und die Symptome sind auch bei Pflegebedürftigen nicht immer mit einer Demenz erklärbar. Gerade auch Depressionen können kognitive Einschränkungen, also Verringerungen der geistigen Leistungsfähigkeit, bedingen. Darüber hinaus können aber auch psychotische Störungen (Halluzinationen, Wahnvorstellungen) bestehen oder Nebenwirkungen der Medikation entsprechende Auffälligkeiten verursachen. Auch Ihr Hausarzt kann erster Ansprechpartner sein.

Wenn Sie daher bei Angehörigen einige der Symptome formaler Denkstörungen wiederholt wahrnehmen, dann ist eine psychiatrische bzw. neuropsychologische Abklärung sinnvoll sein, um einer Verschlechterung der Situation entgegenzusteuern.

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Kategorien: Demenz

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