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Frust und Aggression bei Demenzkranken vermeiden

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Wir alle kennen das Gefühl, dass uns an manchen Tagen so gar nichts gelingen möchte. Und auch wenn wir manches Mal eine Situation als scheinbar ausweglos empfunden haben, so wissen wir aus sicherer Erfahrung, dass es irgendwann in naher Zukunft auch wieder besser wird.

Frusterleben von Demenzkranken

Ein Mensch mit Demenz ist nicht in der Lage, diese Haltung einzunehmen. Da der Betroffene selbst mit fortschreitender Erkrankung immer weniger in der Lage ist, zur eigenen Bedürfnisbefriedigung (z. B. Durst, Schmerzlinderung) beizutragen, steigt auch sein Frustrationserleben. Er ist abhängig von anderen Menschen und vor allem davon, dass diese stets wissen, was der Betroffene gerade möchte.

Lesen Sie hier mehr über mögliche Ursachen aggressiven Verhaltens und wie Sie diesem entgegenwirken können.

Mögliche Ursachen

  • Wahnhaftes sowie halluzinatorisches Erleben
  • Verkennung von Situationen als bedrohlich
  • Wut
  • Gereiztheit
  • Panik
  • Schmerzen
  • Unbefriedigte Grundbedürfnisse

Die Situation kann sich meist noch dadurch verschärfen, dass der Patient versucht, die Pflegeeinrichtung oder die Wohnung zu verlassen, um zum Beispiel nach Hause zu seinen Eltern zu gehen.Auch im Zuge der Körperpflege kann es zu Beschimpfungen und/oder Übergriffigkeiten seitens des Patienten kommen, weil dieser z. B. die Sinnhaftigkeit der Körperpflege nicht mehr erfassen kann.

  • Möglichkeiten des Umgangs

    Über allen Verhaltensweisen im Umgang mit aggressivem Verhalten im Rahmen der Pflege steht die wertschätzende Haltung gegenüber dem Erkrankten. Dies bedeutet, dass Sie den Menschen mit Demenz und sein Gefühl, dass er gerade zum Ausdruck bringt, erst nehmen. So können Sie aktiv zu einer Entspannung einer feindseligen Situation beitragen.

    Insgesamt sollte aber grundsätzlich darauf geachtet werden, Stress- und andere aggressionsauslösende Situationen von vorneherein zu vermeiden.

    Die folgenden Tipps zum Umgang mit Aggression sind angelehnt an die Leitlinien von Sauter u. a. (2004) und sind eigentlich für professionell Pflegende gedacht. Sie lassen sich aber teilweise auch durchaus auf die häusliche Situation übertragen.

  • Sofort reagieren
    Spitzt sich eine Bedürfnislage immer mehr zu, beispielsweise wenn der an Demenz Erkrankte Schmerzen hat, sollten Sie sofort reagieren, wenn Sie eine Anspannung bemerken. Je länger der Erkrankte auf Hilfe bei seinem Problem warten muss, desto verzweifelter wird für ihn die Lage, die schließlich in einer Aggression gipfeln kann.
  • Abgrenzung ermöglichen
    Das Bedürfnis des Erkrankten nach Abgrenzung hat Vorrang vor Nähe. Halten Sie sich lieber etwas zurück als den Betroffenen in die Enge zu treiben. Dadurch fühlt er sich unter Umständen bedroht und die Situation verschärft sich.
  • Alternativen anbieten, das Gefühl der Selbstbestimmung stärken
    Wo möglich, sollte auch Menschen mit Demenz die Möglichkeit zur Wahl gelassen werden, um das Gefühl der Selbstbestimmung zu bestärken.
  • Auf emotionale Botschaften achten
    Emotionale Botschaften werden von Demenzkranken besser verstanden als verbale Botschaften. Als Angehörige sollten Sie dem Betroffenen mit Einfühlungsvermögen begegnen. Gleichzeitig ist es aber von Vorteil, auch eine gewisse Bestimmtheit zu signalisieren. Wenn Sie selbstsicher auftreten, vermitteln sie dem Erkrankten, dass er Ihnen vertrauen kann. Machtdemonstrationen (zum Beispiel über dem sitzenden Erkrankten stehen) sollten, genau wie herabwürdigendes Verhalten, vermieden werden. Auch wenn ein Mensch mit Demenz vielleicht selbst nicht mehr sprechen oder sich nicht mehr ausreichend orientieren kann, bedeutet dies nicht, dass er Ihre Haltung ihm gegenüber nicht einschätzen kann.
  • Gesprächsstil
    Im Gespräch mit dem Demenzerkrankten sollte auf Verbindlichkeit und Eindeutigkeit geachtet werden. Der Mensch mit Demenz sollte verbal nicht überfordert werden – also mit wenigen Worten nur das Wichtigste thematisieren. Sie sollten immer wieder überprüfen, ob Ihre Botschaften angekommen sind und außerdem immer rückmelden, dass Sie den Erkrankten verstanden haben.
  • Gesprächsinhalte
    Wenn möglich, sollten mit dem Erkrankten die Punkte angesprochen werden, die ihn beschäftigen, da hier mit einer Gesprächsbereitschaft zu rechnen ist.
    Allerdings sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass komplexe Konflikte eher nicht im Gespräch zu lösen sind, da der Erkrankte dazu meist nicht mehr in der Lage ist. In dieser Situation sollten Sie eher tröstend und beruhigend auf den Betroffenen einwirken.
    Die Konfrontation mit ungeliebten Themen (zum Beispiel Pflegeheim oder Geld) sollte vermieden werden, wenn Sie merken, dass diese den Betroffenen aufregen oder traurig machen.
  • Reizabschirmung und Entspannung
    Ist der Erkrankte aus irgendeinem Grund sehr aufgebracht und lässt sich kaum beruhigen, könnte ein entspanntes und reizarmes Umfeld dazu beitragen, dass er sich wieder beruhigt. Stellen Sie Radio und TV-Geräte ab und versuchen Sie, Ruhe einkehren zu lassen.
  • Kontaktpause
    Wenn Sie merken, dass Ihnen eine Situation entgleitet, dann verlassen Sie nach Ankündigung ruhig für einige Zeit die Situation. Lassen Sie Beruhigung einkehren.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.04.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Demenz

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Demenz ist Oberbegriff für Erkrankungen des Gehirns, die vorwiegend im Alter auftritt. Sie beeinträchtigt unter anderem das Gedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache, Motorik, Orientierung, aber auch die Gemütslage und die sozialen Fähigkeiten.

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