Ganzkörpereinsatz beim Essen

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Bei nachlassenden Kräften kann das Essen zunehmend zu einer täglichen Herausforderung werden. Mit kleinen gezielten Unterstützungen können sie ein sicheres und selbständiges Essen ermöglichen. Der Vorgang des Essens verlangt Muskelarbeit und gute Sauerstoffversorgung. Um den Körper auch im Sitzen aufrecht zu halten, müssen zahlreiche Muskeln arbeiten.

Bedeutung des aufrechten Sitzens

Beim Sitzen ist die Rumpfmuskulatur sehr gefordert. Vor allem die langen Rückenstrecker sind für eine aufrechte Sitzhaltung aktiv. Wir kennen alle vom Einkaufstaschen tragen, dass Haltearbeit uns ermüdet. Bei optimaler Sitzhaltung kann die aktive Muskelarbeit verringert werden und die Wirbelsäule ist so aufgerichtet, dass sie sich selbst trägt.

Indem das Gesäß nach hinten zur Sitzlehne geschoben wird, gelingt ein Sitzen auf den Sitzhöckern. Der Oberkörper ist aufgerichtet und die Haltung ist optimal. Ein Nebeneffekt dieser Sitzhaltung ist eine bessere Belüftung der Lunge und somit eine günstigere Sauerstoffversorgung. Der Bodenkontakt mit Druck auf die Fußsohlen aktiviert die Streckmuskulatur auf der Rückseite der Beine und fördert die aufrechte Sitzhaltung. Außerdem gibt es Sicherheit, wenn wir den Boden unter unseren Füßen spüren.

Die Selbstwahrnehmung wird gefördert

Ist der Tisch zu hoch oder die Beine zu kurz, so ist der Bodenkontakt erschwert. Es kann eine Erhöhung der Sitzfläche nötig sein. Bitte nehmen Sie keinen Sitzkeil, da dieser nur hinten die Höhe verändert. Eine Fußstütze unter dem Tisch kann die Beinlänge ausgleichen. Unser Schultergürtel muss das Gewicht der Arme halten und so das Hantieren mit dem Besteck ermöglichen. Je höher der Tisch ist, desto anstrengender wird das Essen. Die Sitzhöhe sollte stets der Tischhöhe angepasst werden, da es sonst auch zu Schulterbeschwerden kommen kann.

Kauen und Schlucken benötigt Konzentration

Auch das Kauen ist eine anstrengende Muskelarbeit. Es fördert die Verdaubarkeit der Kost. Zum Kauen und Schlucken benötigt man Zeit und Konzentration. Daher sollten Lärm und Unruhe während des Essens vermieden werden. Am Schlucken sind zahlreiche Muskeln beteiligt. Der Schluckakt beginnt mit dem Griff nach dem Löffel oder dem Glas. Denn bereits hier stellen wir im Mund die passgenaue Öffnung ein.

Probieren Sie selbst aus, wie sich ihr Mund verändert, wenn Sie ein Glas Wasser in der Hand haben oder wenn Sie ein Stück Fleisch zum Mund führen. Bei jedem Schlucken macht der Kopf eine kleine Nickbewegung. Nur so kann der Kehldeckel die Luftröhre sicher verschließen. Eine leicht nach vorne geneigte Sitzfläche unterstützt das aufrechte Sitzen und damit auch den Kehldeckelschluss. Die Gefahr sich zu verschlucken wird effektiv reduziert.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 24.03.2014 aktualisiert.

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Kategorien: Entlastung Pflegender

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