Gesetzliche Pflegeversicherung: Welche Leistungen können Sie bei der Pflege im Heim erwarten?

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Seit 1. Januar 1995 gibt es hierzulande die gesetzliche Pflegeversicherung. In diesem Beitrag lesen Sie, welche Leistungen die gesetzliche Pflegeversicherung bei der stationären Pflege in einem Heim erbringt.

Welche Leistungen übernimmt die Pflegekasse bei Pflege in einem Pflegeheim?

Leistungen bei vollstationärer Pflege

Seit dem 1. Juli 1996 übernehmen die Pflegekassen immer dann, wenn die häusliche Pflege nicht mehr möglich ist, auch die Kosten für die stationäre Pflege in vollstationären Einrichtungen (Pflegeheim).

Die vollstationäre Pflege wird gewährt, wenn eine häusliche oder teilstationäre Pflege des Pflegebedürftigen nicht mehr möglich ist.

Entsprechend der Pflegestufe zahlt die Pflegekasse einen pauschalen Sachleistungsbetrag an das Pflegeheim (Pflegesatz). Die Sachleistung ist nur für den Pflegeaufwand, die medizinische Behandlungspflege und die soziale Betreuung im Heim bestimmt.

Für die vollstationäre Pflege übernehmen die Pflegekassen seit dem 1. Januar 2015 in Pflegestufe I bis zu 1.064 Euro, in Pflegestufe 2 bis zu 1.330 Euro und in Pflegstufe III bis zu 1.612 Euro monatlich, in Härtefällen in der Pflegestufe III bis zu 1.995 Euro.

Tipp: Die pflegebedingten Aufwendungen beziehen sich immer nur auf die allgemeinen Pflegeleistungen. Nicht übernommen werden dürfen allerdings die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie zusätzliche pflegerisch betreuende Leistungen. Die nicht unerheblichen Kosten muss der Versicherte, wie bei der häuslichen Pflege, immer selbst bezahlen.

Jedoch kostet ein Pflegeheim im Durchschnitt rund 3.400 Euro im Monat. Sie sollten daher rechtzeitig als ergänzende Vorsorge eine Pflegezusatzversicherung abschließen. Die Versicherer bieten dazu. Pflegetagegeldversicherung, Pflegekostenversicherung sowie Pflegerentenversicherung an.

Prüfung durch den MDK

Die Pflegekasse kann die Notwendigkeit der vollstationären Pflege vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüfen lassen. Bei Pflegebedürftigen mit der Pflegestufe III ist die Überprüfung nicht erforderlich, da hier die Notwendigkeit der vollstationären Pflege vorausgesetzt wird.

Leistungen bei teilstationärer Pflege

Verschlechtert sich der Zustand eines Pflegebedürftigen, der zu Hause gepflegt wird kurzfristig oder kann die Pflegeperson die Pflege nicht mehr im bisherigen Umfang gewähren, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die teilstationäre Pflege in Einrichtungen der Tagespflege oder Nachtpflege. Das gilt auch, wenn die pflegende Person entlastet werden muss.

In Stufe I werden Aufwendungen bis 468 Euro, in Stufe II bis 1.144 Euro und Stufe III bis 1.612 Euro monatlich bezahlt.
Besteht zusätzlich eine eingeschränkte Alltagskompetenz gelten folgende Beträge: In Pflegestufe 0 231 Euro, in Pflegestufe I 689 Euro, in Pflegestufe II 1.298 Euro und bei Pflegestufe III bleibt der Betrag gleich.

Achtung: Bei teilstationärer Pflege übernimmt die Pflegekasse die Pflegekosten, die Aufwendungen der sozialen Betreuung und die Kosten der medizinischen Behandlungspflege. Die Kosten für Verpflegung müssen dagegen privat getragen werden.

Die Tagespflege wird in der Regel von Pflegebedürftigen in Anspruch genommen, deren Angehörige tagsüber berufstätig sind. Dabei wird der oder die Pflegebedürftige meist morgens abgeholt und nachmittags zurück nach Hause gebracht.

Wichtig: Leistungen der Tages- und Nachtpflege können auch mit anderen ambulanten Sachleistungen und/oder dem Pflegegeld kombiniert werden. Seit dem 1. Januar 2015 können die Leistungen für Tages- und Nachtpflege in vollem Umfang beansprucht werden.

Leistungen bei Kurzeitpflege

Ist zeitweise die Pflege zu Hause nicht möglich, z. B. im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung des Pflegebedürftigen, trägt die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für eine kurzfristige stationäre Unterbringung in einem Pflegeheim (Kurzzeitpflege), und zwar bis zu 6 Wochen im Jahr, maximal 1.612 Euro.

Welche Kosten werden bei stationärer Pflege in einem Heim nicht bezahlt?

Pflegebedürftige Personen müssen alle über den Leistungsbetrag der Pflegekasse hinaus anfallenden pflegebedingten Kosten, die Kosten für Unterbringung und Verpflegung, die Investitionskosten und eventuell anfallenden Kosten für besondere Komfortleistungen immer selbst bezahlen.

Außerdem darf der von der Pflegekasse zu übernehmende Betrag 75 Prozent des tatsächlichen Heimentgeltes nicht übersteigen. Zum Heimentgelt gehören der Pflegesatz, die Unterkunfts- und Verpflegungskosten sowie die gesondert berechenbaren Investitionskosten.

Achtung: Bei der vollstationären Pflege muss geklärt werden, wie die Zuständigkeit von Pflegeeinrichtung oder Krankenkasse für die Bereitstellung der notwendigen Hilfsmittel ist.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 12.01.2015 aktualisiert.

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