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Harndrang – sofort zur Toilette oder aufhalten?

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Im Alter leiden viele Menschen daran, dass sie bei aufkommendem Harndrang zunehmend die Kontrolle verlieren. Ähnlich wie gute Bildung und lebenslanges Lernen das Voranschreiten einer Demenzerkrankung beeinflussen kann, gilt wahrscheinlich auch für eine Dranginkontinenz, dass das Gehirn durch angemessenes Aufschieben des Wasserlassens trainiert werden und so eine vorbeugende Wirkung erreicht werden kann.

Erst mit zwei bis vier Jahren schafft es das kleine Kind, solange das „Müssen“, also den Harndrang, zurückzudrängen, bis eine eine passende Gelegenheit zum Wasserlassen da ist, dass es nicht mehr einnässt. Das nennt man Kontinenz. Die Mutter spricht davon, dass das Kind nun „trocken“ ist.

Im Alter leiden viele Menschen daran, dass sie bei aufkommendem Harndrang zunehmend die Kontrolle verlieren. Bestimmte Erkrankungen führen dazu, dass die Kontrolle des Gehirns nicht mehr ausreicht, den natürlichen Reflex erfolgreich zu hemmen. Das nennt man dann Dranginkontinenz.

Normaler Harndrang oder Dranginkontinenz?

Die exakte Diagnose bleibt einer ärztlichen Untersuchung vorbehalten, denn neben der Dranginkontinenz gibt es weitere Formen oder Mischformen. Beispielsweise kann zusätzlich eine Belastungsinkontinenz vorliegen. Hierbei kommt es zu unwillkürlichen Urinverlust, wenn gößere Belastungen auf den Blasenschließmuskel wirken, zum Beispiel beim Heben oder schon beim Husten oder Lachen.

Die Therapie sieht anders aus als bei einer Dranginkontinenz. Leider sind die Erkrankungen des Gehirns oft schon so weit fortgeschritten, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist. Es bleibt den Betroffenen nur eine Möglichkeit: Sie müssen die Toilette aufsuchen, bevor der Harndrang einsetzt.

Toilettentraining bei Harndrang

In der professionellen Pflege wird die entsprechende Maßnahme als Toilettentraining bezeichnet. Man schaut sehr genau, wann der Betroffene wie viel trinkt und ab wann Harndrang einsetzt und wie viel dann an Wasser gelassen wird. Die Daten werden in einem Miktionsprotokoll festgehalten und ausgewertet. Die Pflegekräfte erstellen daraufhin einen Plan, aus dem hervorgeht, in welchen Abständen der Patient an den Toilettengang erinnert wird. Patienten, die noch geistig rege sind, können dies mit Hilfe eines Weckers selbstständig durchführen.

Das Kind lernt irgendwann, den Harrndrang zu beherrschen. Eine wundervolle Eigenschaft unseres Gehirns kommt noch hinzu. Sie alle kennen das: Man verspürt im Laufe des Tages Harndrang, dann ergibt sich keine passende Gelegenheit und so gerät das Ganze in Vergessenheit, es wird irgendwie so geschickt verdrängt, dass man es manchmal stundenlang nicht mehr spürt.

Sie kommen von der Arbeit nach Hause und plötzlich ist er da, der Harndrang. Er ist kaum mehr zu bändigen, die Toilette ist nah, die Gelegenheit günstig und – sehe ich da ein Lächeln auf Ihrem Gesicht? Aber auch diese Leistung des Gehirns ist das Ergebnis eines Trainings. Das heißt, wenn ich ständig gleich dem Harndrang nachgebe, kann mein Gehirn die Leistung des Harndranghemmens und -verdrängens nicht ausreichend verankern.

Dies kann sich im Alter vielleicht rächen. Es erscheint daher ratsam, im Sinne einer Inkontinenzprophylaxe nicht immer sofort oder „noch mal“ vorsorglich zur Toilette zu gehen. Also beugen Sie vor!

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