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Harnsteine: Wie die Ernährungsweise helfen kann

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Unter Harnsteinen versteht man Biomineralisate, die je nach Ort ihrer Entstehung unterschieden werden. Im Jahr 2001 waren etwa 4,7 Prozent der Deutschen von Harnsteinen betroffen, derzeit zählt man etwa 1,2 Millionen Harnsteinpatienten jährlich. Dabei kann die richtige Ernährungsweise helfen, Harnsteine zu vermeiden.

Die individuelle Lebensweise als Risikofaktor für die Harnsteinbildung

Die Bildung von Harnsteinen ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Männer sind in der Regel häufiger betroffen als Frauen, deren Anteil nahm jedoch auch in den letzten Jahren deutlich zu. Ein höheres Risiko für die Harnsteinbildung haben Menschen, die:

  • überwiegend im Sitzen tätig sind
  • Stress und psychischen Belastungen ausgesetzt sind
  • hohe Flüssigkeitsverluste erleiden (z.B. Schwitzen beim Sport, anhaltende Hitze, Durchfallerkrankungen etc.)
  • von Stoffwechselstörungen betroffen sind, die mit einer erhöhten Ausscheidung lithogener Substanzen im Harn einhergehen
  • sich nicht ausgewogen ernähren und daher zu viel Energie, Protein, Purine und Alkohol zu sich nehmen.

Diagnostik und Therapie bei Urolithiasis

Ein Harnstein kann mittels Sonographie oder Röntgen ab einer Größe von etwa 2 mm nachgewiesen werden. Infolge der Übersättigung des Harns mit lithogenen Substanzen kommt es zur Nukleation, Wachstum und Aggregation der Kristalle. Es erfolgt eine Ablagerung (beispielsweise in der Niere, im Harnleiter oder in der Blase) und weiteres Wachstum. Der Stein muss entfernt und genauestens analysiert werden, um durch gezielte Maßnahmen einer erneuten Steinbildung entgegenzuwirken bzw. vorzubeugen.

Ist die genaue Steinzusammensetzung mithilfe der Infrarotspektroskopie ermittelt, können die für jeden Betroffenen individuellen Risikofaktoren und damit die Risikogruppe bestimmt werden. Zusätzlich zur Harnsteinanalyse ist eine Basisuntersuchung des Betroffenen erforderlich. Sie beinhaltet auch die Anamnese (z.B. Ernährungsgewohnheiten) sowie Blut- und Urinuntersuchungen.

Zur Basistherapie bei Urolithiasis zählen:

  • Gewichtsreduktion bei bestehendem Übergewicht
  • ausreichende körperliche Aktivität
  • ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit sowie
  • eine ausgewogene Ernährungsweise.

Betroffene mit hohem Risiko für eine erneute Steinbildung sind auf ergänzende Therapiemaßnahmen wie eine steinartspezifische Enährung sowie evtl. Medikamente angewiesen.

Ernährungstherapeutische Möglichkeiten

Je nach Art und Zusammensetzung des analysierten Harnsteins ist eine spezielle Ernährungsweise das therapeutische Mittel. Hierbei unterscheidet man:

Kalziumoxalatsteine:

  • Zufuhr harnalkalisierender Getränke wie Säfte aus Zitrusfrüchten und Mineralwasser, das hydrogencarbonatreich und kalziumarm ist (HCO3+ >1500 mg/l, Ca2+ < 150 mg/l),
  • Meiden oxalsäurereicher Lebensmittel wie Weizenkleie und Mandeln und Haselnüsse, Rhabarber, Spinat, Mangold und Rote Bete.
  • Verminderung der Kochsalzufuhr sowie
  • Meiden purinreicher Nahrungsmittel wie rotes Fleisch, Innereien, Hülsenfrüchte und Alkohol
  • erhöhte Zufuhr pflanzlicher Lebensmittel

Harnsäuresteine:

  • purinarme Kost/ Meiden von Fleisch und Wurst sowie Fisch und Meeresfrüchten, Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen aber auch Erzeugnisse mit oder aus Hefe.
  • regelmäßiger erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse
  • Meiden von alkoholischen Getränken, hier insbesondere Bier
  • Aufnahme harnalkalisierender Getränke wie Säfte aus Zitrusfrüchten und Mineralwasser, das hydrogencarbonatreich und kalziumarm ist (HCO3+ >1500 mg/l, Ca2+ < 150 mg/l)

Kalziumphosphatsteine:

  • ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr mittels harnneutraler Getränke wie Mineralwasser, das kalzium- und hydrogencarbotnatarm ist (Ca2+ < 150 mg/l, HCO3-
  • ausreichende Kalziumzufuhr mithilfe von Milch und Milchprodukten
  • verminderte Eiweiß- und Kochsalzaufnahme
  • Meiden phosphatreicher Lebensmittel wie Fleisch, Innereien, Nüsse, Kakao, Wurstwaren Hülsenfrüchte, Hartkäse, Schmelzkäse

Cystinsteine:

  • ausgewogene, überwiegend pflanzliche Ernährung mit mäßigem Eiweißgehalt
  • Einschränkung der Kochsalzaufnahme
  • hohe Zufuhr (3,5 L) überwiegend harnalkalisierender Getränke(Säfte aus Zitrusfrüchten und Mineralwasser, das hydrogencarbonatreich und kalziumarm ist (HCO3+ >1500 mg/l, Ca2+ < 150 mg/l)

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.04.2015 aktualisiert.

Schlagwörter:

Kategorien: Ernährung, Krankheiten

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