Hilfsmittel bei Demenz anwenden

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Die Pflege eines demenzkranken Menschen stellt Angehörige vor große Herausforderungen. Oft weiß die Familie nicht, auf was es bei der Pflege ankommt und welche die wirklich wichtigen Hilfsmittel sind. Unsicherheiten entstehen, die auf den Patienten übertragen werden. Damit bei Ihnen diese Bedenken erst gar nicht auftreten, nennen wir Ihnen konkrete Tipps zur Pflege Ihres demenzkranken Angehörigen.

Das Wichtigste für einen demenzkranken Menschen ist die Orientierung. Eine demenzkranke Person kann sich nicht an Orte erinnern, an Daten und Uhrzeiten und auch nicht an den Grund einer bestehenden Situation. Dabei sind genau dies die Punkte, die einem Menschen Halt und das Gefühl geben, Herr seiner selbst zu sein.

Wenn diese Orientierung nicht mehr vorhanden ist, reagieren Menschen mit Verunsicherung und Verzweiflung. Sie ziehen sich zurück und scheuen die Außenwelt. Daher ist es Ihre Aufgabe als Pfleger, Ihrem Angehörigen so viele Orientierungspunkte und Hilfsmittel wie möglich zu liefern.

Trainieren Sie das Zeitgefühl
Auch Uhren und Kalender haben für eine demenzkranke Person eine große Bedeutung und gelten als bedeutsames Hilfsmittel. Es ist wichtig, dass Ihr Angehöriger immer einen Kalender oder eine Uhr in Reichweite hat. So fällt es ihm leichter, den Tag und die Uhrzeit einzuordnen.

Funktionsfähige Sinnesorgane schaffen Orientierung
Auch wenn Ihnen diese Dinge selbstverständlich erscheinen: Achten Sie darauf, dass die Sinnesorgane Ihres Angehörigen einwandfrei funktionieren oder diese mit Hilfsmitteln unterstützt werden. Die Sinnesorgane geben Ihrem Angehörigen einen großen Teil der Orientierung.

Daher ist es wichtig, dass Sie regelmäßig überprüfen, ob die Hörgeräte oder die Brille noch den nötigen Werten entsprechen und einwandfrei funktionieren. Ein demenzkranker Mensch, der Gesprächen aufgrund seines schlechten Gehörs nicht mehr folgen kann, scheut davor zurück, nachzufragen und verzichtet somit ganz auf Interaktionen.

Das beste Hilfsmittel bei Demenz: Die Gewohnheit
Demenzkranken wird mit Gewohnheiten geholfen. Versuchen Sie, Regelmäßigkeiten in ihr Leben zu bringen. Ein strukturierter Tagesablauf ist für eine demenzkranke Person von großer Bedeutung. So sollten die Essenszeiten täglich beibehalten werden und auch Besuche von Verwandten sollten regelmäßig stattfinden. Auch das Aufstehen und zu Bett gehen geschieht am besten immer zur gleichen Uhrzeit.

Gehen Sie täglich mit Ihrem Angehörigen spazieren. So erfährt er, welches Wetter herrscht und kann sich die Jahreszeiten besser merken. Erklären Sie ihm immer, was Sie planen und nennen Sie die Beziehungen: "Heute gehen wir raus, weil die Sonne scheint. Und weil es heute warm ist, musst Du keine Jacke mitnehmen." Ein Demenzkranker versteht die Zusammenhänge zwischen Sommer und Wärme nicht mehr, sodass er vermutlich bei einem Sommerspaziergang den Wintermantel anziehen würde.

Denken Sie sich weitere Hilfsmittel und Gewohnheiten aus: Lesen Sie Ihrem Angehörigen beispielsweise jeden Abend eine Geschichte vor, schalten Sie morgens beim Zähneputzen das Radio ein oder schauen Sie sich täglich gemeinsam eine Sendung im Fernsehen an. Ihr Angehöriger wird diese Aktivitäten verinnerlichen und gewöhnt sich daran.

Eine schöne Gewohnheit ist das Familienalbum. Dieses können Sie sich jeden Abend zusammen ansehen und gemeinsam überlegen, wer die verschiedenen Personen sind. Geben Sie Ihrem Angehörigen Hinweise, aber lassen Sie ihn den Namen selbst aussprechen. Wichtig ist, dass dabei keine Verzweiflung entsteht. Wenn Ihr Angehöriger nicht weiterkommt und ständig das Gefühl hat zu scheitern, schreiten Sie ein und helfen Sie ihm. Diese Gewohnheiten verschaffen Ihrem Angehörigen Mut und Sicherheit.

Sinnvoll sind vor allem Kalender, bei denen das Datum mit einem Magneten angezeigt wird. Bitten Sie Ihren Angehörigen jeden Tag, das aktuelle Datum einzustellen. Somit befasst er sich jeden Tag aufs Neue mit dem aktuellen Datum und schafft sich unbewusst mehr Orientierung. Fragen Sie Ihren Angehörigen öfters nach der Uhrzeit. So ist er "gezwungen", sich über die Uhrzeit zu informieren und festigt damit sein Zeitgefühl.

Wenn Sie Ihren Angehörigen zu Hause pflegen, sollten Sie die Wohnung für einen demenzkranken Menschen auf Vordermann bringen. Beschriften Sie die Türen und das Mobiliar. Das hilft Ihrem Angehörigen, sich besser zu Recht zu finden und den Weg zum Badezimmer alleine zu finden. Damit sind Erfolgserlebnisse garantiert, die die notwendige Selbstzufriedenheit schaffen.

Motivation – ein bewährtes Hilfsmittel bei Demenz
Wichtig ist, dass Sie Ihren demenzkranken Angehörigen stets "auf Trab halten". Denn nur wer aktiv ist und gefordert wird, strengt sich an und vermeidet es, sich in seinem Zimmer einzuigeln. Fordern Sie Ihren Angehörigen also heraus. Stellen Sie ihm Fragen (welcher Tag ist heute, wie viel Uhr ist es, was möchtest du heute essen).

Wichtig ist, dass Sie Ihren Angehörigen nicht schonen oder ihm Tätigkeiten abnehmen. Wenn Sie Ihrem Angehörigen wichtige Aufgaben selbst überlassen, entsteht das Gefühl, gebraucht zu werden und nützlich zu sein. Mit dem Bewusstsein, sein Leben selbstständig führen zu können, entstehen die nötigen Sicherheiten und die Freude am Leben – trotz Demenz.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 25.03.2014 aktualisiert.

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Häufig gestellte Fragen

Fühlen Menschen mit Demenz “anders”?

Hilft ein Gedächtnistraining gegen Demenz?

Sind Demenz und Alzheimer das Gleiche?

Ist die Demenz eine normale Alterserscheinung?

Ist Demenz vererbbar?

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