Höhere Leistungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung

Erhalten Sie in unserem Online-Pflegekurs Unterstützung, Information und persönlicher Beratung von Experten.

Seit dem 1. Januar 2015 sind die Leistungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung gestiegen. Dieser Beitrag zeigt welche Leistungen Pflegebedürftige und deren Angehörige seit dem 1. Januar 2015 von der gesetzlichen Pflegekasse bekommen können.

Leistungen bei häuslicher Pflege durch Angehörige (Pflegetagegeld)

Seit dem 1. Januar 2015 sind die Leistungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung gestiegen. Die Leistungsansprüche der Versicherten an die Pflegeversicherung betragen seit dem 1. Januar 2015 bei der häuslichen Pflege durch Angehörige: 244 Euro in der Pflegestufe I, 458 Euro in der Pflegestufe II oder 728 Euro in der Pflegestufe III monatlich.

Leistungen bei häuslicher Pflege durch professionelle Pflegedienste (ambulante Sachleistungsbeträge)

Die Hilfeleistungen können auch von professionellen Pflegediensten ausgeführt werden, deren Einsatz von den Pflegekassen als so genannte Pflegesachleistung (ambulante Sachleistungsbezüge) bezahlt wird. Bei der Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst stehen Pflegebedürftige seit dem 1. Januar 2015:

  • in der Pflegestufe I 468 Euro,
  • in der Pflegestufe II 1.144 Euro,
  • in der Pflegestufe III 1.612 Euro,
  • im Härtefall 1.995 Euro monatlich zu.

Wenn die häusliche Pflege nicht ausreicht, kann die Pflege auch in teil- oder vollstationären Einrichtungen erfolgen.

Leistungen bei vollstationärer Pflege

In der vollstationären Pflege werden für Grund- und Behandlungspflege sowie für die hauswirtschaftliche Versorgung

  • in Pflegestufe I 1.064 Euro,
  • in Pflegestufe II 1.330 Euro,
  • in Pflegestufe III 1.612 Euro und
  • in Härtefällen 1.995 Euro monatlich gezahlt.

Unterkunft und Verpflegung muss der Heimbewohner im Pflegefall aus eigenen Mitteln finanzieren. Jedoch kostet ein Pflegeheim im Durchschnitt rund 3.400 Euro im Monat. Sie sollten daher rechtzeitig als ergänzende Vorsorge eine Pflegezusatzversicherung abschließen. Die Versicherer bieten dazu Pflegetagegeldversicherung, Pflegekostenversicherung sowie Pflegerentenversicherung an.

Leistungen bei Kurzzeitpflege

Viele Pflegebedürftige sind nur für eine begrenzte Zeit auf stationäre Pflege angewiesen, insbesondere zur Bewältigung von Krisensituationen bei der häuslichen Pflege oder übergangsweise im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt. Für sie gibt es die Kurzzeitpflege in entsprechenden stationären Einrichtungen.

Die Leistung der Pflegeversicherung für die Kurzzeitpflege unterscheidet sich betragsmäßig nicht nach Pflegestufen, sondern steht unabhängig von der Einstufung allen Pflegebedürftigen in gleicher Höhe zur Verfügung.
Bei der Kurzzeitpflege erhöhte sich seit dem 1. Januar 2015 die Leistung unabhängig von der Pflegestufe auf bis zu 1.612 Euro pro Jahr.

Leistungen bei Pflegevertretung

Wer einen Angehörigen pflegt, hat über die gesetzliche Pflegeversicherung Anspruch auf so genannte Verhinderungspflege. Das bedeutet: Will ein(e) Angehörige(r) z.B. einmal Urlaub machen, kann er oder sie bis zu sechs Wochen im Jahr eine Pflegevertretung in Anspruch nehmen.
Wird die Verhinderungs- bzw. Ersatzpflege durch einen ambulanten Pflegedienst oder in einer stationären Einrichtung (z.B. Wohnheim für Behinderte, Kurzzeitpflege oder Pflegeheim) erbracht, übernimmt die Pflegekasse die pflegebedingten Kosten bis zu einer Höhe von 1.612 Euro im Kalenderjahr.
Zusätzlich zu diesem Betrag können bis zu 806€ aus den Ansprüchen auf Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege angerechnet werden.

Wichtig: Eine Pflegevertretung oder auch Ersatzpflege bzw. Verhinderungspflege wird auch anerkannt, wenn z.B. die Wohnung des Pflegebedürftigen renoviert werden muss, Familienmitglieder bei der Ernte eingebunden sind oder Zeit überbrückt werden muss, bis ein Heimplatz gefunden ist. Die Liste der in Frage kommenden Verhinderungsgründe bei Ersatzpflege bzw. Verhinderungspflege ist nicht definiert. Sie lässt sich daher beliebig erweitern.

Leistungen für die Tages- und Nachtpflege

Kann die häusliche Pflege tagsüber oder nachts nicht ausreichend sichergestellt werden, trägt die Pflegekasse nach § 41 SGB XI die Kosten für die Tages- bzw. Nachtpflege in einer zugelassenen Einrichtung. Seit dem 1. Januar 2015 erhalten Pflegebedürftige dafür von der Pflegekasse monatlich nun:

  • in der Pflegestufe I 468 Euro,
  • in der Pflegestufe II 1.144 Euro und
  • in der Pflegestufe III 1.612 Euro

Leistungen der Tages- und Nachtpflege können in vollem Umfang neben den ambulanten Pflegesachleistungen bzw. dem Pflegegeld in Anspruch genommen werden.

Wir klären Sie auf was im Pflegefall zu tun ist! Jetzt informieren!

Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.02.2015 aktualisiert.

Schlagwörter:

Kategorien: Gesetzliche Pflegeversicherung

Bewerten Sie diesen Artikel

Vielen Dank.


Versicherung & Finanzen


Pflege Newsletter

– 100 % kostenlos
– jederzeit kündbar
– keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte


Fachbegriffe erklärt

Das Glossar erläutert alle wichtigen Fachbegriffe zur Pflege auf einfache und verständliche Art. Zum Glossar



Wir klären Sie kostenlos auf,
was im Pflegefall zu tun ist!

Jetzt informieren!

Mehr zum Thema

Geldbörse
Wer zahlt im Falle einer Pflegebedürftigkeit?

Ein Pflegefall in der Familie ist keine Seltenheit. Zu den psychischen Sorgen kommen oft noch die… Artikel lesen ›

Pflegekasse: Ambulante und stationäre Versorgung

Die Leistungen der Pflegekasse bei Pflegebedürftigkeit sind nach den verschiedenen Pflegestufen gestaffelt. Es gibt sowohl Geld-, als auch Sachleistungen, sowie Kombinationen aus beiden, die… Artikel lesen ›

Häufig gestellte Fragen

Wer bezahlt die Pflege meines Angehörigen?

Welche Vermögensschongrenze gibt es bei Erhalt der “Hilfe zur Pflege”?

Muss man die kompletten Pflegekosten als Pflegebedürftiger aus eigener Tasche bezahlen?

Reicht eine Pflegestufe aus, um eine ambulante oder vollstationäre Pflege zu finanzieren?

Ähnliche Kurse

Wer zahlt im Falle einer Pflegebedürftigkeit?

Pflegekasse: Ambulante und stationäre Versorgung

Gesetzliche Pflegeversicherung

Jede Person mit Wohnsitz in Deutschland ist verpflichtet, nicht nur eine Kranken- sondern auch eine Pflegeversicherung abzuschließen. Gesetzlich Krankenversicherte versichern das Pflegerisiko bei einer gesetzlichen Pflegekasse, während privat Krankenversicherte verpflichtet sind, sich bei einem Privaten Krankenversicherungsunternehmen abzusichern.

Alle Beiträge zum Thema ›

OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.