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Ins Heim oder Zuhause gepflegt werden – was ist besser?


Ambulant vor stationär – welche Versorgungsform bei Pflegebedürftigkeit die bessere ist, hängt sehr vom Einzelfall ab. Nicht immer ist die ambulante Versorgungsform die geeignetere und noch weniger ist die stationäre Pflege immer die teurere Variante! Bei der Entscheidung sollten grundsätzlich humanitäre und pflegefachliche Kriterien im Vordergrund stehen, denn präventive Maßnahmen lohnen immer.

Prävention lohnt sich und die Ressourcen der Angehörigenpflege schwinden

Wir wissen heute, dass neben der medizinischen Versorgung – besonders der Bluthochdruckbehandlung – Bildung und geistige Aktivität bis ins hohe Alter, Bewegung, richtige Ernährung und soziale Kontakte die entscheidenden Faktoren für ein gesundes Alter sind und die Entstehung einer Demenzerkrankung verzögern oder vielleicht verhindern können. Diese Faktoren sorgen also dafür, dass dem Gesundheitssystem nicht zusätzliche Kosten entstehen.

Wir wissen heute, dass immer weniger Angehörige in der Lage sind, ihre pflegebedürftigen Eltern zu pflegen. Sie wohnen weiter weg und manchmal sind gar keine Kinder da. Sie müssen im Beruf bleiben, damit sie über die Runden kommen. Gleichzeitig braucht unsere Wirtschaft sie als erfahrene Fachkräfte. Immer mehr Frauen sind berufstätig und müssen es bleiben. Oft sehen sie sich aus persönlichen Gründen nicht in der Lage, pflegebedürftige Angehörige zu versorgen. Sie fühlen sich schlichtweg nicht bereit oder können dies aufgrund von anderen Lebensentwürfen nicht leisten.

Wir wissen heute, dass die Ressourcen der Angehörigenpflege im ambulanten Bereich nicht mehr unbegrenzt sind und zunehmend professionelle Pflege nachgefragt wird. Und die kostet – gleich ob ambulant oder stationär – Geld. Und selbst zu Dumpingpreisen mit wenig oder gar nicht ausgebildeten Personal aus dem In- und Ausland lässt sich diese Kostenspirale nicht aufhalten.

In diesem Spannungsfeld stellt sich für viele Menschen die Frage: Bleibe ich bei Betreuungs- und Pflegebedürftigkeit zu Hause in meinen vier Wänden, die vielleicht noch aufwändig renoviert und behindertengerecht gestaltet werden müssen? Oder gehe ich in eine stationäre Einrichtung?

Pro Ambulant

Noch entscheiden sich die meisten Menschen für die ambulante Versorgung und das Prinzip "Ambulant vor stationär" gilt auch in der Deutschen Pflegeversicherung. Hierfür gibt es gute Gründe. Solange die Pflege und Betreuung großteils von Angehörigen organisiert und übernommen werden kann, ist es sicherlich die bessere Option. Zudem ist es die gesamtgesellschaftlich kostengünstigere Variante und Vermögenswerte wie Immobilien bleiben zunächst im Zugriff der Erben.

Gründe für Stationär

Insbesondere für demenzkranke Menschen ist die stationäre Versorgung in sehr vielen Fällen die bessere Wahl. Allerdings müssen tatsächlich hinreichend Gründe dafür sprechen. Ein Grund für eine Heimversorgung kann sein, dass der Pflegebedürftige sich selbst oder andere in irgendeiner Art und Weise gefährdet.

Bei Menschen, denen vom Medizinischen Dienst (MDK) der Krankenkasse die Pflegestufe 1 oder 2 zugeordnet wurde, wird die Notwendigkeit der vollstationären Unterbringung immer noch einmal geprüft. Bei Pflegestufe drei dagegen entfällt diese Prüfung.

Pro Stationär

Ist allerdings eine gute und engmaschige Versorgung durch Angehörige nicht möglich, ist unter humanitären, gesundheitlichen und pflegefachlichen Aspekten die stationäre Versorgungsform oft die weitaus bessere Entscheidung. Dabei spielen die Aussagen der Angehörigen eine nicht unwesentliche Rolle bei der Entscheidungsfindung.

Für und Wider

Ambulant versorgte Pflegebedürftige laufen Gefahr zu vereinsamen und nicht genügend Sozialkontakte und geistige Herausforderungen zu bekommen, die sie in Schwung halten. Viele Unzulänglichkeiten und Probleme bleiben unerkannt und die Immobilität auf Grund von fehlenden Anreizen zu geschützten Bewegungsaktivitäten nimmt zu.

Die betroffenen Menschen geraten darüber leicht und oft unbemerkt in eine Abwärtsspirale, der in einem stationären Umfeld entweder entgegengewirkt oder die gar aufgehalten werden kann. Am Ende könnten im stationären Umfeld im Sinne der Prävention Kosten für zusätzliche medizinische Versorgung oder Betreuung verhindert werden.

Beratung suchen

Mittlerweile zeigen sich auch im teilstationären Bereich immer mehr Angebote, die genau solche Versorgungslücken schließen können. Nehmen Sie daher gezielt zu ambulanten und stationären Anbietern Kontakt auf, um sich über die Angebots- und Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren.

Fragen Sie nach

  • sogenannten niederschwelligen Angeboten
  • Tagespflegeplätzen
  • Nachtpflege
  • Wohngemeinschaften für demenzkranke Menschen in der Region
  • Kurzzeitpflege
  • Verhinderungspflege
  • günstigen Mittagstischen oder Essen auf Rädern
  • ehrenamtlichen Hilfsangeboten in Ihrer Kirchengemeinde
  • den Lebensmittelhändler in der Nähe
  • Ihre Nachbarn
  • aber auch nach stationären Einrichtungen in der Umgebung und deren Angeboten.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.04.2015 aktualisiert.


 

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