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Kann die Multiple Sklerose mit dem Pflaster gebremst werden?

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Sieht so die MS-Therapie von morgen aus? Mit einem Pflaster aus Myelinproteinen konnten Forscher eine Immuntoleranz bei MS-Kranken induzieren und die Schubrate praktisch ohne Nebenwirkungen drastisch senken.

Was polnischen Forschern um Dr. Agata Walczak von der Universität in Krakau in einer kleinen Studie gelungen ist, könnte – falls die Ergebnisse bestätigt werden – erneut Hinweise liefern, dass eine MS prinzipiell heilbar ist und sich das außer Kontrolle geratene Immunsystem wieder auf den richtigen Weg zurückführen lässt.

In ihrer Studie haben die Forscher drei speziell aufbereitete Myelinpeptide in ein Pflaster gepackt und Placebo-kontrolliert bei 30 MS-Patienten geprüft (JAMA Neurol 2013; online 1. Juli).

Alle Patienten hatten mindestens einen MS-Schub in den vergangenen zwölf Monaten und waren seit mindestens drei Monaten ohne immunmodulierende Basistherapie.

Als Myelinpeptide wurde jeweils ein immunogener Abschnitt des Myelin- Basisproteins (MBP), des Myelin-Oligodendrozyten-Glykoproteins (MOG) und des Proteolipid-Proteins (PLP) gewählt.

Gegen die Proteine sind die meisten der Autoantikörper bei MS gerichtet. In Tierexperimenten konnte eine transdermale Therapie mit einem ähnlichen System eine experimentelle Myelin vermittelte Autoimmunenzephalitis abschwächen.

16 Patienten erhielten ein Pflaster mit je 1 mg der drei Peptide, vier mit 10 mg, und 10 Patienten bekamen ein Placebopflaster. Das Pflaster wurde im ersten Monat wöchentlich, danach monatlich gewechselt.

Die 10-mg-Gruppe wurde vor allem aus Sicherheitsgründen gewählt, einen Therapieeffekt versprachen sich die Forscher primär schon in der 1-mg-Gruppe. Diesen konnten sie auch tatsächlich beobachten. Verglichen mit dem Placebo war die Gesamtzahl der per MRT sichtbaren Läsionen nach einem Jahr transdermaler Therapie um zwei Drittel geringer als mit Placebo.

Schon früher gab es Impfversuche

Mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von 2 Prozent war das Ergebnis statistisch signifikant. Die Zahl der neuen T2-Läsionen war um knapp 70 Prozent geringer (im Schnitt 0,75 vs. 2,4), aber das Ergebnis war nicht signifikant.

Dagegen war eine signifikante Reduktion des T2-Läsionsvolumens (-20 Prozent) mit der 1-mg-Dosis zu beobachten, mit Placebo nahm das Läsionsvolumen dagegen zu (+25 Prozent).

Als Nebenwirkungen hatten 20 Prozent der Patienten Juckreiz durch das Pflaster. Schwere unerwünschte Effekte wurden nicht beobachtet, Infektionen traten in allen Gruppen ähnlich häufig auf.

Routine-Labortest zeigten keine ungewöhnlichen Abweichungen. Offenbar ließ sich mit dem Pflaster ein Therapieeffekt in der Größenordnung einer immunmodulierenden Basistherapie erzielen.

Die Studie ist nicht die erste, in der versucht wurde, eine Immuntoleranz bei MS zu erzeugen. Zuvor gab es schon weniger erfolgreiche Impfversuche mit speziellen Myelinpeptiden. Möglicherweise scheint der Umweg über die Haut mit ihrem ausgeklügelten Immunsystem besser geeignet.

Vor kurzem hatten auch Forscher um Professor Roland Martin vom Institut der Universität Hamburg einen Ansatz vorgestellt, bei dem sie insgesamt sieben verschiedene Myelinpeptide an autologe Leukozyten koppelten.

Damit soll ein natürlicher, Immuntoleranz induzierender Prozess nachgeahmt werden: Sterben Blutzellen ab und werden von Phagozyten gefressen, nehmen diese die frei werdenden Peptide als körpereigen war.

Die Leukozyten dienten den Forschern als eine Art Trojanisches Pferd, um dem Immunsystem eine Toleranz gegen Myelinproteine anzutrainieren. Eine erste Studie bei MS-Patienten scheint auch hier auf eine Schubreduktion zu deuten.

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Kategorien: Multiple Sklerose

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