Körperliche Gewalt gegen Pflegekräfte – ab wann Sie handeln sollten

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Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Diese Weisheit trifft auch auf die Beziehung zwischen Pflegebedürftigen und Pflegekräften zu. In den Medien ist oft nur von Übergriffen der Pfleger auf ihre Schutzbefohlenen die Rede. Natürlich ist das nicht tolerierbar, doch auch Pflegebedürftige werden öfter als man denkt gewalttätig und auch das sollte man nicht hinnehmen.

Macht die Situation den Unterschied? Nein!

Stellen Sie sich vor, in der Schlange beim Einkauf oder im Warteraum beim Arzt läuft nicht alles nach Ihrer Vorstellung ab. Vermutlich werden Sie etwas missmutig, vielleicht beschweren Sie sich auch mit deutlichen Worten, aber in der Regel werden Sie wohl weder wüste Beschimpfungen noch Drohungen oder gar körperliche Gewalt gegenüber Anderen zur Anwendung bringen.

Anders erleben das viele Pflegekräfte. Der Bedürftige wird ausfallend, reißt an der Kleidung und schlägt auch um sich. Kleine Gegenstände werden nach dem Pfleger geworfen, vielleicht wird auch gezwickt oder gar getreten. Körperliche Gewalt gegen Pflegekräfte kommt viel öfter vor, als in den Medien berichtet wird.

Studien haben tatsächlich ergeben, dass gerade die Pfleger von körperlich und psychisch geschwächten Menschen sehr häufig die Opfer von Gewalt werden. Viele Betroffene glauben aber, dass eben die Situation den Unterschied macht und man daher den Angehörigen einfach diesen Freiraum geben muss. Das ist jedoch schlicht die falsche Einstellung. Körperliche Gewalt sollte man niemals hinnehmen und die Situation so schnell es geht auflösen.

Handeln Sie bereits nach dem ersten Übergriff

Sprüche wie “Einmal ist keinmal” gelten bei körperlicher Gewalt in keinem Fall. Der erste Übergriff des Angehörigen auf Sie ist bereits Anlass, mit entsprechenden Gegenmaßnahmen zu reagieren. Selbstverständlich sollten Sie weder rechtliche Schritte einleiten, noch zu verwerflichen Mitteln wie Gegenschlag oder Vernachlässigung greifen. Die korrekte Reaktion lautet: Kommunikation. Weichen Sie der Situation nicht aus, sondern beginnen Sie sofort ein Gespräch und schaffen Sie klare Verhältnisse.

Konfliktlösung: Nachsicht nur bis zu einem gewissen Grad

Oft werden Pflegebedürftige gewalttätig, da Sie mit Ihrem gesamten Leben unzufrieden sind. Sie fühlen sich aufgrund ihrer Einschränkungen hilflos und vom Schicksal betrogen. Das führt zu einer inneren Wut, die sich dann oft auf das direkte Umfeld auswirkt: Sie. Trotz Ihrer Pflegebemühungen werden Sie zur Zielscheibe der Wut und bereits kleine Momente der Spannung reichen aus und die Wut entlädt sich durch Schlagen und Treten.

Kommt es zu einer solchen Situation, müssen Sie zunächst räumliche Distanz schaffen, damit keine weitere Gewalt stattfinden kann. Gehen Sie einen Schritt zurück, aber bleiben Sie dabei äußerlich ruhig. Warten Sie, bis Ihr Angehöriger sich soweit beruhigt hat, dass er Ihnen zuhört und dann zeigen Sie Nachsicht. Sagen Sie ihm, dass Sie für seine Situation Verständnis haben, indem Sie ihm mit Worten wiedergeben, was gerade in ihm vorgeht.

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.06.2015 aktualisiert.

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Kategorien: Gewalt in der Pflege

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