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Komplikation bei Brustkrebs-OP: Beugen Sie einem Lymphödem im Arm vor

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Jährlich erkranken über 74.500 Frauen an Brustkrebs. Je nach Lage, Größe und Ausweitung des Tumors muss eine Entfernung der betroffenen Brust durchgeführt werden. Auch regionale Lymphknoten werden entnommen. Lymphödeme im anliegenden Arm sind eine häufige Spätkomplikation. Lesen Sie hier, worauf Sie nach einer Brustkrebs-OP achten sollten, um das Risiko so gering wie möglich zu halten.

Lymphsystem – großes Gefäßsystem zum Flüssigkeitstransport

 

Der Lymphkreislauf ist neben dem Blutkreislauf das zweite große Flüssigkeitstransportsystem des menschlichen Körpers. Über die Arterien wird sauerstoffreiches Blut in alle Bereiche des Körpers transportiert, über die Venen fließen 90% des Blutes zum Herzen zurück. Die restlichen 10% der flüssigen Bestandteile des Blutes werden vom Lymphsystem dem Blutkreislauf wieder zugeführt. Das System besteht aus Lymphbahnen und Lymphknoten. Kurz vor dem Herzen münden die Lymphbahnen in die großen Venen.

Lymphbahnen als Drainage

 

Durch Überdruck in den Blutgefäßen treten Flüssigkeit und Nährstoffe in den Interzellularraum (Zellzwischenraum) aus. So werden die Zellen mit Sauerstoff und Energie versorgt, die keinen Anschluss an Blutgefäße haben. Diese geben ihrerseits überschüssige Flüssigkeit und Stoffwechselprodukte in den Zellspalt ab.

Diese Stoffe werden mitsamt der im Gewebe befindlichen Flüssigkeit von den Lymphkapillaren aufgenommen und abtransportiert. Die Lymphbahnen beginnen als kleinste „blinde Röhrchen“ (Kapillaren) im Gewebe und vereinigen sich zu immer größeren Lymphgefäßen. Gleichzeitig nimmt die Lymphe die im Darm zerlegten Fette auf. Auf ihrem Weg zum Herzen zurück passiert die Lymphe mehrere Lymphknoten, wo sie gefiltert und gereinigt wird.

Lymphknoten als Filterstation

 

In den Lymphknoten werden Zellfragmente, Bakterien und andere Fremdkörper herausgefiltert. Gleichzeitig wird dort ein Teil der Lymphozyten gebildet. Diese Zellen gehören zum menschlichen Immunsystem und haben die Aufgabe, Krankheitserreger und Fremdstoffe unschädlich zu machen.

Durch die Lymphbahnen wandernde Krebszellen können sich in den Lymphknoten festsetzen und dort Metastasen bilden.

Folgen der Entfernung von Lymphknoten

 

Bei einer Brustoperation wegen einer Krebsgeschwulst wird mindestens ein Lymphknoten in Tumornähe entfernt, der sog. Wächter- oder Sentinellymphknoten. Durch die Entfernung werden gleichzeitig auch Lymphbahnen zerstört. Die Irritation weniger Lymphbahnen kann der Körper durch Umgehungskreisläufe ausgleichen. Sind es zu viele, wird die Lymphe nicht mehr ausreichend abtransportiert.

Auch durch postoperative Bestrahlung werden die Lymphbahnen und -knoten geschädigt. Vorhandenen Metastasen in den Lymphknoten oder im umliegenden Gewebe behindern ebenfalls den Abfluss der Lymphe. So wird der Lymphfluss unterbrochen. Die Lymphe staut sich in den Arm bis in die Hand zurück. Es entsteht ein Lymphödem. Auch mehrere Jahre nach einer Operation kann sich eine solche Stauung ausbilden.

Risiken eines Lymphödems

 

Die Lymphflüssigkeit enthält gelöste Stoffe: Eiweiß, Zelltrümmer und auch Krankheitserreger, die abtransportiert werden sollen. Steht diese Flüssigkeit länger im Gewebe, kommt es dort zu Entzündungsreaktionen. Der Körper versucht neue Lymphbahnen zu bilden und produziert vermehrt Bindegewebe.

Durch den Druck der Flüssigkeit wird das Gewebe schlechter durchblutet und ist empfindlich gegenüber mechanischer Reizung. Die Haut verliert durch die chronische Entzündung und das vermehrte Bindegewebe ihre Elastizität. Sie ist anfällig für Krankheitskeime, vernarbt und verhärtet auf Dauer.

Behandeln Sie den betroffenen Arm „wie ein rohes Ei“!

 

Ein Lymphödem lässt sich nicht immer verhindern. Das kapillare Lymphsystem ist sehr empfindlich und reagiert schnell auf Irritation. Der Abfluss wird gestört und die Flüssigkeit staut sich zurück. Auch wenn sich zunächst nach einer Operation keine Schwellung zeigt, ist der Arm auf der betroffenen Seite hochempfindlich.

Jegliche Verletzung stellt eine Eintrittspforte für Erreger dar. Es kann sich ein Erysipel bilden, eine bakterielle Entzündung der Haut. Sie sollten sich auf Dauer bestimmte Verhaltensweisen angewöhnen, denn: Ein Lymphödem kann auch noch Jahre nach einer Brustkrebsoperation auftreten.

Vermeiden Sie jegliche Irritation des Gewebes!

 

Der betroffene Arm ist für Blutdruckmessungen, Blutentnahmen oder Massagen tabu. Auch Blutzuckerkontrollen müssen an der anderen Hand durchgeführt werden.

Überlasten Sie den betroffenen Arm nicht!

 

Hängen Sie Ihre Handtasche über die andere Schulter. Führen Sie Hausarbeit soweit wie möglich mit dem anderen Arm durch. Tragen Sie keine schweren Einkaufstaschen oder Koffer mit dem betroffenen Arm.

Achten Sie auf Verletzungsgefahr!

 

Tragen Sie bei der Haus- und Gartenarbeit Handschuhe. Benutzen Sie beim Nähen einen Fingerhut. Feilen Sie die Fingernägel, anstatt sie zu schneiden. Achten Sie darauf, die Nagelhaut nicht zu verletzen. Seien Sie vorsichtig im Umgang mit Haustieren. Bisse oder Kratzer von Tieren tragen ein hohes Infektionsrisiko und sind eine Eintrittspforte für Krankheitserreger. Raucherinnen sollten sich angewöhnen, die Zigarette in der anderen Hand zu halten.

Meiden Sie Hitze!

 

Spülen Sie kein Geschirr im heißen Wasser. Benutzen Sie Topfhandschuhe, wenn Sie mit Töpfen oder am Backofen hantieren. Duschen Sie lieber, statt zu baden. Gehen Sie nicht in die Sauna. Bügeln Sie so wenig wie möglich. Halten Sie sich wenig in der direkten Sonne auf.

Achten Sie auf lockere, leichte Kleidung!

 

Tragen Sie keine schweren Mäntel. BH-Träger sollten breit und bequem sein. Der BH darf weder an der Schulter noch am Brustkorb einschneiden. Die Kleidung sollte locker sitzen und nicht einschnüren. Tragen Sie Schmuck und die Armbanduhr am anderen Arm.

Achten Sie auf Ihr Gewicht!

 

Übergewicht stellt ein zusätzliches Risiko für die Ausbildung eines Lymphödems dar. Halten Sie Ihr Gewicht im Normbereich. Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen. Würzen Sie mit Kräutern an Stelle von Salz.

Suchen Sie bei Entzündungszeichen den Arzt auf!

 

Fieber oder Schüttelfrost gehören zu den Merkmalen einer Entzündung. Informieren Sie den behandelnden Arzt. Auch Rötungen oder Überwärmungen am betroffenen Arm sollten Sie Ihrem Arzt schnellstens mitteilen.

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Kategorien: Krebserkrankungen

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