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Kontrakturprophylaxe – beugen Sie schmerzhaften Gelenkversteifungen vor

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Kontrakturen sind dauerhafte Versteifungen von Gelenken. Die Bewegung ist mit Schmerzen verbunden. Diese treten häufig bei immobilen, schwerstpflegebedürftigen Menschen auf. Lesen Sie hier, wie Sie durch Kontrakturprophylaxe Gelenkversteifungen reduzieren können.

Was ist eine Kontraktur?

Eine Kontraktur (lat. contrahere = zusammenziehen) ist eine dauerhafte Verkürzung von Muskeln, Sehnen und Bändern. Folge ist Versteifung der anliegenden Gelenke. Es entsteht eine bleibende Einschränkung in der Bewegung bis hin zur kompletten Versteifung des Gelenkes.

Werden Gelenke nicht bewegt, kommt es bereits nach 3 Wochen zum Abbau von Muskeln und Verkürzung von Bändern und Sehnen.

Woran erkennt man eine Kontraktur?

Anzeichen sind zunächst Bewegungseinschränkungen. Eine krankhafte Haltung des betroffenen Gelenkes ist zu beobachten, zum Beispiel ein eng an den Körper angelegter Arm oder eine ständig zur Faust geschlossene Hand. Wird versucht, das betroffene Gelenk zu bewegen, kommt es zu erkennbaren Widerständen oder Schmerzen. Der Arm lässt sich nicht mehr richtig anheben, die Hand lässt sich nicht ganz öffnen.

Weitere Anzeichen sind die Vermeidung von Bewegungen, veränderte, unharmonische Bewegungsmuster oder die komplette Versteifung einzelner Gelenke.

Welche Risikofaktoren für eine Kontraktur gibt es?

Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma und Gicht stellen durch die schmerzhafte Beweglichkeit der Gelenke ein Risiko für eine Kontraktur dar. Auch verhärtete Narben in Gelenknähe begünstigen Fehlhaltungen und Versteifungen.

Ebenso fördern neurologische Symptome wie Spastiken in den Armen oder Beinen die Bildung von Kontrakturen. Eine Spastik selbst ist noch keine Versteifung des Gelenkes, kann aber durch die dauerhafte Fehlhaltung dazu werden. Dies kann beispielsweise nach einem Schlaganfall passieren.

Sehr schwache, kranke, schwerstpflegebedürftige Menschen sind hochgradig gefährdet. Häufig wird immer wieder eine "Lieblingsposition" eingenommen, Arme und Beine werden an den Körper gezogen. Es mangelt an Eigenbewegung.

Wie funktioniert die Kontrakturprophylaxe?

Das wichtigste und wirksamste Mittel gegen Kontrakturen ist Bewegung.

  • aktive Bewegung
    Ermuntern Sie Ihren Angehörigen, sich so viel wie möglich zu bewegen. Achten Sie darauf, dass er täglich ein paar Schritte läuft, wenn es möglich ist. Erinnern Sie ihn, sich selbst im Bett oder Rollstuhl anders zu positionieren. Bei Lähmungen und Spastiken fordern Sie Ihren Pflegebedürftigen auf, beispielsweise den betroffenen Arm selbst mit dem anderen Arm durchzubewegen.
  • aktiv assistierte Bewegung
    Der Pflegebedürftige führt die Übungen selbst durch. Sie unterstützen Ihn dabei, indem Sie ihm beispielsweise helfen, eine begonnene Bewegung zu Ende zu führen oder das Bein oder den Arm mit festhalten.
  • passive Bewegung
    Sie als Pflegeperson bewegen die gefährdeten Gelenke des Pflegebedürftigen durch. Dies kann erforderlich sein bei bewusstlosen, gelähmten oder sehr stark geschwächten Menschen.
  • resistive Bewegung
    Der Pflegebedürftige führt Bewegungen gegen einen Widerstand aus. Dies kann Ihre Muskelkraft sein. Er versucht zum Beispiel Ihre Hand wegzudrücken oder wegzutreten. Dies fördert sowohl die Beweglichkeit des Gelenkes als auch die Muskelkraft des Pflegebedürftigen.

Tipps für die Durchführung der Kontrakturprophylaxe

Bewegungsübungen dürfen stets nur bis zur Schmerzgrenze oder zum Erreichen eines Widerstandes durchgeführt werden.

Warmes Wasser entspannt und erleichtert die Beweglichkeit. Eine versteifte Hand lässt bei einem Handbad in einer Schüssel sehr viel leichter öffnen. Bewegungen sind in der Badewanne häufig weniger schmerzhaft.

Benutzen Sie beide Hände, wenn Sie Gelenke Ihres Angehörigen bewegen wollen. Greifen Sie jeweils mit einer Hand ober- und unterhalb des Gelenkes. Dadurch stabilisieren Sie das betroffene Gelenk. Halten Sie beispielsweise das Bein oberhalb des Knies fest und bewegen den Unterschenkel.

Jede Übung sollte etwa drei Mal täglich mit 5 bis 10 Wiederholungen durchgeführt werden. Ist das Gelenk nach der Mobilisation gerötet oder überwärmt, ist es überanstrengt. Reduzieren Sie Häufigkeit und Intensität der Übungen und steigern Sie diese sehr langsam.

Achten Sie darauf, dass sich die Gelenke bei der Lagerung in der sogenannten physiologischen Mittelstellung befinden. Das bedeutet, Gelenke werden weder überstreckt noch extrem gebeugt.

Ein letzter Hinweis

Nach neusten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen ist es häufig trotz regelmäßiger Prophylaxe nicht möglich, Kontrakturen komplett zu verhindern. Trotzdem sollten regelmäßige Bewegungsübungen durchgeführt werden, um das Ausmaß der Steifigkeit und die damit verbundenen Schmerzen zu reduzieren.

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Kategorien: Praxis der Pflege

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