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Kontrakturprophylaxe – wie man sich bettet, so liegt man

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Kontrakturen sind schmerzhafte Gelenkversteifungen. Diese können entstehen durch körperlicher Schwäche und Immobilität bei schwerster Pflegebedürftigkeit oder Krankheit. Lesen Sie hier, wie Sie durch entsprechende Lagerung das Risiko senken können.

Die beste Prophylaxe gegen die Versteifung von Gelenken ist natürlich die Bewegung. Auf Grund von Pflegebedürftigkeit, körperlichen Schwäche oder schweren Erkrankung können sich die Eigenbewegungen reduzieren. Es ist wichtig, diese regelmäßig zu fördern. Gleichzeitig können Sie durch entsprechende Lagerung das Kontrakturrisiko senken.

Sicher kennen Sie das von sich selbst, wenn man lange in derselben Position gesessen oder gelegen hat. Man fühlt sich steif und muss sich erst mal strecken. Ein gesunder Mensch wechselt häufig seine Position, wenn es ihm unbequem wird. Das können schwache, schwerstkranke oder pflegebedürftige Menschen nicht mehr und benötigen deshalb die Unterstützung der Pflegenden.

Strecklagerung und Beugelagerung

Es wird unterschieden zwischen der Streck- und Beugelagerung und der Funktionsstellung, auch physiologische Mittelstellung genannt. Bei der Beugestellung werden die Gelenke angewinkelt, bei der Streckstellung gestreckt. Bei der Funktionsstellung befinden sich die Gelenke in Mittelstellung, also zwischen Beugung und Streckung. Es ist wichtig, die Positionen regelmäßig zu verändern.

Die Wirbelsäule wird immer grade gelagert. Eine Verschiebung oder Verkrümmung soll vermieden werden. Die Füße – besonders die Fersen – müssen regelmäßig auf Rötungen hin kontrolliert werden. Diese können ein erstes Anzeichen für einen Dekubitus (Druckgeschwür) sein. Fersen sollten am besten freigelagert werden.

Beugestellung

Kopf: Mit einem kleinen zusätzlichen Kissen wird der Kopf leicht nach vorne gebeugt.

Schultern und Arme: Die Oberarme werden in einem 90°-Winkel vom Oberkörper abgespreizt. Die Oberarme bilden mit dem Oberkörper ein T. Die Unterarme werden in einem 90°-Winkel vom Oberarm abgewinkelt und liegen flach auf der Matratze. Ein Arm wird kopfwärts auf das Bett gelegt. Der andere Arm wird in Richtung Füße abgewinkelt.

Hände und Finger: Die Finger sind leicht gebeugt. Diese Position kann ggf. mit einer Schaumstoffrolle oder einem weichen Ball unterstützt werden (nicht geeignet für bei spastischen Lähmungen, da dieses den Greifreflex auslösen kann).

Hüfte und Knie: Unter den Knien wird ein Kissen platziert. Ober- und Unterschenkel bilden einen 160° bis 150°-Grad-Winkel. Fallen die Beine nach innen oder außen, stützen Sie diese mit Kissen, Decken oder Schaumstoffkeilen.

Fußgelenke: Ein besonderes Risiko bei Bettlägerigen ist der Spitzfuß. Dieser sieht aus wie bei einer Ballerina, die auf ihren Zehenspitzen tanzt. Der Spitzfuß kann sich ausbilden durch eine schwere Bettdecke, die auf den Füßen aufliegt oder mangelnden Gegendruck. Achten Sie darauf, dass sich die Knöchelgelenke im 90° Winkel zum Unterschenkel befinden.

Dies erreichen Sie, wenn Ihr Angehöriger am Fußende gegen etwas treten kann. Dies kann eine feste eingerollte Decke sein oder ein fester Schaumstoffkeil. Ziehen Sie Ihrem Angehörigen stundenweise feste Schuhe an, vor allem, wenn er im Rollstuhl sitzt. Besonders eignen sich knöchelhöhe Turnschuhe. Hat sich ein Spitzfuß ausgebildet, ist das Auftreten oder Laufen kaum mehr möglich.

Streckstellung

Kopf: Der Kopf wird auf einem flachen Kissen gelagert.

Schultern und Arme: Die Oberarme werden in einem 30°-Winkel vom Oberkörper abgespreizt. Die Unterarme werden durchgestreckt. Sie bilden also mit den Oberarmen eine gerade Linie und liegen flach auf der Matratze auf.

Hände und Finger: Die Handflächen liegen mit der Unterseite auf dem Bett. Die Hände selbst setzen die geraden Linien der Ober- und Unterarme fort. Die Finger sind abgespreizt und liegen mit ihrer Unterseite auf der Matratze.

Hüfte und Knie: Die Ober- und Unterschenkel liegen parallel und flach auf der Matratze. Eine ggf. vorhandene Drehung nach innen oder außen wird mit Lagerungshilfsmitteln korrigiert.

Fußgelenke: Die Füße werden in ihrer normalen Stellung belassen. Sie fallen von selbst in eine leichte Streckung in Richtung Fußsohle.

Funktionsstellung

Kopf: Der Kopf wird auf einem flachen Kissen in der Mittelstellung gelagert und nach rechts oder links gewendet.

Schultern und Arme: Die Oberarme werden im 30°-Winkel vom Oberkörper abgespreizt. Legen Sie die Hände auf den Bauch, sodass sich die Fingerspitzen fast berühren. Unter beiden Ellenbogen wird ein Kissen platziert.

Hände und Finger: Die Handgelenke werden etwas in Richtung Handrücken gestreckt. Diese Position kann mit einer Schaumstoffrolle oder einen weichen Ball unterstützt werden (nicht geeignet für Menschen mit spastischen Lähmungen).

Hüfte und Knie: Die Ober- und Unterschenkel liegen parallel und auf der Matratze. Fallen die Beine nach innen oder außen, stützen Sie diese mit Kissen, Decken oder Schaumstoffkeilen.

Fußgelenke: Die Lagerung der Füße erfolgt wie in "Beugestellung" beschrieben.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.04.2015 aktualisiert.

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