OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Krebs bei älteren Menschen: Welche Fragen sollten Sie stellen?

Erhalten Sie in unserem Online-Pflegekurs Unterstützung, Information und persönlicher Beratung von Experten.

Die Diagnose Krebs ist ein Schock für Betroffene wie auch für deren Angehörige. Es werden Ängste ausgelöst, sowohl vor dem Verlauf der Erkrankung, wie auch vor Folgen belastender Therapien. Betroffene ältere Menschen stellen sich häufig die Frage, ob sie die Behandlung durchstehen oder die ihnen verbleibende Zeit so erleben wollen. Lesen Sie hier wichtige Informationen zur Entscheidungsfindung.

Die Behandlung einer Krebserkrankung, gleich welcher Art, muss in ausdrücklichem Einvernehmen mit den Patienten erfolgen. Grundlage für eine Zustimmung oder Ablehnung einer Therapie ist die ausführliche Information über Stadium der Krebserkrankung und vorhandene Metastasen, zu erwartende Komplikationen und Verlauf. Ebenso muss eine umfangreiche Aufklärung zu Risiken und Belastungen einer anstehenden Therapie erfolgen. Darüberhinaus besteht das Recht auf das Einholen einer Zweitmeinung durch einen weiteren Facharzt oder eine Klinik.

Ausreichende Informationen erhalten

Angehörige, die Krebskranke begleiten, unterstützen und pflegen, sollten in den Entscheidungsprozess miteinbezogen werden. Existiert eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung des alten Menschen, haben Sie das Recht auf Auskünfte. Gerade bei bestehenden weiteren gesundheitlichen Einschränkungen älterer Menschen kann eine Fülle an Informationen diese überfordern. Es ist wichtig, dass pflegende Angehörige dieselben Informationen erhalten und diese in Ruhe mit den Betroffenen besprechen können.

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet zahlreiche Informationen zu Fragen, die im Zusammenhang mit unterschiedlichen Krebserkrankungen auftreten. Auch steht dieser für weitergehende Fragen per E-Mail oder über eine Telefon-Hotline zur Verfügung.

Bereiten Sie sich gemeinsam auf Arztgespräche vor!

Auf Gespräche mit den behandelnden Ärzten sollten sich Erkrankte und deren Angehörige in Ruhe vorbereiten können. Häufig entstehen im Nachhinein beim Verarbeiten der erhaltenen Informationen weitere Fragen, die für anstehende Entscheidungen von Bedeutung sind. Scheuen Sie sich nicht, einen weiteren Termin zu vereinbaren.

Notieren Sie sich die aufgeworfenen Fragen, nehmen Sie alle Bedenken, Fragen und Ängste der erkrankten Menschen sehr ernst. Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen, bedenken Sie in Ruhe gemeinsam alle Aspekte, die für die erkrankte Person von Bedeutung sind. Letztendlich entscheidet der alte Mensch selbst über seine Zukunft. Häufig ist es für Angehörige nicht leicht, deren Entscheidung zu akzeptieren, wenn sie selbst anders entschieden hätten.

Auch Ärzte haben Fragen!

Rechnen Sie damit, dass die behandelnden Ärzte eine Reihe an Informationen von Krebskranken benötigen, die für die Entwicklung der Therapievorschläge von Bedeutung sind. Auch darauf sollten Sie sich gemeinsam vorbereiten. Mit folgenden Fragen sollten Sie rechnen:

  • Welche weiteren Erkrankungen liegen vor? Besorgen Sie vom Hausarzt und behandelnden Fachärzten eine Übersicht über sämtliche bestehende Erkrankungen und deren Therapie.
  • Gab es Operationen oder Krankenhausaufenthalte in der Vergangenheit? Gerade bei häufiger Multimorbidität (Mehrfacherkrankung) alter Menschen sind diese Informationen von Bedeutung.
  • Welche Medikamente werden eingenommen? Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Elektrolyte oder Vitamine müssen angegeben werden. Stellen Sie eine komplette Medikamentenliste zusammen.
  • Wann sind erste Symptome aufgetreten, die der Erkrankung zugeordnet werden können? Überlegen Sie gemeinsam – manchmal fällt erst im Nachhinein auf, dass es bereits schon einige Zeit zuvor mögliche Hinweise auf die Erkrankung gab.
  • Gibt es weitere Krebserkrankungen in der Familie? Waren Großeltern, Eltern, Geschwister oder Kinder schon einmal an Krebs erkrankt? Wie war der Krankheitsverlauf bei den Angehörigen?

Diese Fragen sollten Sie und Ihr Angehöriger stellen!

  • Wie genau heißt der Krebs, an der die betroffene Person erkrankt ist? In welchem Stadium befindet sie sich? Liegen bereits Metastasen vor?
  • Welche Therapie wird vorgeschlagen? Aus welchem Grund wird eine bestimmte Behandlung favorisiert? Welche Alternativen gibt es?
  • Welcher Krankheitsverlauf ist auf Grund vorliegender Informationen bei dieser Therapie zu erwarten? Ist die Therapie kurativ (heilend) oder palliativ (lindernd)?
  • Welche Belastungen, Begleiterscheinungen oder Komplikationen sind bei dieser Therapie zu erwarten? Wie häufig und mit welchem Erfolg wurde die Therapie bisher angewendet?
  • Welchen Verlauf wird die Erkrankung voraussichtlich nehmen, wenn Sie sich gegen eine Therapie entscheiden?
  • Wie häufig sind Krankenhausaufenthalte zur Durchführung der Therapie zu erwarten? Kann diese auch ambulant erfolgen? Wie lange wird diese voraussichtlich insgesamt durchgeführt werden, bis aussagekräftige Kontrollergebnisse vorliegen? Wie häufig müssen welche Kontrolluntersuchungen erfolgen?
  • Wo können Sie eine zweite Meinung einholen?
  • Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es, wenn Sie die Pflege Ihres Angehörigen zu Hause übernehmen – Hospiz, Palliativstation, Pflegedienste mit Palliativpflegekräften, Selbsthilfegruppen, Schmerztherapeuten, Palliativmediziner, ambulantes Palliativnetz…?
  • Wo können Sie die gegebenen Informationen nachlesen? Gibt es Broschüren oder Internetseiten, wo Sie für Nichtmediziner verständlich aufbereitete Informationen bekommen können?

Der individuelle Verlauf lässt sich nie genau vorhersagen!

Natürlich ist jede Krebserkrankung im Verlauf individuell, nicht alles, was eintreffen kann, muss Ihren Angehörigen treffen. Manche Betroffene empfinden eine bestimmte Form der Behandlung als sehr belastend und klagen über eine Reihe von Begleiterscheinungen. Andere wiederum verkraften die gleiche Behandlung sehr gut und haben kaum Nebenwirkungen.

Auch kann letztendlich niemand voraussagen, wie genau die Erkrankung im Falle Ihres Angehörigen verlaufen wird. Trotzdem ist es hilfreich, sich umfassende Informationen einzuholen. Übersehen Sie dabei nicht die mutmachenden, positiven Verläufe ohne Komplikationen und schwere Belastungen.

Die betroffene Person selbst entscheidet, wann sie genug weiß!

Scheuen Sie sich nicht, mehrere Gesprächstermine zu vereinbaren. Gerade in der gemeinsamen Nachbesprechung fällt häufig auf, dass man bestimmte Informationen unterschiedlich verstanden hat oder neue Fragen aufgeworfen werden. Fragen Sie nach, wenn Ihrem Angehörigen oder Ihnen noch Dinge unklar sind. Lassen Sie sich alle Informationen geben, die Ihr Angehöriger oder Sie selbst benötigen, um wichtige Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Respektieren Sie es aber auch, wenn die erkrankte Person sich entscheidet, nichts weiter wissen zu wollen. Haben Sie ein offenes Ohr und stehen Sie für Gespräche zur Verfügung, aber drängen Sie nicht.

Nehmen Sie Ihre eigenen Grenzen ernst!

Besprechen Sie offen und ehrlich mit Ihrem Angehörigen, was Sie selbst verkraften und leisten können und wo Ihre Grenzen liegen. Entscheiden Sie sich gemeinsam frühzeitig für Optionen von Hilfsangeboten. Bitten Sie beispielsweise einen Pflegedienst um einen Beratungstermin, auch wenn Sie aktuell noch keine Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Eine Krebserkrankung kann plötzlich fortschreiten und einen unerwarteten deutlich erhöhten Pflegebedarf verursachen. Dann ist es entlastend und beruhigend, wenn Sie die Inanspruchnahme des Pflegedienstes bereits vorbereitet haben und nicht erst dann anfangen zu suchen.

Wir klären Sie auf, was im Pflegefall zu tun ist! Jetzt informieren!

Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 04.11.2015 aktualisiert.

Bewerten Sie diesen Artikel

Krebs bei älteren Menschen: Welche Fragen sollten Sie stellen?
4.2 Sternen.


Krankheiten

Pflege Newsletter

– 100 % kostenlos
– jederzeit kündbar
– keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte

Fachbegriffe erklärt

Das Glossar erläutert alle wichtigen Fachbegriffe zur Pflege auf einfache und verständliche Art. Zum Glossar

Inhalte der Online-Pflegekurse

Informieren Sie sich hier über die Inhalte der Online-Pflegekurse für die Pflege Angehöriger. Jetzt informieren

Mehr zum Thema

Wer bekommt Palliativversorgung und wer zahlt die Behandlung?

Manchmal kommt in der Pflege der Zeitpunkt, an dem die Ärzte die Heilbehandlung einstellen, da medizinisch nichts mehr für den Patienten getan werden kann.… Artikel lesen ›

Hospiz
Hospizbewegungen: mehr Geborgenheit für Sterbende

Da das Sterben von alten und/oder schwerstkranken Menschen immer weiter aus dem alltäglichen Leben ausgeklammert wurde,… Artikel lesen ›

Möglichkeiten der Palliativpflege

Einem sterbenden Menschen die letzten Wochen oder Tage so angenehm wie möglich zu gestalten, ist das Ziel der Palliativpflege. Die Linderung der Symptome und… Artikel lesen ›

Ähnliche Kurse

Wer bekommt Palliativversorgung und wer zahlt die Behandlung?

Hospizbewegungen: mehr Geborgenheit für Sterbende

Möglichkeiten der Palliativpflege

Palliativmedizin

Wie arbeiten Palliativstationen?

Krebserkrankungen

Die Heilungschancen von Krebserkrankungen sind deutlich gestiegen. Zur Zeit werden mehr als die Hälfte der Betroffenen dauerhaft geheilt. Trotz der verbesserten Prognose bedeutet die Diagnose Krebs eine enorme körperliche wie seelische Belastung. Hier finden Sie wichtige, aktuelle Informationen zu Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Komplikationen von Krebserkrankungen.

Alle Beiträge zum Thema ›

OK

Wir benutzen Cookies, um unseren Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.