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Künstlicher Darmausgang: Wann wird ein Stoma notwendig?

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Ein Stoma ist ein künstlicher Darmausgang, der nach einer schweren Erkrankung oder Verletzung eines Darmabschnitts dauerhaft oder vorübergehend an der Bauchdecke eingerichtet wird. Das Stoma wird dort angelegt, wo der Darm entlastet werden soll. Ein häufiger Grund für einen künstlichen Darmausgang ist auch ein nicht mehr funktionierender Schließmuskel.

Die Stoma-Anlage als letzter Ausweg

Manchmal ist eine Stoma-Anlage notwendig, weil sie die letzte Möglichkeit ist, Ihre Lebensqualität zu verbessern. Diese Entscheidung fällt weder Ihnen noch dem Arzt leicht, aber wenn keine andere Maßnahme mehr hilft, wird Ihnen ein künstlicher Darmausgang den Alltag schließlich erleichtern oder überhaupt ermöglichen. Sie werden wieder am sozialen Leben teilnehmen können, ohne ständig nach der nächsten Toilette zu suchen.

Den Umgang mit dem Stoma lernen

Natürlich ist ein Darmausgang an der Bauchdecke gewöhnungsbedürftig, aber mit der Unterstützung eines erfahrenen Stoma-Therapeuten, der richtigen Pflege und guten Produkten werden Sie sich bald an die andere Art des Toilettengangs gewöhnen. Zudem gibt es für Stomaträger passende Unterwäsche, die den Stuhlbeutel so gut fixieren, dass man ihn kaum noch bemerkt. Manche Stomaträger benötigen nur einen kleinen oder gar keinen Beutel, weil sie mithilfe einer Art Darmspülung (Irrigation) ihren Darm zu einem gewünschten Zeitpunkt leeren können.

Welche Erkrankungen können ein Colostoma notwendig machen?

Je nach Erkrankung wird der künstliche Darmausgang (Colostoma oder Ileostoma) an unterschiedlichen Stellen angelegt und kann nach einer Genesung auch wieder zurückverlegt werden. Gründe für ein Colostoma sind:

  • wenn der Dickdarm chronisch entzündet, geschädigt oder zerstört ist, zum Beispiel durch Morbus Crohn, Tumore, Aussackungen oder Strahlentherapien
  • eine komplette Stuhlinkontinenz, wenn der Stuhl durch keine andere Maßnahme mehr gehalten werden kann
  • angeborene Fehlbildungen des Dickdarms

Wo wird ein Colostoma angelegt?

Für ein dauerhaftes oder vorübergehendes Colostoma kann der künstliche Ausgang am Ende des Dickdarms angebracht werden, sodass die Öffnung links unten am Bauch sitzt. Die Konsistenz des Stuhls ist daher ähnlich, als wenn er durch den Enddarm ausgeschieden würde. Eine andere Möglichkeit ist, den Ausgang am oberen Verlauf des Dickdarms anzulegen, sodass das Stoma am oberen Bauchbereich sitzt. Für ein Colostoma kann der Dickdarm ganz durchtrennt werden, wenn die Anlage endgültig ist, oder nur halb durchtrennt werden, wenn sich ein Teil des Dickdarms vorübergehend erholen und der Darm später wieder mit einander verbunden werden soll.

Wann und wo wird ein Ileostoma angebracht?

Ein Ileostoma wird an der Bauchdecke in Höhe des Dünndarms angelegt, wenn der Dickdarm so erkrankt ist, dass man ihn komplett oder teilweise entfernen muss. Dies ist bei Krebs oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen der Fall, wenn die Durchfälle auf eine unerträglich hohe Zahl ansteigen und medikamentös nicht mehr zu behandeln sind. Meist wird dafür eine endständige Ileostomie gewählt, d.h. der Darm wird ganz durchtrennt. Die künstliche Öffnung liegt dabei am Bauch rechts unten.

Weil der Dünndarminhalt durch den hohen Enzymgehalt recht aggressiv ist, lässt man den Darm wenige Zentimeter aus der Bauchdecke hervorragen, damit der Stuhl nicht die Haut angreifen kann. Durch eine entsprechende Basisplatte, an der der Stuhlbeutel angeschlossen wird, wird die Haut zusätzlich geschützt und der Darmausgang unauffällig verdeckt.

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Kategorien: Inkontinenz

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