Lohnt es sich, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen?

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Schon heute ist es so, dass die Pflegepflichtversicherungen der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung kaum ausreichen, um ausreichend versorgt zu sein. Es wird daher generell geraten, sich zusätzlich zu versichern.

Staat fördert Pflegetagegeldversicherung

Seit Anfang 2013 werden Bürger gefördert, die sich dazu entschließen, eine private Pflegetagegeldversicherung abzuschließen, den sogenannten Pflege-Bahr. Jährlich erhalten sie 60 Euro, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen, die vom Staat vorgegeben sind.

Der Vorteil für Sie ist bei dieser Pflegetagegeldversicherung, das s keine Gesundheitsprüfung stattfindet. Besonders wenn Sie unter Krankheiten wie Rheuma, Arteriosklerose oder einem hohen Blutdruck leiden, könnte dies sonst ein Grund sein, Ihnen höhere Beiträge aufzuerlegen oder Ihnen sogar den Beitritt zu verweigern.

Stiftung Warentest rät ab

Stiftung Warentest hat allerdings im April 2013 zahlreiche Pflegetagegeldtarife untersucht und kommt zu dem Fazit, dass die Leistungen der Versicherungen viel zu gering sind, um eine Pflege zu finanzieren. Geht man bei einem Beispiel davon aus, dass Sie in die Pflegestufe 1 eingeteilt werden, können Sie bis zu 1.023 Euro Sachleistungen für den Aufenthalt in einem Pflegeheim mit der Pflegekasse verrechnen.

Dieser Betrag ist notwendig, um davon die Grundpflege, die soziale Betreuung und medizinische Versorgung zu bezahlen. Bedenkt man allerdings, dass die Unterbringungskosten für einen Heimplatz zirka 1.500 Euro betragen, werden bei einer durchschnittlichen Erstattung von 250 Euro für eine 30-Jährige in dieser Pflegestufe immer noch 1.250 Euro übrig bleiben, die Sie aufbringen müssten.

Risikozuschläge bei Vorerkrankung

Damit die Differenz möglichst klein gehalten wird und Sie kaum oder gar nichts dazuzahlen müssen, sollten Sie schon relativ früh eine private Pflegezusatzversicherung abschließen, die nicht staatlich gefördert wird.

Die Beiträge sind dann relativ gering, da im Allgemeinen keine Vorerkrankungen vorhanden sind. Leiden Sie allerdings unter einer chronischen Krankheit, kann dies bedeuten, dass Risikozuschläge Ihren monatlichen Beitrag erhöhen.

Langfristig finanzielle Situation bedenken

Je nachdem wie alt Sie sind, müssen Sie mit einem monatlichen Beitrag zwischen 30 und mehr als 80 Euro rechnen. Gehen Sie besser von einem hohen Beitrag aus, wenn Sie mit den Leistungen erreichen wollen, dass keine finanzielle Lücke entsteht. Überlegen müssen Sie sich nun, ob Sie solche Beträge Monat für Monat zur Verfügung haben, um sie für die Pflegezusatzversicherung auszugeben.

Bedenken Sie nun aber nicht nur Ihre aktuelle finanzielle Situation; möglicherweise sind Sie in einigen Jahren arbeitslos, als Selbstständiger bleiben Ihnen die Kunden aus oder Sie gehen in den Ruhestand und haben nur noch eine niedrigere Rente zur Verfügung. Bei der Pflegetagegeldversicherung kommt noch hinzu, dass Sie auch weiterhin die abgeschlossenen Beträge zahlen müssen, wenn Sie pflegebedürftig sind und kein Einkommen mehr haben.

Entwicklung der Beiträge unsicher

Da diese Form der Pflegetagegeldversicherung zusätzlich noch sehr jung ist, kann man noch nicht vorhersagen, wie sich die Beiträge in der Zukunft entwickeln werden. Je mehr Menschen sie in Anspruch nehmen, ohne eine Gesundheitsprüfung abgelegt zu haben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kosten in den kommenden Jahren steigen werden. Entschließen Sie sich aber dazu, dennoch eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, sollten Sie die Angebote sorgfältig vergleichen.

Persönliche Überlegungen anstellen

Wägen Sie also ab:

  • Können Sie sich dauerhaft den errechneten Beitrag zahlen?
  • Sind höhere Beiträge in der Zukunft bezahlbar?
  • Sind Sie in der Lage, eine finanzielle Lücke trotz Auszahlung schließen zu können?

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Verfasst von: Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 25.03.2014 aktualisiert.

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Jeder möchte im Pflegefall möglichst gut abgesichert sein. Deshalb stellt sich schnell die Frage, ob eine private Pflegezusatzversicherung lohnenswert wäre. Seit 2013 wird die Pflegetagegeldversicherung ("Pflege-Bahr") sogar staatlich gefördert. Damit auch Sie im Pflegefall bestens versichert sind, haben wir Ihnen einige Artikel zu dem Thema private Zusatzversicherungen zusammengetragen.

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