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Machen Sie Pflegeaufwendungen in der Steuererklärung geltend

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Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können Ihre Pflegeaufwendungen im Rahmen der Steuererklärung geltend machen. Das kann bei der Einkommensteuer zu einer erheblichen Entlastung für Pflegebedürftige und ihrer Angehörigen führen. In diesen Beitrag lesen Sie, welche Pflegeaufwendungen Sie im Einzelnen von der Steuer absetzen können.

Im Pflegefall reichen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung meist nicht aus, um die oft hohen Kosten für das Pflegeheim oder die ambulante Pflegekraft zu bezahlen. Dann muss Einkommen verwendet oder das Ersparte eingesetzt werden. Reicht auch das nicht, nimmt das Sozialamt die Angehörigen in die Pflicht.

Einige Pflegeaufwendungen können aber in der Steuererklärung berücksichtigt werden, was zu einer erheblichen Entlastung der Betroffenen und ihrer Angehörigen bei der Einkommensteuer führt.

Achtung: Generell gilt, dass in der Steuererklärung nur diejenigen Aufwendungen als so genannte „außergewöhnliche Belastung“ berücksichtigt werden, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung, einer privaten Zusatzversicherung, der Pflegekasse oder der Krankenkasse bezahlt wurden.

Für die Geltendmachung von Pflegeaufwendungen sieht das Steuerrecht einige Möglichkeiten vor.

Behinderten-Pauschbetrag geltend machen

Behinderte Pflegebedürftige können nach § 33 b Einkommenssteuergesetz (EstG) ohne weiteren Nachweis einen so genannten Behinderten-Pauschbetrag ansetzen. Der Behinderten-Pauschbetrag ist abhängig vom Grad der Behinderung (mindestens: 25 Prozent) und beträgt für behinderte Menschen, die hilflos im Sinne des Absatzes 6 sind und für Blinde maximal 3.700 Euro pro Jahr.

Achtung: Auch pflegende Angehörige können bei ihrer eigenen Einkommensteuererklärung einen Pflege-Pauschbetrag von 924 Euro pro Jahr ansetzen (§ 33 b Abs. 6 EStG). Allerdings muss die gepflegte Person nicht nur pflegebedürftig, sondern hilflos sein (Merkzeichen H im Schwerbehindertenausweis).

Wenn der Pflegebedürftige von mehreren Angehörigen gepflegt wird, können diese sich den Pauschbetrag teilen.

Tatsächliche Pflegekosten geltend machen

Übersteigen die Aufwendungen den Pauschbetrag oder liegen die Voraussetzungen für den Behinderten-Pauschbetrag nicht vor, können nach § 33 EStG auch die tatsächlichen Kosten als außergewöhnliche Belastung angesetzt werden. Der Steuererklärung müssen dann die jeweiligen Nachweise (Rechnungen, Quittungen etc.) beigelegt werden.

Von den angesetzten Kosten zieht das Finanzamt aber zunächst eine sogenannte „zumutbare Belastung“ ab – also das, was der Steuerpflichtige selbst zahlen muss. Die Höhe der „zumutbaren Belastung“ ist nach Einkommen und Familienstand gestaffelt.

Auch krankheitsbedingte Heimkosten steuerlich absetzbar

Auch die Kosten für ein Pflegeheim können steuerlich geltend gemacht werden. Werden allerdings Kosten für ein Pflegeheim angesetzt, kürzt das Finanzamt sie um die so genannte Haushaltsersparnis von 8.004 Euro pro Jahr, wenn der Pflegebedürftige seinen bisherigen Haushalt aufgelöst hat.

Liegen die Voraussetzungen nur für einen Teil des Steuerjahres vor, setzt es einen anteiligen Betrag an. Die vollen Kosten werden berücksichtigt, wenn der Heimaufenthalt nur vorübergehender Natur ist.

Auch pflegende Angehörige können Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen

Auch die pflegenden Angehörigen können in ihrer Steuererklärung einzelne Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen, wenn der Gepflegte die Aufwendungen nicht selbst tragen kann und diese Pflegeaufwendungen die „zumutbare Belastung“ des Angehörigen übersteigen. Alternativ kann Unterhalt an den Pflegebedürftigen gezahlt werden, der dann gleichfalls als „außergewöhnliche Belastung“ angesetzt wird.

Pflege und haushaltsnahe Beschäftigung geltend machen

Auch die Kosten für eine Pflegekraft, eine Haushaltshilfe oder den Handwerker, der die Wohnung behindertengerecht umbaut, sollten Sie zunächst bei den „außergewöhnlichen Belastungen“ ansetzen. Das gilt sowohl für den Pflegebedürftigen selbst als auch für pflegende Angehörige, wenn die diese Kosten übernommen haben.

Kann das Finanzamt diese Pflegeaufwendungen dort wegen der vom Steuerpflichtigen zu tragenden „zumutbaren Belastung“ nicht berücksichtigen, können sie alternativ als so genannte „haushaltsnahe Beschäftigung oder Dienstleistung“ die Steuerlast mindern.

Bei Pflegeleistungen oder der Putzhilfe werden von den Finanzämtern 20 Prozent der Gesamtkosten, maximal jedoch 4.000 Euro im Jahr anerkannt.

Bei Handwerkerleistungen können 20 Prozent der Lohnkosten bis zu einem Höchstbetrag von 1.200 Euro angesetzt werden.

Wichtig: Kosten für selbständige Dienstleister und Handwerker werden nur berücksichtigt, wenn eine Rechnung ausgestellt wurde und die Zahlung auf das Konto des Leistenden erfolgt ist. Barzahlungen werden also nicht anerkannt.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 09.01.2015 aktualisiert.

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