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Medikamentöse Behandlung einer schweren Alzheimer-Demenz mit Memantin

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Eine Alzheimer-Demenz im mittelschweren bis schweren Stadium braucht eine andere Medikation als in der Anfangsphase. Verwendet wird hierbei der NMDA-Antagonist Memantin, der auch mit Cholinesterasehemmern kombiniert werden kann.

Welcher Wirkstoff hilft bei schwerer Alzheimer-Demenz?

Die sogenannten kognitiven Fähigkeiten wie Erinnern, Lernen, Orientieren u. ä. lassen in der mittelschweren und schweren Phase einer Alzheimer-Demenz drastisch nach. Eine Behandlung mit Cholinesterasehemmern, die bei der beginnenden Form der Erkrankung die Symptome reduziert und die Lebensqualität erhöht, reicht im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr aus. Zur Stabilisierung der Funktionsstörungen im Gehirn wird daher der NMDA-Antagonist Memantin eingesetzt.

Wie wirkt Memantin?

Memantin hält eine Verschlechterung des Zustands eines demenzkranken Patienten nicht auf, aber der Wirkstoff lindert die Symptome der aktuellen Verfassung. Vor allem in Kombination mit Cholinesterasehemmern kann er deren Wirkung deutlich verstärken, was allerdings nur bei schwer erkrankten Patienten funktioniert.

Denk- und Handlungsfähigkeiten können damit verbessert werden. Memantin verhindert, dass die Nerven absterben, indem es den Botenstoff Glutamat blockiert. Dieser erregt bei einer Alzheimer-Erkrankung die Nervenzellen so stark, dass sie zugrunde gehen.

Darauf sollten Sie bei der Anwendung von Memantin achten

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Angehöriger morgens regelmäßig die korrekte Dosis einnimmt. Sie wird wöchentlich gesteigert, bis die angestrebte Menge erreicht ist. Wird eine Ernährungsumstellung auf vegetarische Kost vorgenommen, informieren Sie den Arzt darüber, da der Patient dann besonders sorgfältig überwacht werden muss.

Bei bakteriellen Infekten der Harnwege, Stoffwechselkrankheiten und Gicht verändert sich der pH-Wert des Urins – in diesen Fällen darf Memantin ebenfalls nur unter strenger Aufsicht verabreicht werden. Vor Operationen muss beachtet werden, dass sich Memantin nicht mit dem Narkosestoff Ketamin verträgt.

Nebenwirkungen von Memantin

Nicht jeder Alzheimer-Patient muss mit sämtlichen Nebenwirkungen rechnen, die der Beipackzettel aufführt. Treten heftige unerwünschte Beschwerden auf, sprechen Sie mit dem Arzt, ob eine vorübergehende Dosisverringerung eine Besserung verspricht. Folgende Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten:

  • Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Verstopfung
  • Gelegentlich: Halluzinationen, Verwirrtheit, Angstzustände, erhöhte Muskelspannung, Gangstörungen, Erbrechen, Blasenentzündungen, gesteigertes sexuelles Verlangen
  • Sehr selten: Krampfanfälle

Damit keine unerwünschten Wechselwirkungen zwischen Memantin und anderen Medikamenten auftreten, halten Sie alle behandelnden Ärzte immer auf dem Laufenden bezüglich der verordneten Medikamente Ihres Angehörigen.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 06.01.2015 aktualisiert.

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