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Medikamentöse Therapie bei Alzheimer: Antidementiva

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Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass Demenz vom Alzheimertyp nicht heilbar ist. Aber es sind unterschiedliche Medikamente auf dem Markt, die das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten sollen. Der Markt bei etwa 70000 Menschen mit Alzheimer in Deutschland ist groß. Aber was bringen diese Antidementiva? Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Die medikamentöse Therapie bei Alzheimer lässt sich in 3 Gruppen einteilen. Eine Gruppe bilden die Antidementiva, Medikamente, die das Erinnerungsvermögen und Gedächtnisleistung verbessern sollen. Die zweite Gruppe sind die Antipsychotika, auch Neuroleptika genannt. Diese sollen sich positiv auf Veränderung des Verhaltens und Erlebens auswirken. Dazu gehören Wahrnehmungsstörungen, Wahnvorstellungen und Veränderungen der Persönlichkeit. Die dritte Gruppe wird gebildet von den Antidrepessiva. Deren Aufgabe ist es, Depressionen im Zusammenhang mit einer Demenz zu lindern.

Antidementiva
Wirkungsweise von Acetylcholinesterasehemmer

Diese finden ihre Einsatzmöglichkeit im frühen bis mittleren Stadium einer Alzheimerdemenz. Sie sollen die geistige Leistungsfähigkeit und die Alltagskompetenz erhalten. Das Acetylcholin ist bei Menschen mit Alzheimer in zu geringem Maße vorhanden. Dadurch ist die Reizweiterleitung gestört.

Diese Gruppe der Anitdementiva sollen den weiteren Abbau des Botenstoffes Acetylcholin durch die Acetylcholinesterase reduzieren, indem sie dieses Enzym blockieren. Wirkstoffe sind Donezepil, z. B. Aricept (R), Galantamin, z. B. Reminyl (R) und Rivastigmin, z. B. Exelon (R).

Nebenwirkungen der Acetylcholinesterasehemmer

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit / Erbrechen und Durchfälle. Weiterhin sollte der Erkrankte, der mit einem dieser Medikamente behandelt wird, auf Schwindel, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit oder Verlangsamung des Pulsschlages beobachtet werden. Bei vermehrten Stürzen, Verwirrtheitszuständen, schweren Durchfällen oder Problemen beim Wasserlassen sollte der Betroffene schnellstmöglich den behandelnden Arzt aufsuchen.

Der behandelnde Arzt muss einen Überblick über sämtliche Medikamente haben, die eingenommen werden. Bestehen Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt oder in den Harnwegen, Asthma oder in der Reizweiterleitung am Herzen, muss der behandelnde Arzt sehr genau prüfen, ob die Medikamente eingenommen werden können.

Wirkungsweise von Glutamatantagonisten

Bei Menschen mit einer Demenz vom Alzheimertyp ist bedingt durch den Abbau von Nervenzellen das Glutamat im Hirnstoffwechsel erhöht. Dadurch kommt es zu Störungen in der Reizweiterleitung. Diese zweite Gruppe der Antidementiva senkt den Glutamtat-Spiegel. Diese können im mittleren bis schweren Stadium der Erkrankung eingesetzt werden. Der Wirkstoff heißt Memantin, Medikamente sind Axura (R) oder Ebixa (R).

Nebenwirkungen von Glutamatantagonisten

Die Nebenwirkungen dieser Gruppe von Medikamenten sind nicht so schwer wie bei den Acetylcholinersterasehemmern. Auftreten können Schwindel, Kopfschmerz, Müdigkeit, Verstopfung, erhöhter Blutdruck oder Schläfrigkeit. Es kann zu Beginn der Behandlung zur Verstärkung von Verwirrtheitszuständen kommen. Treten Halluzinationen auf, sollte der Erkrankte unbedingt unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Allgemeine Hinweise zur Einnahme von Antidementiva

Wird eins dieser Medikamente neu verordnet, sollte sich der Erkrankte in einem guten körperlichen Zustand befinden.

Die regelmäßige Einnahme ist von entscheidender Bedeutung für den Behandlungserfolg. Erkrankte, die alleine leben, benötigen häufig Unterstützung dabei. Dies muss nicht unbedingt durch die Angehörigen sichergestellt werden.

Dafür kann ein Pflegedienst eingeschaltet werden, auch wenn keine Pflegestufe besteht. Diese Leistung wird von der Krankenkasse bezahlt, ist also unabhängig von der Pflegebedürftigkeit. Der behandelnde Arzt muss die Notwendigkeit in einer Verordnung für die häusliche Pflege bescheinigen.

Um die Verträglichkeit der Medikamente zu verbessern, werden diese häufig zunächst in einer geringen Dosis gegeben und dann langsam gesteigert. Die Wirksamkeit kann nach etwa einem halben Jahr nach Erreichen der benötigten Dosierung beurteilt werden.

Dazu sollten sich Betroffene, Angehörige und der behandelnde Arzt besprechen. Wird eine Stabilisierung oder Verbesserung des Zustandes erreicht, kann eine langfristige Behandlung erfolgen. Kann kein Erfolg verzeichnet werden, sollte der Wechsel des Wirkstoffes erwogen werden.

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Verfasst von: . Auch wenn wir uns bemühen, dass der Inhalt dieses Blogs immer auf dem neuesten Stand ist, spiegeln die Artikel immer den Stand zum Datum der Aktualisierung wieder. Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.01.2015 aktualisiert.

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